Gastbeitrag von Birgit Lorz zum Thema Hundeernährung

Antonia knabbert Knochen
Antonia hat es geliebt zu knabber.

Birgit wohnt in Nordbayern – mit  4 Kindern und 3 Katzen. Ihr Hund, Lucy, ist vor ca. 2 Jahren verstorben und sie haben sichs einfach noch keinen Neuen holen können. Lucy hab ich mit „ganz normalen“ Trockenfutter gefüttert.

 

 

 

Veganes Hundefutter: Kann man einen Hund vegan ernähren?

 

 

Immer öfter hört man davon, dass Hundehalter ihre Hunde vegetarisch ernähren. Wie vegetarisch? Ist der Hund nicht ein Fleischfresser? Ist er. Allerdings stimmt diese Aussage nur bedingt. Ob man nun aber den Hund ganz ohne Fleisch ernähren kann?

 

Hundefutter in früheren Zeiten

 

Im Laufe seiner Domestizierung bekam der Hund nicht immer fertiges Futter vorgesetzt. Vielmehr erhielt er die Reste von den Tischen der Menschen, in denen sich nur in den seltensten Fällen Fleisch befand. Hunde wurden also bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich fleischlos ernährt. Der Hund ist also zum Omnivoren geworden. Auch in der Natur fressen zum Beispiel Wölfe, zumindest gelegentlich mal Obst oder Gemüse. Doch nicht alles, was natürlich ist, ist auch gleichzeitig gut.  Ein gutes Beispiel dazu hat Bianca dazu in ihrem Artikel gebracht.

Vergleich Hundefutter und Katzenfutter

 

Zur Ernährung von Katzen gehören zum Beispiel Mäuse und Vögel, im Dosenfutter befinden sich jedoch in der Regel Nebenprodukte von Thunfischen, Schweinen und Rindern, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind.

Das diese Nebenprodukte nicht vergleichbar mit der natürlichen Ernährung von Katzen ist, liegt wohl auf der Hand – doch ist bei freilaufenden Katzen noch niemand auf die Idee gekommen, diese vegetarisch oder vegan zu ernähren. Warum wohl? Weil die Katze, als Freigänger, sich ihre Portion Fleisch schon holen würde.

 

Unsere Hunde können aber nicht mehr selbst jagen – und sind somit auf uns als Futterlieferant angewiesen.

 

Argumente für veganes Hundefutter
Einige Tierärzte sind sogar der Meinung, dass die vegane Ernährung Hunden mit Haut- und Fellproblemen hilft. Auch Hunde mit einem empfindlichen Verdauungstrakt sollen von veganer Kost profitieren können.


Verfechter des veganen Hundefutters führen auch immer wieder, die in den letzten Jahren aufgetretenen Fälle von Ekel- und Gammelfleisch, an. Dieses Argument ist jedoch nicht zutreffend, da Hunde auch Aas fressen können, ohne dass sie Probleme bekommen. Der Grund liegt darin, dass Hunde über eine wesentlich stärkere Magensäure verfügen als zum Beispiel Menschen.

Was allerdings bedenklich ist, sind die Rückstände von Masthilfen, Medikamenten oder Antibiotika im Fleisch, die am Ende im Futternapf des Hundes landen.

 

Die Yarrah Bio Vegetarian Dogfood hat hingegen vegetarisches Hundefutter getestet und kam zu dem Schluss, dass es für einen gesunden und ausgewachsenen Hund kein Problem darstellt, auch über längere Zeiträume vegetarisch ernährt zu werden. Für Welpen in der Entwicklungsphase ist von einer solchen Ernährung jedoch abzusehen. Dabei stellt man fest, dass in dieser Logik etwas nicht stimmen kann. Einerseits brauchen Welpen Fleisch, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Ein ausgewachsener Hund jedoch nicht?


Argumente gegen veganes Hundefutter
Ein weiterer Punkt, der gegen veganes Hundefutter spricht ist der vergleichsweise kurze Verdauungstrakt des Hundes. Durch diesen Umstand bedingt, können nicht alle wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung heraus gelöst werden, was zu einer Mangelernährung führt.

Hunde sind und bleiben nun mal Fleischfresser – und sind auf Gemüse, Obst und Getreide maximal als „Beilage“ eingestellt.

 

Fertiges „normales“ Hundefutter
Untersuchungen der Stiftung Warentest haben ergeben, dass die meisten Hundefuttersorten eine sehr gute Balance aufweisen, was die Mischung der Pflanzen- und Fleischanteile betrifft. Auch die beigemengten Vitamine und Mineralstoffe waren ausgewogen.

Auch beim fertig gekauften Hundefutter gibt es jedoch „gute und nicht so gute“ Futtersorten. Hier sollte man sich vorher genau informieren – und bald stellt man fest, dass solche Hundefutter als „gut“ bezeichnet werden, die mehr Fleisch und weniger Getreide, Reis oder ähnliches aufweisen.

Denn auch bei den meisten Futterherstellern hat es sich „herumgesprochen“, dass ein Hund ein Fleischfresser ist – und genauso ernährt werden sollte.

Fazit:

 

Als Resümee kann man sagen, dass man seinen Hund artgerecht ernähren sollte. Und dazu gehört auf jeden Fleisch in der Nahrung – wenn man nicht sogar noch weiter gehen möchte: Ein Hund braucht zum Großteil Fleisch, wie es zum Beispiel beim Barfen angeboten wird.

Wer also selbst vegetarisch oder vegan leben möchte – kann dies gerne tun. Der Mensch als Allesfresser verträgt das auch ganz gut, wenn man auf einige Besonderheiten achtet. Der Hund aber als Fleischfresser kommt damit nur bedingt zurecht – deshalb sollte man sich bei der Anschaffung eines Hundes im Klaren sein, dass man – selbst Vegetarier – seinen Hund nicht dazu umerziehen sollte.
 

 

 

 

 

 

 

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