Der Joshi Bär

Der Joshi. Ein echter Mann. Keksweich und knallhart. Unser Opi. Letzten April kam er. Ich wusste nicht, ob er es schaffen wird. Aber er hat sich stabilisiert. Und obwohl ihm die lange Kaltfront sehr zugesetzt hat, geht es ihm gut.

 

Joshi will nicht mehr viel. Er weiß, dass er den anderen körperlich unterlegen ist. Deswegen frisst er nicht neben seinen Adoptivgeschwistern. Sobald die auf seinen Napf starren, überlässt er denen mit fliehenden Fahnen das Futter. Zur Sicherheit.

 

Ich füttere ihn zweimal täglich aus der Hand. Er ist mäklig geworden. Nix mehr was lange aufhält. Am liebsten aus der Dose. Das zieht er dem Barf Zeug vor. Es ist weicher. Und man kann es wegschlabbern.

 

Er knabbert eigentlich gern, aber weil er ungleich langsamer ist, wird er natürlich schnell von den anderen belagert, die lange vor ihm fertig sind. Und dann überlässt er es denen besser. Zur Sicherheit.

 

Vor Hanga hat er Schiss. Die Gouvernante achtet auch super scharf darauf, dass er nicht ausschert. Fell bürsten kommt ungefährlich gleich nach Zähne ziehen oder so. Lose Haare beiläufig abzupfen löst hysterisches Kreischen und Zähnefletschen aus. Er bleibt ein Spezialfall. Schnelle Bewegungen machen ihm Angst.

 

Joshi ist ein zutiefst unsicherer Hund. Nur mit Ermutigung und gutem Zureden folgt er brav. Er trödelt notorisch. Und wenn er keine Lust mehr auf Gassi hat geht er nachhause. Einfach so. Ne Abkürzung. Er kennt ja den Weg.

  

Sein Gangbild wirkt steif und tapsig. Das allerdings ist schonwieder sehr niedlich, wenn er wie ein staksiges Kalb durch den Schnee marschiert. Die Beine immer höher heben, als man muss. Die Pfoten durchgelatscht. Er kann kaum noch was sehen. Deswegen muss man stets auf ihn warten, ihn liebevoll locken und seine Ängste schonmal von vorn herein negieren.

 

Joshi wird nie mehr ein sicherer Hund werden. Er liebt das kuscheln. Nur nicht am Rücken. Da kneift es. Und auch nicht weiter außer bis zur Halskrause. Die Ohren. Die sind toll. Alles andere verunsichert ihn. Man muss Geduld mit ihm haben. Mr. Slowhand perfektioniert seine langsam Performance.

 

Aber wisst ihr was. Wir haben ihn lieb. Ausser Hanga ;-) Jeder tolle Tag in Joshis Leben ist ein wertvoller Tag. Wir planen Anfang April ein paar Tage an der Ostsee. Dann wird der alte Mann das Meer kennenlernen. Wir hoffen auf großartiges Frühlingswetter. Lange Strandspaziergänge und sanfte Wellen.

Ich wünsche ihm von Herzen, dass er noch soviel genießt wie möglich. Lang genug war offenbar der Weg mit den vielen Steinen. Unser Sofa ist super. Und er ist ein kleiner Luxus Schisser. Joshi eben.

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