Pimp my Rolli

Oh man. Als der Rolli kam, war er zu groß. Hatte Standard Schlaufen für Hunde mit Beinen und das Geschirr war, gelinde gesagt, was für Omis ohne Pfeffer im Hintern. Nach wenigen Wochen lösten sich die Schnallen am Geschirr ständig und rutschen weiter. Kein richtiger Halt. Ständig zippeln und eine genervte Phönie, die beim Anblick des Rollis die Nase kräuselt und die Miesepeter Blick aufsetzt.

 

Inzwischen ist sie in den Wagen rein gewachsen. Die Raketenelli brettert wie blöde über Rasen, Waldwege, Wurzeln und Kurven. Scheiß Egal. Drüber. Mit dem Kopf durch die Wand. Als erstes am Ball, auch wenn sie damit einen Überschlag provoziert. Muddi kommt ja und hebt sie wieder auf. Sie ist schmerzfrei. Hart im Nehmen und doch eine Mimose.

 

Es geht kein Weg drum herum. Der Rücken wird krumm, die Vorderbeine sind überbelastet. Wir brauchen eine andere Lösung. Google ist unser Freund. Und das NETT WERK Berlin. Hundegruppen ect. Wir fragen uns durch, denn die Hersteller sind im Beantworten von Mails grottig schlecht.

 

Die Alternative mit den besten Aussichten finden wir in Rathenow. Ein junger Mann, der in der Menschen Orthopädie tätig ist und aus Leidenschaft die Tiere versorgt.

 

Gut. Sie müssen sich das mal angucken. Ok denk ich. 163 km hinfahren. Doof aber nützt ja nix. Gucken. Ausmessen, abwägen und was austüfteln. Und dann kommen wir nochmal wieder. Jaja.

 

So kann das nicht  bleiben. Wir machen gleich was. Im Stand und in der Bewegung geprüft. Problem erkannt. Überlegt. Ausgemessen. Und gleich an die Arbeit. OK. Wenn wir schon mal da sind.

 

Wir waren kurz vor 12 in der ersten Vermessung und bis ca. 16 Uhr in der Werkstatt. Es gab einen Bügel, der das Gewicht fängt. Streben am Hintern, damit sie nicht rausrutscht. Die Auflage hinten wurde höher gelegt.

 

Da wird gemessen, Metall geschnitten, geschliffen, gebohrt, genietet, gepolstert und verkleidet. Handarbeit pur. Phönie wartet am warmen Ofen und muss von Zeit zu Zeit angeschnallt werden, damit wir gucken, ob alles sitzt. Tatsächlich die einzige Möglichkeit etwas Vernünftiges zu schaffen. Alle Versuche mit Standardmitteln Abhilfe zu schaffen und diese aufzuwerten, waren leider nicht zielführend.

 

Der Probelauf startet super. Wir kommen raus. Phönie hält am nächsten Strassenpfeiler und schnüffelt. Großartig! Das vermeidet sie immer, wenn wir ne Tour machen. Bloß schnell wieder nachhause. Abspulen und gut. Sie war unkomfortabel mit der alten Lösung. Jetzt sind wir in der Testphase. Alltag prüfen. Kein Scheuern, kein Drücken. Entlastung für Rücken und Schultern sowie Vorderbeine. Wir haben noch nicht fertig. Das war Schritt 1 auf einem kontinuierlichem Weg.

 

200 EUR haben wir vereinbart. Und natürlich hatte ich nicht ausreichend Bargeld dabei. Ich hebe Geld ab. Das bedeutet zwar 2 geplante Lastschriften am Montag platzen. Aber thats life. Die Medikamente für 111 EUR in der letzten Dezemberwoche sind auch schon zu Buche geschlagen. Der Hund macht nicht nur Arbeit. Auch leere Konten. Wir wehren uns nicht gegen Hilfe ;-)

Davon völlig unberührt, bekommt sie die bestmögliche Versorgung. Ohne Wenn und Aber.

 

Wir können übrigens den freundlichen Orthopäden sehr empfehlen. Solche Leute sind rar.

 

Olaf Piritz: http://www.hunderolli-tierorthopädietechnik-berlin-brandenburg.de/

 

Telefon: 0172/3101542

E-Mail: Orthopaediemechaniker(at)aol.com

Website: www.Hunderolli-Tierorthopädietechnik-Berlin-Brandenburg.de