Quotenrenter an Bord

Joshi hat sich verabschiedet. Am 27.12.2017. Ein bisschen mit Ankündigung. Der Geist wach. Der Körper nicht. Wir sind zu Dritt. Adam, Hanga, Renate. Trauerzeit. Eigentlich Winter. Eigentlich jetzt die Zeit einem neuen Rentner eine Heimat zu geben. Eigentlich. Und doch. Renate ist so frisch, dass wir arbeiten. Verträglichkeit mit Hanga. Die kleine Sozioschwachmatin macht es nicht leicht. Ich schließe noch ein Projekt ab und dann bin ich wieder mehr zuhause. Die Augen offen. Klicken wir Anzeigen durch. Auf der Suche nach dem Opi der zu uns passt. Sicher ein Knabe. Keine Mädchen mehr. Zwei so Frauen reichen. Da ist einer. Gesehen. Aber da sind noch mehr. Auch gesehen. Mazly wirkt unscheinbar. Hell. Fast unsichtbar. Dagegen ein anderer dunkel, präsent und auch zu haben. Ich frage an. Der Sichtbare ist überraschend schnell weg. Naja, was soll's. Dann nehmen wir Mazly. Geht ja nicht um meine Farbvorlieben. Joshi war auch hell. Vielleicht wollte ich einen Unterschied machen und eine Abgrenzung zu Joshi. Zu frisch ist der Abschied. Anfrage läuft. Fragebogen. Mails. Telefonate. Wir können ihn abholen. Ich fahre. Nachts um 1 los. Er fährt mit entgegen. Aus Bratislava. Gegen 5 Uhr morgens bin ich in Bayern und warte im Dunkeln auf einem Parkplatz. Der Transport komm später. Gegen 7 habe ich ihn  eingepackt. Er macht das souverän. Wir sind 11 Uhr daheim. Die anderen Hunde warten mi Garten. Die haben ihre Hundeklappe. Ich halte vorher an. Führe ihn Gassi. Ordne logistisch Schafe, Ziegen und schaffe Raum, dass sich die Hunde mit einem Zaun dazwischen kennenlernen. Alles freundlich. Alles schick. Na dann. Tür auf. Und es klappt auf Anhieb. Ein freundlicher Kerl ist er. Sicher in jungen Jahren ein Knaller. Und nicht der dezente Typ, den man vom Bild erwartet hätte. Aber brav. Umsichtig und sozial. Mazly's Ohren wurden abgeschnitten. Manchmal markieren Zigeuner so ihre Tiere. Wir wissen nicht wie er dazu kam. Es macht ihn markant. Seine Bewegungen sind stabil aber durch das Alter gekennzeichnet. Muskeln fehlen. Er liebt Bälle und Stöckchen. Er liebt schwimmen. Lässt er sich auch zum Wasser fahren. Im Wasser macht er alle nass. Ein Röntgen ermöglicht einen Blick auf die müden Knochen. Ein ambitionierter Arzt würde eine künstliche Hüfte setzen. Wir nicht. Wir physiotherapieren, stabilisieren und machen es so leicht wie möglich. Im Herbst ist sicher. Mazly hatte den Sommer seines Lebens. Jeden Tag schwimmen. mehrfach. Mit Hingabe. Ausgedehnt. Es ist als wäre er schon immer da. Einfach so. 2018 ist heiß. Lange Tage. Und Wasser vor der Haustür. Er ist ein unglaublich süßer Hundemann. Entzückend schmusig. Freche wache Augen. Wir bereuen keinen Tag. Und hoffen, es wird noch ein Sommer. Und noch einer. Sein Kopf ist so wach. Vielleicht müssen wir eines Tages einen Rolli anfertigen lassen. Egal. Wir leben jeden Tag! Einfach so. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0