Mo

01

Apr

2019

Endlich Freizeit

Nach 10 seeeehr langen Monaten in einem fordernden Projekt brauche ich Pause. Nach müde kommt blöd. Lange Stunden mit intensiver Problematik. Existentieller Wichtigkeit für 1600 Mitarbeiter und wirklich müden Gehirnwindungen muss ich aufhören. 29.03.2019. Ein Freitag. Projektende. Jihaaa! Endlich Zeit für lange Gassiwege. Es ist kein richtiger Urlaub. Nur endlich die Arbeit zuhause schaffen und Mittagspause halten ohne bis Mitternacht vor einem Rechner zu sitzen und unter Hochdruck Arbeit wegzuschaffen. Das reicht ja. Die Mitarbeiter sind in den Urlaub geschickt. Das Haus ist leer. 10 Tage am Stück. Soweit der Plan.

 

Ein Anruf. Hund. Von der Kette. Schäfi. Groß. Männlich. Kette eingewachsen. Auf den OP Tisch. Das Ordnungsamt will einschläfern, weil man nicht weiß ob er verträglich ist. Ja. Kann kommen. Natürlich. Als ob ich über Leben und Tod entscheide, ohne dem Tier eine Chance zu geben.

 

Ach ja. Ihr seid gleich da. Nix vorbereitet. Eine Kindergittertür ins Badezimmer geschraubt. Eine Plastikwanne aus dem Keller geholt. Kissen rein. Wasser und Futternapf. Alles füllen. Und da sind sie auch schon. Urlaub ist anders.

 

Der Hund ist noch benommen von der narkotischen Behandlung. Maulkorb angezogen, in einem Kofferraum, der gegen ihn klein wirkt. Die Treppe hoch schafft er in dem Zustand nicht. Ich trage ihn. Oha. Mind. 38 kg. Hoffentlich kann er das morgen in einem anderen Zustand. Ausweispapiere, Chipnummern, Medikamente. Alles da. Der Nacken ist ausrasiert. Eine 12 cm lange Naht deutlich sichtbar. Ich nehme ihm den Maulkorb ab. Er trinkt und legt sich nieder. 

 

In der ersten Nacht schließe ich die Badezimmertür. Die kleine Gittertür ist im Ernstfall kein Garant, dass er nicht im Wohnbereich steht und uns alle fressen will. Es bleibt ruhig. Innerlich ist man jedoch unruhig. So sieht also Urlaub aus. Ich gehe die Morgenrunde mit meinen Hunden und füttere. Und dann geht es los. Meine Hunde ins Büro. Neuer Hund vorn raus. Dicke wattierte Jacke und Hose, Handschuhe. Maulkorb auf. Geschirr an. Er grummelt unsicher, ist aber brav. Tür auf. Die Treppe schafft er runter schonmal gut! 

 

Ausgiebig schnüffeln. Ich mache mir Kaffee. Mit Zaun dazwischen entdecken sich die Hunde. Meine Garde ist souverän. Wie immer. Ich beobachte das und bestärke die Hunde darin, dass das hier gut ist. Der Futternapf ist leer. Ich fülle ihn neu. Nach einer Stunde im Garten leine ich ihn wieder an und führe ihn ins Bad. Mir ist unsagbar warm in diesen dick wattierten Klamotten. Aber sicher ist sicher. Drinnen nehme ich den Maulkorb ab und er entdeckt das Futter. Knurrend findet er die Idee richtig doof, dass ich zu nah an eben diesem stehe. Mit einer Hundedecke, die ich über ihn werfe, springe ich erstmal raus aus der Situation. Na das kann ja was werden. Gittertür zu. Pause. 

 

Alles beruhigt sich. Neben das Bad stelle ich den Bambusstab mit 2 Metern Länge. Meine Hunde dürfen rein und sie beschnüffeln sich Face to Face. Es wirkt deutlich freundlicher als gerade beim Futter. Der Bambusstab als verlängertes Werkzeug der auf den Fliesen peitschende Geräusche hinterlässt als Sicherung neben der Tür. Wir brauchen ihn nicht. 

