Gastautor Jorinde: Warum Tierschutz?

Besuch in der Tötung Nyíregyháza in Ungarn
Tötung Nyíregyháza in Ungarn aus der auch meine Hanga kommt

Auf facebook gelesen und für gut befunden. Es trifft den Kern. Deswegen heute der erste Beitrag einer Gastoutorin, die ich in der Arbeit mit PCAS kennengelernt habe. Inzwischen stellt die Dame eigenes auf die Beine, ohne Differenzen mit PCAS. Der Kontakt ist nach wie vor gut und sehr innig.

Alles Gute Dir liebe Jorinde alias No Art auf facebook.

 

WARUM TIERSCHUTZ?

 

Weil kein Lebewesen der Welt so auf sein Ende warten darf.

 

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich im Tierschutz ehrenamtlich arbeite. Oder wie ich das alles aushalten kann.


Das Leid, das Elend, den täglichen Kampf?

Richtig, Leicht ist das ganz und gar nicht.

 

Da ist auf der einen Seite das Leid der Tiere.
Egal, wo man als Mensch mit Gefühlen für andere Lebewesen hinschaut, sieht man Leid und Elend.

 

Ein kleines Beispiel hierfür ist für mich mein Besuch in der Tötung Nyíregyháza in Ungarn zum 2. mal im April 2014 (auf diesem Foto).


Die Tiere dort stehen in winzigen Käfigen oft monatelang und warten auf den Tod. Der Boden dieser Käfige besteht aus scharfkantigem Lochblech, die Gitter sind rostig. Sie stehen in ihrem eigenen Kot, die Käfige werden kaum öfter als einmal in der Woche gesäubert - wenn überhaupt.
Die Futternäpfe sind natürlich leer und die Wassernäpfe voll mit ihrem eigenen Urin.
Tageslicht gelangt kaum in die abgeschlossene Halle. Die große Schiebetür ist fast immer geschlossen.
Im Winter leiden die Tiere unter der starken Kälte, im Sommer unter der unerträglichen Hitze.
Einige Tiere von diesem Foto konnten gerettet werden, für andere kam jede Hilfe zu spät.


Einen weiteren Einblick findet ihr hier:

https://www.facebook.com/photo.php?v=485970364868045&set=vb.485955034869578&type=3&theater

 

Die Tötung ist schon wieder voll mit neuen Hunden.

 

Ein anderes Beispiel, welches ich nicht fotografieren konnte, da es mir nicht gestattet war, was ich jedoch niemals in meinem ganzen Leben vergessen werde, ist die Tötung Hajdunanas.
Wir erreichten die Tötung am Ende einer langen Sandstraße.
Von Außen sah man nur einen Zaun, bedeckt mit Bambus.
Über den Zaun hinaus ragte die Spitze einer kranartigen Hebevorrichtung.
Als das Gatter vom dortigen Mitarbeiter geöffnet wurde, musste ich auf traumatisierende Weise feststellen, wozu dieser Kran diente:
An einem Bein aufgeknüpft baumelte ein riesiger schwarzer Stier zur Hälfte in der Luft.
Der Oberkörper berührte dabei noch den Boden.
Vor diesem mächtigen Tier lag der abgeschlagene Kopf.
Die noch immer angstvollen Augen waren weit aufgerissen und starrten mich direkt an.
Die Zunge hing bis zum Anschlag aus dem Hals.
Rundherum die eingepferchten Hunde.
Warum sich gerade dieses Bild so sehr in meinen Kopf eingebrannt hat?
Weil es für mich zum Sinnbild der Verrohung des Menschen geworden ist.
Der Stier hing dort und verweste, als wäre er nur ein Stück Abfall.
Paradoxerweise verhungern die Tiere in der selben Tötung. Und niemanden interessiert es.

 

Nicht anders verbringen unsere Kühe, Schweine, Hühner und andere "Nutztiere" ihr trauriges "Leben".
Man muss also noch nicht einmal weit schauen.

 

Doch es sind Bilder wie diese, die auch antreiben.
Diese Tiere haben niemanden. Sie brauchen unsere Hilfe, denn nur wir können sie vor dem retten, was sie in diese scheinbar ausweglose Situation gebracht hat: Menschliche Grausamkeit.

 

Und das leitet auch zur anderen Schwierigkeit, der ein Tierschützer täglich gegenüber steht.

Seiner eigenen Spezies.

 

Wären es "nur" Tierquäler, wäre es schon schwierig genug.
Doch wenn man im Tierschutz arbeitet, lernt man schnell auch noch ganz andere Facetten kennen.
Begehst du auch nur einmal einen scheinbaren Fehler, wird man dir das niemals verzeihen. Man wird mit dem Finger auf dich zeigen und dich dafür bestrafen. Vollkommen egal, wieviele Leben du schon gerettet hast, begehe niemals einen Fehler, denn es wird sofort über dich gerichtet werden. Mit Vorliebe von den Menschen, die selbst noch niemals eine Seele aktiv gerettet haben.

 

Du wirst dich immer wieder mit dem schlimmsten aller Dämonen auf diesem Planeten und seinen schier unendlich facettenreichen Gesichtern konfrontiert sehen:
Dem Menschen.

 

Doch verliert nicht den Mut, liebe Tierschützer.
Haltet zusammen und denkt immer wieder daran, dass man nicht jedes Leben retten kann, doch für dieses eine Tier alles, was es hat: Sein Leben.

 

Am Ende sollte sich jeder eine Frage stellen:

Wir morden, wir stehlen, wir lügen und betrügen und das nur für unseren eigenen Profit oder gar zum reinen Zeitvertreib.


Kein anderes Lebewesen tut dies.
Was also gibt uns das Recht, uns so sehr über das Leben anderer zu stellen?

 

- Jorinde

 

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