Michel und der Zahn des Hundes

Michel von Limsdorfberga

Das ist Michel. Die westafrikanische Zwergziege im Kastratenmodus.

 

Michel hat vor nix Angst. Bisschen doof. Denn die Schäferhunde haben auch keine Angst vor ihm.

 

Michel steht gern auf Motorhauben von Autos. Weil sich die Hecke von oben einfach viel besser frisieren lässt. Über Zäune kann er drüber weg und drunter durch. Da ist er ganz flexibel.

 

Er kam zu uns, weil er als Spielkamerad für einen 5 jährigen Knaben nicht recht tauglich war. Da er die Qualifikation zum Gras futtern mitbringt, wurde er kurzerhand im Team Gras aufgenommen. Dort arbeiten derzeit der schwarze Peter, Brain, Rebecca und Mercedes als 4er Schafteam. Mittendrin Michel. Halb so groß. Doppelt so frech.

 

Letzte Woche Donnerstag fand er mal wieder das Gras an einer anderen Stelle grüner und entwischte aus seiner doppelt gesicherten Tagesaufgabe in der Wiesenpflege. Direkt vorbei an Hanga, die nach kurzem irritiertem Blick mal schnell in den Rücken gepackt hat, um ihn aufzuhalten. Ich stand sprachlos daneben. Laut quakend saß der Schreck tief. Hanga hat ob meines bösen Blickes direkt den Rückzug angetreten. Da stand er. Auf den Arm genommen. In Sicherheit gebracht. Wunde angeguckt. Naja wird sicher ein blauer Fleck aber er war nach 10 Minuten wieder munter und wollte zurück zu den Team Kollegen. Zinkoxidspray drauf. Das wird wieder.

 

Montag siedele ich die Schafe um, damit sie den aktuellen Fressplatz gnadenlos ordentlich halten. Michel leckt sich die vermeidlichen Wunden. Das dichte Ziegenhaar schiebt sich beiseite. Ui die Wunde lebt. Da rufen wir mal zur Sicherheit den Herrn Doktor an. Und die Dominique. Äußerlich unberührt ging er mit seinem Team zum Grasjob. Und ich fuhr zu dem meinen.

 

Die telefonische Auskunft war spannend. Glatter Durchbiss! Was?! Ja! Einmal die Haut gepierct. Bitte täglich spülen. Ich habe Penicillin dagelassen zum spritzen.

 

Hammer. Michel ist jetzt rasiert. Jeden Morgen laufe ich nun mit eine Jod/Wassermischung in lauwarm und zwei großen Spritzen ins Schafgehege und spüle das durch. Findet er doof, aber es wird mitgearbeitet. Als ob er ne Wahl hätte. Spritze an der Wunde ansetzen. Abdrücken und flutsch auf der anderen Seite wieder rausschießen lassen. Zweimal. Mindestens.

 

Allein die Penizillinspritze ist kacke. Auf einem Stuhl packe ich ihn mir auf den Schoss und versuche eine Hautfalte zu finden, in der es ihm nicht weh tut. Weil er sich so fest spannt, ist das aber gar nicht so leicht. Naja Morgen früh nochmal. Dann sind wir da auch erstmal durch.

 

Michel macht das alles nicht viel aus. Der geht jeden Morgen in den Schafstall mit mir. Und normal wieder mit auf die aktuelle Tageswiese. Trocken Brot und Äpfel helfen ihm sehr ;-)

 

Hoffen wir, dass er sich gemerkt hat: Die Zäune und mindestens 2 Türen zwischen Michel und den Hunden sind zu seinem Schutz. Nicht, weil er was verpasst. Wir gehen jetzt mal fest davon aus, dass Haar über die Sache wachsen wird. Bei Hanga Haare auf den Zähnen. Bei Michel Haare auf dem Rücken.

 

Michel von Limsdorfberga

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Kommentare: 2
  • #1

    Nina (Freitag, 23 September 2016 22:11)

    Oh verdammt - da ist es mit dem Hund aber ganz schön durchgegangen.... hoffentlich ist es gut geheilt - denn klein und harmlos ist anders...Tut mir grad weh, wenn ich es anschau.

  • #2

    Anke (Samstag, 24 September 2016 07:04)

    Ach die Ursprungswunde war gar nicht sichtbar. Leider haben die Fliegen für eine Infektion gesorgt. Deswegen sieht es auf dem Bild so unangenehm tief aus. Aber keine Sorge, wir spülen täglich und es heilt sehr gut. Die Löcher sind fast zu. Nur noch sehr klein.