 

Das Spiel wiederholen wir an diesem Tag noch 3 Mal. Die Routine kommt gut. Und auch der neue Schäfi wird sicherer. Klospülung und Staubsauger sind sein Todfeind. Er bricht förmlich zusammen und wird unsicher, was er mit deutlichem Knurren kommentiert. Ich bin inzwischen sicher. Es ist eine ängstliche Reaktion beim Hund. Keine Aggression. Er kennt gar nichts, dennoch verbringe ich die kommenden zwei Tage in wattierten Klamotten. Er trägt Maulkorb aber läuft schon an Tag 2 mit den anderen Hunden zusammen und entdeckt das Grundstück. Fotos dürfen wir keine machen und online stellen. Wir haben uns mit dem Tierheim darauf geeinigt, dass wir den Hund ankommen lassen, bevor wir irgendwas öffentlich machen. Drama raus. Ruhe rein.  

 

Der Hund ist mega klug. Lernt super schnell und total gern! Türen öffnet er. Zäune mit Löchern werden zum durschlüpfen genutzt und das Loch auch nur klein ist, erweitern wir es. Gut, dass ich zuhause bin! Der Knabe entdeckt Löcher, die hier 4 Jahre keiner erahnte. Ich flicke ganztägig um Schafe und Esel zu sichern. Die kennt er nämlich auch nicht und schreit sei erstmal an. 

 

Was über die folgenden Tage  zum Vorschein kommt ist ein toller Hund, der wirklich eine Chance auf echtes Leben verdient hat. Step by Step lernen wir die Grundregeln. Schon bald ist er voll integriert. Nur die 10 Tage sind um. Was ich erarbeitet habe, muss nun von anderen weitergeführt werden. Zumindest tagsüber. Es bleibt aufwühlend und ich habe angespannte Nerven. Überfordere ich die Leute nicht? Nimmt er die anderen genauso an? Weiß ich doch, dass meine Erfahrung sich nicht spontan auf anderen übertragen lässt. Leider klappt es nicht mit allen. Unsere Hundesitterin entwickelt Ängste, die der Hund natürlich spiegelt. 

  

Er bleibt 3 Tage nicht vollwertig betreut. Natürlich sind kompetenten Menschen in Haus

und Hof, die ihn in den Garten lassen. Aber das ist ja nun wirklich nicht Sinn und

Zweck des Ganzen. Also benötigen wir einen neuen Hundesitter. So Leid es mir

tut. Dank ebay Kleinanzeigen ist dieser erstaunlich schnell gefunden. Die

Anleitung sitzt und es klappt. Mit kleinen Verrenkungen und nach einer Woche

vorsichtigem Herantasten sitzen die Handhabungen. Dafür bin ich dankbar! Mit Freizeit hatte das wenig zu tun. Es waren sehr intensive Tage. Ringen um Integration. Die sich voll gelohnt haben! Für den Hund! Nun ist er  vermittelbar und sucht sein zuhause. HIER Mehr Angaben dazu: CEZAR

 

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Fr

08

Jun

2018

Abschied nehmen

 

Es ist soweit. Jemand bekommt Dein Bett. Ein junger Schäferhund. Nach Sturz aus großer Höhe gelähmt. Nun sind 456 Tage vergangen seid Du die Abkürzung in den Himmel genommen hast. Ich freue mich, dass Dein Bett einem anderen Hund hilft. Die Tränen kullern, weil es bedeutet, dass nun auch das letzte Stück von Dir weiterzieht. Dein Thron. Dein Rückzugsort. Deine Spielzeugsammelkuhle.

 

Deine Ankunft war eine spontane Entscheidung. Nur für kurze Zeit. Weil ich sowas in unserem Alltag gar nicht abbilden kann. Auf keinen Fall für immer. Nur mit Hilfe. Hilfe war da. Die ersten Wochen haben wir uns Deine Pflege geteilt. Ich habe auf einer Matratze am Boden geschlafen, um 4 Uhr nachts Dein Lager sauber zu machen. Dein Sitzbad durchzuführen. Deine Wunden zu cremen. Die Terrasse zu schrubben. Wenig später hat die Tagschicht übernommen. Ständig Wischen. Unterlagen wechseln. Wunden versorgen. Nach 10 Stunden unterwegs kam ich nachhause und habe bis spät Dein Lager gesäubert. Die Unterlagen gewechselt, Dein Sitzbad durchgezogen und Deine Wunden versorgt. Deine offenen Wunden, dein entzündeter Hinterleib, dein schwacher Körper brauchte Stärkung. Die Waschmaschine lief ständig. Von allem war zu wenig da.

