eine Eva zum Adam

Hanga in der Tötungsstation
Hanga in der Tötungsstation

Aloha. Die ersten vier Wochen mit Adam waren... na sagen wir... AKTIV! Seine Hobbys waren umdekorieren der Wohung. Auffressen meiner Flipflops. Ein Topflappen starb auch. Reissverschlüsse an Jacken braucht niemand. Bälle sterben nie eines natürlichen Todes. Und wieso auf der Strasse vor SEINEM Haus überhaupt Leute lang gehen durften, ist ohnehin fragwürdig. Das mindeste was ihm zustand war die Weltherrschaft. Ich hab jeden Tag gefragt, ob ich nicht Antonia wieder haben kann. Ich habe verstanden, warum Adam ein Abgabehund war. Selbst die Chilischoten waren nicht scharf genug, um ihm vom Lebensmitteldiebstahl abzuhalten.

 

Mit viel Kraft, absoluter Unnachgibigkeit und viel Langmut habe ich konsequent jeden Fehler geahndet. Es ging ein wenig ruppig zu. Aussenstehende hätten meinen können, ich misshandel meinen Hund. Dabei bin ich nie grob geworden. Nur laut und scharf. Es war harte Arbeit seinen Respekt zu verdienen. Es war eine Menge Vorschussvertrauen nötig, um ihn da durch zu tragen.

 

Und dann nach 4 Wochen machte es klick. Wie ausgewechselt wurde aus dem Tyrann ein sanfter Riese. Fügsam, verschmust, fast ruhig. Ich war soooooo glücklich! Es machte Spaß Sitz, Platz und Bleib zu üben. Das Hunderudel hat er aufgemischt, aber auch Sozialkompetenz gelernt. Voll verliebt in meinen Hund, kam die Frage nach einer Eva. Naja wenn ich ohnehin einmal gehen muss, dann macht ein zweiter Hund auch nix. Sie müsste zu uns passen. Viel laufen wollen, jung sein, gern ein Schäferhund, die ja ohnehin Vermittlungsschwierigkeiten haben. Manche rieten mir ab, weil zwei Hunde gleichzeitig  zu erziehen doch schwerer ist. Manche bestärkten mich. Ich mochte nichts überstürzen.

 

Eine Malinois Hündin war im "Angebot". Die könnte passen. Klang nett. Aber dann kam ein Video herein. Youtube via facebook. Eine kleine Schäferhündin, supermager, in einem 1x1 Meter Käfig mit Lochboden. Krach um sie herum. Wimmern, jaulen, weinen, bellen und krächzen. Schrecklich. Sie hat in die Kamera gesehen und schon war klar, dass es diese wird. Gespräche mit der Pflegestelle der Mali Hündin ergaben dann die Entscheidung für die Kleine aus dem Käfig. Das ging so schnell. Wieder mit Pate, der die Kosten übernahm. Erst hieß es, dass ich weit fahren muss, um sie abzuholen. Wild organisierte ich schon die Unterbringung von Adam für diesen Tag. Aber es kam anders. Sie blieb eine Woche länger und wurde dann direkt vor unserer Haustier abgeladen.

 

Ich hatte ein Geschirr gekauft. In Größe M. Das war zu groß. 13 kg. Nur Haut und Kochen. Lange, sehr lange Krallen. Kaum Kraft und trübe, müde Augen. Adam brachte ich ins Haus und ging mit ihr eine kleine Runde. Geschäft machen und frische Luft nach der langen Fahrt schnappen. Ankommen. Wir trafen gleich das Hunderudel, mit dem Adam täglich unterwegs war. Die waren fasziniert von ihr, von ihrem Zustand, von der Situation. Viel Streicheleinheiten und kein Pipi. Naja egal. Gehen wir erstmal und lernen Adam kennen.

 

Adam machte das großartig. Ganz natürlich. Völlig ohne Eifersucht. Freundlich, fast zärtlich, sanft. Ich war noch mehr in ihn verliebt. Mein Adam ;-)

 

Wie sollen wir die Lady nennen? Eva wäre ja wirklich etwas plump. In ihrem Ausweis stand Hanga. Als ich sie rief, reagierte sie klar auf den Namen. Naja was solls. Dann heißt sie wohl so. Das ist der ungarische Name für Hannah.

 

Willkomen in Deiner neuen Hütte!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0