Phönix Silberpfeil

Da sind wir wieder. Silber. Wach. Und immer in Bewegung.

 

Solange es ging, waren wir schwimmen. Das hat ihr wunderbar gefallen und großartige Verbesserung bewirkt. Sie schwimmt wie eine Wasserratte. Mit und ohne Weste. Wobei ich sie nicht gern ohne Schwimmweste starten lasse. Gefährlich weit draussen, wäre es denkbar schlecht, wenn die Kraft sie verlässt. Und Phönix ist ein klein bisschen größenwahnsinnig. Ein klitzekleines bisschen aber nur.

 

Wir müssen nun wieder mehr Bodenarbeit absolvieren. Der wichtigste Aspekt der letzten Wochen lautet: Phönix ist NICHT GELÄHMT! Volle Empfindsamkeit ist wieder hergestellt. Zu traurig, dass sie beide Beine und die Rute verloren hat. Die Arbeit im Wasser hat es mehr als deutlich gezeigt. Beide Hinterbeine arbeiten voll mit. Die kleinen Stummel wackeln wie ein Entenbürzel mit. Als würde sie laufen. Links. Rechts. Links. Rechts. Marschieren durchs Wasser.

 

Die Muskulatur um die Stümpfe hat sich extrem gut entwickelt. Der Rücken ist wieder gerade, weil das Rückgrat beidseitig bemuskelt ist.  Die wöchentliche Physiotherapie zeitigt hervorragende Früchte. Das gezielte Muskeltraining und die Bewegung geben ihren Anteil dazu.

 

Als im Juli ihr neuer Rolli da war, wirkte sie darin verloren. Dünn. Schlapp. Unwillig. Ihr solltet sie heute sehen. Immer ist sie die erste zuhause. Einparken auf dem Hundekissen hat sie hervorragend drauf. Sie wetzt um die Kurven. Über Hügel, Baumstämme und Abhänge hinunter. Nur aufwärts, da fordert sie Hilfe an. Sie überholt rechts. Ohne blinken. Ein Rolliraudi. Phönix steht voll imLeben. Und der Rolli ist inzwischen an der ein oder anderen Stelle schon deutlich enger. Sie hat gut an Gewicht und Muskulatur zugelegt.

 

Ihre Wunden heilen. Die einst weit mehr als 12 cm breiten Liegewunden sind nun bereits bis auf unter 7 cm zugeheilt. Es geht langsam voran. Aber haltet die silberne Rakete mal ruhig. Momentan arbeiten wir am Winter. Die Nächte werden kühler. Schwimmen gehen ist nun nicht mehr so einfach möglich. Die Rotlichtlampe ist ihr Freund.

 

Wir basteln an einem Geschirr, dass sie noch besser unterstützt. Wir denken auf einer Winterunterbringung herum. Im Büro ist es schlecht. Phönix nervt sich schnell auf und dreht dann völlig am Rad. Sie braucht Raum für Ruhe und hat gezielte Zeiten der Beschäftigung. Also ab ins alte Gemeindehaus nebenan. Zu den Hundetagesgästen. Holzdielen. Pfff joah. Mit Pipi drauf und Poo in den Ritzen auch nicht sooo der Knaller. Wir sind dankbar für Ideen.  Oder jemand sponsort PVC Belag, den wir in einem Zimmer auslegen können. Pflegeleicht. Mit Dämmung drunter. Und Phöniesicher.

 

Kostet nur wieder Geld. Alles in allem ist ihre Genesung recht kostspielig. Sie wird inzwischen in Teilen von uns gebarft, schnörpeselt jeden Morgen ihren Putenhals und knabbert fröhlich am Rinderknochen. Sie futtert bei uns mit. Logisch. Die Wärmelampe geht den ganzen Tag. Mhh Aloha Stromrechnung. Die Waschmaschine ist inzwischen schwer lediert. Ne neue nicht im Budget. Egal.

 

Es ist soooo schön wie die Heilung vorangeht. Wir sind jedoch noch nicht fertig. Eine Kastration steht sicher an. Allerdings erst im Februar/März. Ich möchte ihr keine OP zumuten. Sie hatte in diesem Jahr schon 5 davon. Wir behalten die Blutwerte und die Gebärmutter aber im Auge. Das zickt etwas rum. Phönix war offenkundig mehrfach tragend. Sie hat Zitzen, da passen viele Hunde dran. Und sie sind benutzt. Ihre letzte Läufigkeit hat sie abgebrochen. Ich bin sensibel für solche Krankheitsbilder. Und Phönix ist schutzbefohlen. Ich schütze sie. Gelegentlich auch sehr massiv gegen Beführworter der Tötung. Niemals gebe ich sie in Hände, die ihr nicht das bieten können, was sie braucht. Sie ist unser Silberpfeil. Und ein großartiges Zeugnis, was man bewirken kann, wenn man sich investiert.

 

Unabhängig davon haben wir den letzten Sack Futter angebrochen. Das Nassfutter ist bereits seit Wochen leer und wird von mir privat aufgefüllt. Unsere Silberspray und Zinkoxiddosensprays sind fast aufgebraucht. Der Hundenapf von ihr ist eine kleine Plastikschüssel aus unserer Küche. Bisschen angeschreddert von ihren spitzen Zähnen.

 

Es wird Zeit Phönix nicht einfach nur zu pflegen. Ich möchte ihr gern einen eigenen Napf hinstellen. Nix provisorisches. Ihr solltet sie sehen, wenn ich ihr Futter anmische. Tausend kleine Zusätze, die die Heilung fördern. Es klappert und rührt. Ihr Gesicht lacht. Du kannst die Rute wedeln sehen. Auch wenn diese gar nicht da ist. Aufgeregt dreht sie sich im Kreis und rutscht mit dem Hintern hin und her. Gewissenhaft rutscht sie durch den Garten und sammelt alle liegengebliebenen Knochenrückstände ein. Zur Sicherheit. Sie knabbert abends auf ihrem Bettchen. Langmütig und friedlich. Das ist eine gute Beschäftigung. Viel besser als an Wunden zu knabbern.

 

Phönix fühlt sich sichtbar wohl. Sie ist glücklich. Und wir haben sie sehr lieb gewonnen. Aus Pflichtbewusstsein und diszipliniertem Einsatz ist aufrichtige Freundschaft geworden. Heute regnet es stark und andauernd. Ich werde sie reinholen. Ihr im Büro ein Bett richten. Die Putzfrau kommt morgen. Mal sehen was ich mir anhören kann ;-)  

 

Wir haben den Amazon Wunschzettel neu gefüllt. Um Unterstützung sind wir sehr dankbar. Leider sind Futter und Co. nicht aus dem Discounter. Unsere Grundversorgung fand im Juni statt. Hat bis Anfang Oktober gehalten. Es wäre großartig wenn an dieser Stelle Entlastung möglich wird. Ein herzliches Dankeschön an alle Phönie Follower. Sie ist ein Knaller. Aber beißt Euch, wenn ihr zu nah an ihr Reich kommt! *lach* könnt ihr mal probieren.

 

AMAZON WUNSCHZETTEL HIER KLICKEN

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0