Übernachtungstraining

Adam und Hanga sind müde
Adam und Hanga sind müde

Ich arbeite und wohne im selben Haus. Die Hunde immer dabei. Wenn ich zu Kunden fahre, bleiben Sie im Büro und sind nicht oft allein, weil wir noch zwei Greyhounds haben, die bei uns arbeiten. In den letzten Monaten waren sie schon manche Stunden allein daheim. Kein Problem. Bis 6 Stunden schaffen sie ohne Probleme. Ausgedehnt haben wir das bislang nicht. Immer kommt ein Hundesitter, wenn ich mal länger unterwegs bin. Ihre Runde draussen, haben sie pünktlich. Das Haus in dem wir leben und arbeiten ist ein sicherer Hafen für beide.

 

Das erste Quartal in jedem Jahr bedeutet jedoch, dass ich durch Messen und Kongresse öfter unterwegs bin. Da kann ich sie nicht mitnehmen. Tagsüber könnten wir ihre Versorgung durch eben erklärte Umstände super regeln. Nachts wären sie allein. Es nützt also nichts, wir trainieren das übernachten im Hundehotel. Möglichst, wenn keine Termine anliegen und ich im Notfall schnell hindüsen und die Hunde wieder einpacken kann.

 

Rausgesucht habe ich den Pfötchenhof. Ein alter Bauernhof und reichlich Kompetenz bei moderaten Preisen. Nur 14 km von uns entfernt. Wir vereinbaren einen Termin und ich bringe sie Samstag um 16.00 Uhr dort hin. Sie sind etwas unsicher, weil uns Hundegebell erwartet. Die Spielwiese auf der Hinterseite des Hauses finden sie aber super. Hanga ist weniger unsicher als Adam. Das überrascht mich. Wir reden eine halbe Stunde und packen ihre Hundebetten in das gefliesste Hotelzimmer. Gleich gegenüber sitzt ein dicker Brocken Bernersennhund und blufft uns an. Sie gehen dicht an mich gedrängt vorüber und gucken verunsichert. Jetzt müssen wir schnell sein. Alle Betten hinlegen. Futterschüssel aufbauen, Futteranleitung erklären, Rinderkopfhaut zum knabbern geben und ganz schnell weg. Ich komme morgen um 9.00 Uhr. Sicher? Ja, ich hole sie so früh wie möglich. Und jetzt schnell raus da.

 

Hui, daheim ist es arg still. Wie halten Leute das aus? Naja nutzen wir die Situation und putzen das Büro von oben bis unten. Hundebetten waschen, Tapeten abwischen, Schränke abrücken und dahinter staubsaugen. Mir wird warm! Ich gehe aus dem Büro in die Wohnung und denke darüber nach, dass ich die GuteNachtLeckerlies ja vergessen habe. Und da fällt mir ein, kein Adam, keine Hanga da. Sie wollen heute kein Leckerlie von mir. Ja dann gehe ich schlafen. Es klappt nicht so gut. An echten Schlaf ist erst sehr spät zu denken. Einen Wecker habe ich nicht gestellt. Ich werde ja immer sanft wach gestupst. Plötzlich bellt in meinem Traum ein lauter Adam. Ich werde wach und will ihn korrigieren. Gebellt wird nicht. 7.44 Uhr. Kein Adam da. Und trotzdem von ihm geweckt. Hui so lange, habe ich wirklich schon sehr lange Zeit nicht mehr geschlafen. Ich muss schmunzeln. Sie sind so ein fester Bestandteil, dass selbst ein telepatisches Wecken von unterwegs super klappt. Na gut raus aus den Federn ins Bad und dann aber zack die Hunde holen.

 

Im Pfötchenhof angekommen werde ich von Gebell begrüsst. Meine Hunde kann ich nicht raushören. Sie warten schon auf mich in ihrem Hotelzimmer. Leckerlies für alle. Zwicken in meine Hände und freudiges sanftes beissen mit einem leichten Beschwerde-Unterton. Endlich bist Du wieder da. Jaja ist ja schon gut! Wir gehen nochmal eben auf die Hundewiese hinter dem Hotelzimmer und erledigen die Geschäfte, bevor ich alles einpacke und die Hunde schwups im Auto sitzen. Wir fahren jetzt erstmal zu unserem Rudel. Hanga steigt aus. Adam bleibt sicherheitshalber im Auto sitzen und wartet mal ab, ob wir wirklich sicher sind. Der sanfte Riese ist offensichtlich sensibel, wenn es darum geht von mir getrennt zu sein.

 

Trotzdem alles gut. Er steigt auch aus und wir gehen unsere normale Runde. Ich mochte ihnen nicht das Autofahren vermiesen. Sie sollen an einem guten Ort ankommen. Bis zum nächsten Auswärtstermin am 17.01.13 üben wir wohl nochmal fahren an schöne Orte, um das aussteigen nicht mit einer negativen Erfahrung zu verbinden.

 

Sie sind müde. Adam bringt den Ball, ich werfe einmal, aber er holt ihn und legt sich im Hundebett ab. Mit seinem Ball. Als wollte er testen, dass noch alles da ist. Hanga hat die zweite Stange Rinderkopfhaut. Beide liegen. Schön, dass sie wieder da sind. Auch wenn sie dreckig sind und ich schonwieder wischen könnte. Das macht das Wetter. Nicht die Hunde.  

 

 

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