 

Drei Monate später hattest Du zugenommen, die Wundheilung schritt voran, Deine Rolli Exkurse waren erfolgreich und Du warst ein Rolli Rowdy. Mit Links überholen, ohne blinken und mit anrempeln. Immer vorn. Selbstbewusst. Völlig unbeirrt der Tatsache, dass Dir 2 Beine fehlten und Du eigentlich gelähmt warst. Schwimmen war Dein Ding. Kein Stock zu groß. Dein Lieblingsstock hast Du mit in die Ewigkeit genommen. Die Lähmung verschwand und die Tatsache, dass zu früh zuviel amputiert worden ist, war deutlich sichtbar. Die kleinen Stummel wackelten wie ein Entenbürzel bei jedem Schwimmzug mit. Ich hab jeden Tag gebetet, das neue Beine vom Himmel kommen.

 

Zeit für ein neues Zuhause. Tolle Angebote. Herzliche Anfragen. Keins war gut genug. Keiner hat geahnt wieviel Arbeit Du machst. Und keiner konnte Dir die Freiheit bieten, die Du so geliebt hast. Ständig war man am suchen wo Du jetzt wohl wieder bist. Schafe anschreien. Schuhe verschleppen. Leckerlies klauen. Rotzfrech. So souverän. Und die einzige Hündin, die Hanga je die Stirn bieten konnte.

 

Du warst in der Bild. In der BZ. Im Fernsehen. Ein kleiner Popstar unter den vom Schicksal Geschlagenen. Allen hast Du Mut gemacht mit Deiner unbändigen Liebe zum Leben. Wir sind am Krankenhaus vorbeigelaufen und sie haben Dir gewunken. Die ohne Arme und Beine. Die mit den Gebrechen. Jeder konnte sehen, dass Dein Schicksal Dich nicht besiegt hat. Du kleines silbergraues Wunder auf 2 Pfoten. Monate ohne Antibiotika und ein Infekt schlich sich ein. Wir waren sofort in der Klink. Dein behandelnder Arzt nicht da. Die Vertretung mies. Jeden Tag haben wir angerufen. Nach 3 Tagen waren wir in einer anderen Praxis und haben geröntgt und Blutwerte genommen. Anderes Antibiotika. Ich habe alles stehen und liegen lassen und bin von Klinik zu Klinik mit Dir. 300 EUR Vorkasse. Klar. Und doch wollte Dich niemand behandeln. Euthanasie. Nicht wert zu leben und so schlechte Werte. Im Wartezimmer mit Untertemperatur und als Notfall gefühlte Ewigkeiten gewartet. Mir blieb nichts als Dich zuhause an den Tropf zu hängen und die Behandlung selbst vorzunehmen. Soviel wertvolle Zeit verstrichen, die so wichtig gewesen wäre. Multiresistente Keime. 6 OP`s im Jahr davor und ständige Antibiose waren zuviel. Nichts schlug an. Du wurdest schwächer und warst trotzdem noch frech und wolltest nicht liegen bleiben. Ich hab Dich aus der Hand gefüttert. Und als ich den ersten Tag wieder arbeiten war, weil ich dachte Du bist auf einem guten Weg, kam der Anruf. Bitte nachhause kommen. Kein Wort mehr. Es reichte, um zu wissen was passiert.

 

Ich bin sofort losgefahren. Zu schnell. Geblitzt. Egal. Weinend. Da lagst Du. In Deiner Schale. Friedlich. Die Kraft gewichen. Der Sturkopf weg. Du warst nicht alleine. Hundesitterin, Bürofutterdame und Pflegemama waren da. Ein letztes Aufbäumen bevor Du gegangen bist. Mit nur 6 Jahren. Das blühende Leben innerhalb von 5 Tagen gewichen. Ich habe es nicht kommen sehen.

 

Tage später träume ich von Dir. Du sitzt auf den Flügel eines Flugzeugs. Mit wuscheliger Rute und 4 Beinen. Darunter Deine 3 Geschwister. Sie bleiben am Boden. Du hebst ab. Wir sehen uns wieder. Wo die Zeit endet, beginnt die Ewigkeit.

