Hundepension statt Büro

Kuschelattacke in der Küche
Adam und Meyla

Da sind wir. Geschäftsführender Gesellschafter verstarb. Ja wir übernehmen die Geschäftsführung. Eine Zeit lang. Darf ich die Hunde mitbringen. Klar kein Problem. Es sind große Hunde. Wir haben viel Platz. O.K.

 

Frauchen arbeitet. Am Schreibtisch. Viele Besprechungen mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Alle in einem Büro. Die Hunde immer dabei. Total der Therapieansatz.

 

Am Telefon sagen wir, nein nein wir sind kein Handwerksbbetrieb mit 25 Mitarbeitern. Wir sind eine Hundepension. Alle lachen. Meine beiden gehören zur Belegschaft. Der Schlachter im Ort bringt frische Schweinohren vorbei. Die Putzfrau Leckerlies und der Mann von der Telekom übt Sitz und Platz.

 

Alle versorgt. Wir stellen einen neuen Geschäftsführer ein. Er wird angelernt und noch eine Zeit lang unterstützt, bis wir wieder woanders sein werden. Der mag nun auch Hunde und zack ein kleiner Welpe muss her. Mischling aus JackRussel und irgendwas. Ein junge Damen names Meyla. Mit 12 Wochen kommt sie in unsere Tages-Hütte.

 

Sie kreischt wie eine wilde Sirene, als sie die beiden großen sieht. Schonmal prophylaktisch. Wie ich beim Zahnarzt, bevor er den Bohrer überhaupt angesetzt hat. Adam und Hanga interessieren sich nicht einmal für sie. Die brauchen ihren Büroschlaf. Mussten ja immerhin den neuen Garten überwachen und aufpassen, dass keine Katze diesen durchstreift. Ansonsten Bölkalarm! Gern nachts um 4.

 

Eine Woche hat es gedauert, da schmust die kleine mit dem Dicken. In der Küche heimlich angekuschelt. Entzückensrufe im ganzen Büro. Schnell ein Foto!

 

Eine weitere Woche da beisst sie ihm versehentlich mit den spitzen Welpenzähnen ins Ohr. Adam zieht nur die Lefze hoch und zeigt die hübschen weißen Beisserchen. Kreischalarm wie vormals bekannt.

 

Ab sofort wird das Interesse zu Hanga verlagert. Die fragt ständig bei mir ab, ob sie das überhaupt darf. Ja, darf sie. Na gut dann spielen wir vorsichtig. Nun kann man sich auch bei Hanga ankuscheln und schlafen. Nur die mag das gar nicht. Steht auf und geht weg. Spielen ok. Schlafen nö nö.

 

Alle vertragen sich. Friedliches beisammensein. Mittags gehts vor die Tür. Alles eingespielt. Nur Herr K. Also der wird gern mal gefressen. Von allen. Man siehts es ja nicht von draussen, aber wenn der über den Hof geht, gehts aber los. Adam und Hanga stellen ihn gleich. Da wird auch gezwickt. Er hat Angst. Im Büro ist alles schick. Auch mit Herrn K. Nur auf dem Hof, da hat dieser Mensch keine Berechtigung zu sein. Sagen meine Hunde ;-)


Wer weiß was sie denken. Wir habens im Griff. Es laufen täglich 25 Mitarbeiter durch die Räume. Ständig Kunden, Lieferanten und Co. Immer sind die Hunde dabei. Wenn mal einer nicht mag, wird die Tür kurz zugemacht. Sonst ist hier alles offen und jeder kann den Frust mal wegkuscheln. Therapiehunde eben.

 

 

 

 

 

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