Tierarzt, Tagesbetreuung, Buxtehude

Hanga wartet beim Tierarzt
Hanga wartet beim Tierarzt

So. Sonntag. Die Woche wird extrem. Niemand im Büro. Lernschwester Lou, die die Mittagsrunde und die abendliche Rudelrunde übernimmt, wenn ich weg bin hat Urlaub. Alex, der Notmann und Ausbilder von Lernschwester Lou, der mit seinen beiden Greyhounds bei uns im Büro arbeitet, ist auch nicht da. Das Sekretariat nur sporadisch besetzt. Ich bin mind. 13 Stunden von daheim weg. Ja, dann müssen sie wohl mit.

 

Wir stehen 1/4 vor 5 auf und gehen raus. Hanga nicht. Sie bleibt am oberen Treppenabsatz stehen und legt sich hin. Wimmert. Mist! Ich trage den Krümel runter. Auf 3 Beinen humpelt sie zur Wiese gegenüber. Durchfall. Blankes Wasser. Ist ja ganz toll. Dann arbeiten wir wohl heute nicht in Buxtehude. Hanga muss zum Arzt.

 

Wann macht der auf? 8.00 Uhr. Ja dann 7.30 Uhr, beide ins Auto und Punkt 8 vor deren Tür. Wir müssen dennoch warten, die operieren schon oder noch. Warten finden meine beiden blöd. Adam winselt wie ein Mädchen und Hanga weiß nicht, ob sie stehen, liegen oder sitzen soll. Es geht ihr nicht gut. Ich routiere, wie ich die Woche umplane. So einen Berufsausfall können wir uns nicht leisten.

 

Wir dürfen als erste rein, kurz erklärt, Blut abnehmen, gleich was mehr, dann machen wir noch ein Reiseprofil mit. Hanga war den Tag vorher exakt 6 Monate bei uns. Inkubationszeiten sind aufgebraucht. Dann müssen wir nur einmal piecksen. Runter vom Tisch, rein in den Röntgenraum. Die tolle Bleischürze umschnüren und die Frage, ob wir eine Sedierung brauchen verneinen. 2 Ladys und ich halten die Hundedame gut fest. Sie macht das souverän. 2 Aufnahmen vom linken Knie. Von oben, von der Seite. Gleich beim ersten Mal super geworden.

 

Und zack wieder rein ins Behandlungszimmer. Ich sehe das Bild auf dem Schirm und weiß was los ist. Das linke Vorderbein sieht aus, als wäre es einmal angeknackst gewesen. Es ist nicht sauber verheilt. Eine Seite des Gelenkes ist weiter offen gestellt und offensichtlich der Herd der Schmerzen.

 

Könnte theoretisch eine Dysplasie sein. Nicht ungewöhnlich bei Schäferhunden. Nein wir werden da nix operieren. Wir suchen nicht nach abgelösten Kleinteilen im Gelenk. Wir sehen die auffällige Knochendichte und die leicht schiefe Stellung und werden sie einfach ruhig stellen, mit Schmerzmitteln füttern und in Zukunft dafür sorgen, dass sie nicht überbelastet. Ausserdem werden wir Grünlippmuschelextrakt organisieren und füttern. Einfach zur besseren Versorgung der Knochen und Gelenke.

 

Nach Hause. Ruhetag für die Hunde. Auch für Adam. Das finden beide saublöd! Nur zum Pipi runter. Hanga wird getragen. Wir haben Metronidazol im Gepäck, Schmerzmittel, Tabletten gegen Durchfall und Probiotischen Futterzusatz. Der Durchfall ist wirklich schnell gestoppt. Hanga voll high. Adam ne kleine Nervensäge, der mit dem Ball beschäftig werden will.

 

Am Laptop sitzend mit ner Tasse Kaffee in der Hand arbeite ich von daheim. Der Adam kommt und schiebt seine Schnauze mit Ball durch meine Armbeuge und verpasst der Kaffeetasse einen herzlichen Stups. Er füttert den Laptop mit Kaffee. Na ganz großartig. Es tropft, es schmiert, es macht Klick und der Rechner ist tot. Korrodierte Kontakte und ein saftiger Kurzschluss. Tja, ein teurer Montag. 318 € für den Tierarzt, 715 € für einen neuen Laptop. Der nächtse wird versichert!  Das Geld war anderweitig verplant. Wir müssen umorganisieren. Ich muss umorganisieren.

 

Genau wie beruflich. Weil ich Montag nicht in Buxtehude war, muss ich Freitag dort sein. Die Hundepension kennt uns noch nicht und gleich am ersten Tag sind wir spontan abwesend. Die haben da 4000 qm Auslauf, wo die beiden im Rudel laufen dürften. Wenn Hanga nicht ruhig gestellt werden sollte, wenn sie nicht schonwieder läufig wäre nach weniger als 90 Tagen, wenn wir da gewesen wären.

 

Naja Dienstag. Wir stehen 1/4 vor 5 auf. Gehen nur vor die Tür. Ich trage den Krümel noch die Treppen rauf und runter. Um 6 sitzen wir im Auto um 15 nach 8 sind wir in der Hundepension, um 9 muss ich spätestens im Büro sein. Die Strassen sind eklig glatt. Es wird 15 nach 9. Schnell arbeiten bis 18.30 und zack zu 19 Uhr die Hunde holen. 21 Uhr daheim.  Und morgen nochmal, und übermorgen nochmal, und überübermorgen nochmal...

 

Es ist Samstag. Ich finde schlafen so attraktiv wie nie. Hanga ist voll fit und wieder die Rambazambalotte. Adam drängelt, weil er sein Rudel endlich treffen will. Und ich, ich muss arbeiten, weil meine Sekretärin am Freitag auch noch krank war und nicht das geschafft hat, was ich bräuchte, um heute weiter zu machen.

 

Manche Wochen schulen ungemein die Disziplin. Einfach durchhalten. Wir gehen gleich zu unserem Hunderudel spazieren. Eisiger Wind, aber Sonnenschein. Adam wird das egal sein. Der freut sich wie Bolle. Hanga feiert jetzt schon und ich taste nach dem Kaffee, den ich sicherheitshalber weit weg vom Rechner trinke.

 

Hurra, wir leben noch - nach dem gleichnamigen Bestseller von Mario Simmel. 

 

Nächste Woche bleiben die Hunde hier. Und ab April wohnen wir eine Zeit lang in Sauensiek bei Buxtehude  innerhalb der Woche. Alles wird gut. Wie immer.

 

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