 

Dein Rolli geht an Mimi, die ihn weitergibt an einen Collie. Dein Zubehör verteilt sich hier und da. Im Tierheim. Auf dem Transport in alle Lande. Nur Dein Bett bleibt. Nun wird es abgeholt. Man sollte meinen nach so langer Zeit ist man drüber weg. Kein Stück. Im Zug nachhause kullern leise die Tränen während die Landschaft vorbei fliegt. Einfach weil Du des Lebens und wir Deines Lebensmutes beraubt sind. Da wäre noch soviel zu erleben gewesen. Ich habe Dir versprochen, dass Dein Tod nicht vergebens war. Im Hintergrund läuft das Phönhilde Projekt. Eine Stiftung ist gegründet. Das Projekt ist groß. Sehr groß. Eigentlich zu groß. Aber hey Du warst auch ein bisschen größenwahnsinnig. 2 Konzerne prüfen das Konzept und helfen bei der Berechnung und Bemessung. Leise. Denn noch muss es geheim bleiben. Zuviele Geier kreisen überall. Wir lassen uns nicht nochmal berauben.

 

Lange habe ich ein Video vorbereitet. Allein die Worte fehlten. Kein Blogeintrag auf der Webseite. Weil keine Worte sagen konnten, was da an Trauerarbeit zu erledigen war und ist. Dabei ist soviel passiert. Wir werden berichten. Aber das gehört Dir. Es bleibt Dankbarkeit für die kurze aber sehr intensive Zeit. Liebe Phönie. Wir sehen uns wieder. Stell nix an bis dahin!

 

2. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 4 ---- Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.

 

 

 

 

 

 

So

22

Apr

2018

Quotenrenter an Bord

Joshi hat sich verabschiedet. Am 27.12.2017. Ein bisschen mit Ankündigung. Der Geist wach. Der Körper nicht. Wir sind zu Dritt. Adam, Hanga, Renate. Trauerzeit. Eigentlich Winter. Eigentlich jetzt die Zeit einem neuen Rentner eine Heimat zu geben. Eigentlich. Und doch. Renate ist so frisch, dass wir arbeiten. Verträglichkeit mit Hanga. Die kleine Sozioschwachmatin macht es nicht leicht. Ich schließe noch ein Projekt ab und dann bin ich wieder mehr zuhause. Die Augen offen. Klicken wir Anzeigen durch. Auf der Suche nach dem Opi der zu uns passt. Sicher ein Knabe. Keine Mädchen mehr. Zwei so Frauen reichen. Da ist einer. Gesehen. Aber da sind noch mehr. Auch gesehen. Mazly wirkt unscheinbar. Hell. Fast unsichtbar. Dagegen ein anderer dunkel, präsent und auch zu haben. Ich frage an. Der Sichtbare ist überraschend schnell weg. Naja, was soll's. Dann nehmen wir Mazly. Geht ja nicht um meine Farbvorlieben. Joshi war auch hell. Vielleicht wollte ich einen Unterschied machen und eine Abgrenzung zu Joshi. Zu frisch ist der Abschied. Anfrage läuft. Fragebogen. Mails. Telefonate. Wir können ihn abholen. Ich fahre. Nachts um 1 los. Er fährt mit entgegen. Aus Bratislava. Gegen 5 Uhr morgens bin ich in Bayern und warte im Dunkeln auf einem Parkplatz. Der Transport komm später. Gegen 7 habe ich ihn  eingepackt. Er macht das souverän. Wir sind 11 Uhr daheim. Die anderen Hunde warten mi Garten. Die haben ihre Hundeklappe. Ich halte vorher an. Führe ihn Gassi. Ordne logistisch Schafe, Ziegen und schaffe Raum, dass sich die Hunde mit einem Zaun dazwischen kennenlernen. Alles freundlich. Alles schick. Na dann. Tür auf. Und es klappt auf Anhieb. Ein freundlicher Kerl ist er. Sicher in jungen Jahren ein Knaller. Und nicht der dezente Typ, den man vom Bild erwartet hätte. Aber brav. Umsichtig und sozial. Mazly's Ohren wurden abgeschnitten. Manchmal markieren Zigeuner so ihre Tiere. Wir wissen nicht wie er dazu kam. Es macht ihn markant. Seine Bewegungen sind stabil aber durch das Alter gekennzeichnet. Muskeln fehlen. Er liebt Bälle und Stöckchen. Er liebt schwimmen. Lässt er sich auch zum Wasser fahren. Im Wasser macht er alle nass. Ein Röntgen ermöglicht einen Blick auf die müden Knochen. Ein ambitionierter Arzt würde eine künstliche Hüfte setzen. Wir nicht. Wir physiotherapieren, stabilisieren und machen es so leicht wie möglich. Im Herbst ist sicher. Mazly hatte den Sommer seines Lebens. Jeden Tag schwimmen. mehrfach. Mit Hingabe. Ausgedehnt. Es ist als wäre er schon immer da. Einfach so. 2018 ist heiß. Lange Tage. Und Wasser vor der Haustür. Er ist ein unglaublich süßer Hundemann. Entzückend schmusig. Freche wache Augen. Wir bereuen keinen Tag. Und hoffen, es wird noch ein Sommer. Und noch einer. Sein Kopf ist so wach. Vielleicht müssen wir eines Tages einen Rolli anfertigen lassen. Egal. Wir leben jeden Tag! Einfach so. 

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Fr

17

Feb

2017

Der Joshi Bär

Der Joshi. Ein echter Mann. Keksweich und knallhart. Unser Opi. Letzten April kam er. Ich wusste nicht, ob er es schaffen wird. Aber er hat sich stabilisiert. Und obwohl ihm die lange Kaltfront sehr zugesetzt hat, geht es ihm gut.

 

Joshi will nicht mehr viel. Er weiß, dass er den anderen körperlich unterlegen ist. Deswegen frisst er nicht neben seinen Adoptivgeschwistern. Sobald die auf seinen Napf starren, überlässt er denen mit fliehenden Fahnen das Futter. Zur Sicherheit.

 

Ich füttere ihn zweimal täglich aus der Hand. Er ist mäklig geworden. Nix mehr was lange aufhält. Am liebsten aus der Dose. Das zieht er dem Barf Zeug vor. Es ist weicher. Und man kann es wegschlabbern.

 

Er knabbert eigentlich gern, aber weil er ungleich langsamer ist, wird er natürlich schnell von den anderen belagert, die lange vor ihm fertig sind. Und dann überlässt er es denen besser. Zur Sicherheit.

 

Vor Hanga hat er Schiss. Die Gouvernante achtet auch super scharf darauf, dass er nicht ausschert. Fell bürsten kommt ungefährlich gleich nach Zähne ziehen oder so. Lose Haare beiläufig abzupfen löst hysterisches Kreischen und Zähnefletschen aus. Er bleibt ein Spezialfall. Schnelle Bewegungen machen ihm Angst.

 

Joshi ist ein zutiefst unsicherer Hund. Nur mit Ermutigung und gutem Zureden folgt er brav. Er trödelt notorisch. Und wenn er keine Lust mehr auf Gassi hat geht er nachhause. Einfach so. Ne Abkürzung. Er kennt ja den Weg.

  

Sein Gangbild wirkt steif und tapsig. Das allerdings ist schonwieder sehr niedlich, wenn er wie ein staksiges Kalb durch den Schnee marschiert. Die Beine immer höher heben, als man muss. Die Pfoten durchgelatscht. Er kann kaum noch was sehen. Deswegen muss man stets auf ihn warten, ihn liebevoll locken und seine Ängste schonmal von vorn herein negieren.

 

Joshi wird nie mehr ein sicherer Hund werden. Er liebt das kuscheln. Nur nicht am Rücken. Da kneift es. Und auch nicht weiter außer bis zur Halskrause. Die Ohren. Die sind toll. Alles andere verunsichert ihn. Man muss Geduld mit ihm haben. Mr. Slowhand perfektioniert seine langsam Performance.

 

Aber wisst ihr was. Wir haben ihn lieb. Ausser Hanga ;-) Jeder tolle Tag in Joshis Leben ist ein wertvoller Tag. Wir planen Anfang April ein paar Tage an der Ostsee. Dann wird der alte Mann das Meer kennenlernen. Wir hoffen auf großartiges Frühlingswetter. Lange Strandspaziergänge und sanfte Wellen.

Ich wünsche ihm von Herzen, dass er noch soviel genießt wie möglich. Lang genug war offenbar der Weg mit den vielen Steinen. Unser Sofa ist super. Und er ist ein kleiner Luxus Schisser. Joshi eben.

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Di

14

Feb

2017

ValenDienstTag mit Phönie

Aloha. Sonnenschein. In der Luft liegender Frühling. Valentinstag. Ich selbst mach mir da nix draus. Menschlicher Tand. Dazu kommt, dass ich ne Grippe habe. Jepp. Ich. Seit 20 Jahren ziemlich exakt die erste. 4 Tage Auszeit. Mehr geht nicht. Heute ist er letzte Tag. Sonst reicht es nicht um alle finanziellen Verpflichtungen zu tragen. Mehr Ausfall geht nicht. Immerhin. Samstag/Sonntag, Montag und Dienstag. Und ich bin weit stabiler als noch am Wochenende.

 

Allerdings war zu bemerken, was passiert, wenn ich mal nicht funktioniere. Wenn nicht die Morgenschicht Phönies Nachtergebnisse wegputzt. Gut. Ich rieche ja nix bzw. fange gerade erst wieder damit an. Sie hat eine Überlaufblase. Wenn voll, dann automatisch ein bisschen leer. Solange das auf einer der Inkontinenzunterlagen passiert ist das easy. Wechseln und gut. Aber das ist Phönie. Stillsitzen ist doof Phönie. Man wischt ständig ihre Wege. Das ist Aufwand. Aufwand der, den meisten Menschen reicht sie einzuschläfern. Aber das kann und darf nie ein Grund sein. Wer immer pflegebedürftig ist, wird auch versorgt. Solange Leben in diesem Individuum steckt. Und hey Phönix ist das Leben. In Person!

 

Ich habe aber seit nun mehr als 2 Monaten endlich ein tolles Team. Niemand rümpft die Nase. Alle packen mit an. Jeder Handgriff sitzt. Dafür bin ich unendlich dankbar. War es doch eher so, dass ich früher nachhause kam und der Duftspender im Raum in Phönix Nähe stand und auf sie gerichtet worden ist. Nicht das, was ich unter Liebe verstehe. Vorbei. Reset. Wunderbar!

 

Jeder hier freut sich auf den Frühling. Wir planen, denken und organisieren was bereits möglich ist. Die alte Wurfkiste Marke Eigenbau von Phönie fliegt raus (wer eine braucht mag anrufen). Eine tolle Sitzecke soll wieder auf die Terrasse. Umgeben von Liegeplätzen für die Hunde. Idealerweise abwaschbar. Bis auf Joshi sind alle meine Tiere gern und lang anhaltend draußen. Jack manchmal sogar über Nacht. Dann geht er auf Phönies alte Liegestelle und schläft dort. Die Hundeklappe und warme weiche Kissen gleich 2 Meter weiter. Adam liegt gern auf der Treppe. Früher war es die Terrasse, die dann aber zu Phönie Refugium geworden ist. Das ist nun vorbei. Sie wird teilen müssen. Es soll ein Platz für alle sein. Mit Anforderungen an die Hygiene und Praktikabilität. Eine Sportmatte wäre ideal. Groß genug. Robust genug. Weich genug. Abwaschbar. Das gehört auf unsere Wunschliste. Eine Frage der Kosten. Die können richtig teuer sein. Wir haben was preiswertes auf unseren Wunschzettel gesetzt. Vielleicht mag ja jemand mit basteln an unserer Idee. Hier nochmal der Link zu unserem Wunschzettel bei Amazon.

 

Und obwohl ich Phönie in den letzten Tag in meiner Kraftlosigkeit zugerufen habe, dass ich sie nie wieder füttern werde, wenn sie soviel wiegt, werde ich das sicher nicht umsetzen. Ihre Futterkiste ist fast leer. Wäre super, wenn sich jemand mit nem Säckli Futter beteiligt.

 

Ihr Lieben. Mona ist grad mit den Hunden raus. Ich dachte, hey super. Schnell nen Tee gemacht, und Phönies Bett und die Schuhe weggeräumt und die Nase eingecremt und... den Tee vergessen. Der Kopf ist noch nicht voll da und ich puste wie nach nem Marathon. 10 Minuten Bewegung. Gott sei Dank arbeite ich im Büro. Das wird morgen spannend.

 

Aber eins noch. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Phönie den Autounfall. Niemand außer der Verursacher weiß den Tag genau. Aber es war der Februar, der sie in die Klinik brachte. Noch mit 3,5 Beinen und wunderschönem Wuschelschwanz. Reset würde ich sagen. Neustart. Alles auf Anfang. Mit irgendwie besseren Karten in der Hand. Danke an alle Helfer. Danke an alle aufrichtigen Menschen, die das Leben ein Stück leichter gemacht haben. Ihr seid Klasse.

 

PS: Hier noch leicht verspätet der Link zur Sendung im ZIBB. Zuhause in Berlin und Brandenburg.

http://www.rbb-online.de/zibb/archiv/20170208_1830/eine-huefte-fuer-den-hund.html

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