Mi

26

Dez

2012

Weihnachten bei Oma und Opa

Hunde allein Wald
Hunde allein im Wald

Aloha, wir reisen. Hanga bekommt Tropfen gegen Übelkeit in die Schnute gespritzt. Sie fährt brav aber nicht gern Auto. Adam liebt Autofahren und sitzt in jedem offenen Fahrzeug ohne zu fragen zack einfach drin.  

 

Das Auto ist voll. Wir brauchen 2 Hundebetten, Hundedecken, Hundetrockenrubbelhandtücher, Hundefutter, Hundefressnäpfe, Hundewasser für unterwegs, Hundeleckerlies, Hundespielzeug, Hundeleinen achja und den Koffer mit Klamotten und Geschenken. Was für ein Aufwand!

 

Ich packe sorgfältig alles so, dass die beiden es für 3-4 Stunden bequem haben. Falls wir im Stau stehen müssen, was hier niemand hofft, haben wir Wasser dabei.  Sonntag nachmittag geht es los. Alles klappt super. Beide verhalten sich vorbildlich. Wir verlassen die Autobahn und sind im Nebel. Nix zu sehen. max. 40 km/h. Man was für ein Mist. 100 km übern Acker bei Nebel. Kein Spaß und nicht jede Woche drin. Die Hunde sind ruhig.

 

Geschafft nach gut 4 Stunden sind wir da. 348 km. Kein Spaß. Es ist dunkel. Aber meine Hunde sind vorbildlich. Kein meckern, kein zicken, kein rumhampeln. Sie sind dennoch froh, als ich sie rauslasse. Zack gleich erstmal ne Runde laufen und schön durch den Regen. Meine Mutter hat Teppiche. Sie mag ihre Teppiche. Zur Sicherheit hat sie diese mit alten Bettbezügen abgedeckt. Wir wandeln auf einer Reihe ausgelegter Zusatzteppeiche. Ich habe Rubbelhandtücher und erhalte sogleich einen Lehrgang im richtigen Trockenrubbeln. Der große friedliche Benno im Hause meiner Eltern (SchweizerSennhund/Rottweiler Mischling knapp 50 kg) empfängt uns freundlich. Meine beiden sind es auch. Ein Gewusel ist es dennoch. Bis die mal zur Ruhe kommen. Aber es klappt. Alle liegen brav in der Ecke rum. Gefüttert und angekommen.

 

Los gehts. 24.12.1012. Heilig Abend. Nein ich fahre nicht mit zu meiner Schwester. Meine Hunde können alleine bleiben, aber nicht  mehr als 8 Stunden in einem fremden Haus. Mitnehmen geht nicht, weil meine Schwester eine ältere Lady Hündin hat. Golden Retriever oder sowas. Ne kleine Zicke, aber sonst ganz süß. Lilu. Benno darf mit. Na gut, dann gehe ich halt und mach die ständige Vertretung bei Oma. Auch ohne Hunde, weil Oma auch eine Hündin namens Sina hat, die glaubt ihr gehöre die Welt. Naja dann sind sie aber nur 2-3 Stunden alleine. Eigentlich ganz entspannt. Kaffe und lecker Kekse bei Oma und dann zurück ins Haus meiner Eltern.

 

Meine beiden fühlen sich wohl. Nur ein Paar Schuhe gefressen. Mal sehen wann sie es merken.  Gehen wir erstmal ne Runde in den Wald. Trotz Regen ist es recht trocken. Die Bäume halten viel ab und der moosige Boden, lässt die Schnuffies schön sauber aussehen. Zurück und keiner da. Juchuu wir haben einen Fernseher. Kommt nur nix. Gucken wir eben Teleshopping. Voll entspannt war das.

 

Auch der kommende Tag geht entspannt los. Lange Hunderunde im Wald. Dann kommt meine Schwester. Ihre Hündin hat sie daheim bei den Schwiegereltern gelassen. In so einer kleinen Hütte haben auch einfach nicht soooo viele Leute und Hunde Platz. Adam hat inzwischen das Land eingenommen und es ist sein Garten und auch sein Spielzeug was da rumlag. Hält eh nicht lange. Frechheit uns da kaputtes Spielzeug hinzulegen. *gg*

 

Weil meine Schwester mit Mann und Kind da ist, ziehen wir um in das kleinere Zimmer. Jaja da wird hin und hergeschaufelt ;-)

 

Egal meine Hunde lernen betteln an der Fleischtheke in der Küche. Da fällt schonmal was runter vom Fett der Steacks und Schnitzel. Hanga findet das super! Die ist quasi immer in der Küche. Zur Sicherheit. Ich höre mir daraufhin nochmal sehr aufwendig an, das meine Hunde gar nicht erzogen sind. Wo gibts denn sowas. Betteln! Kopf aufn Tisch. Komisch bei mir machen die sowas nicht. Wo haben die das nur gelernt? In Zweifel bin ich schuld.

 

Mittwoch. Entspurt. Ich gehe früh mit den Hunden raus und trete fast in eine kleine Durchfalllache. Autschn. Komisch. Hanga habe ich als erste im Verdacht die neigt manchmal zu Durchfall nach zuviel naschen. Hanga kann zwar Türen aufmachen, aber nicht wieder schließen und wenn ich mich nicht irre, war die Tür zu unserem Zimmer zu. Naja egal. Ich wisch das mal weg. Leise im dunkeln, damit es niemand hört und niemand gestört wird.

 

Alle sind wach. OK. Es war Hanga, alle sind sich einig. Es bleibt ungeklärt warum ich ihr Drängeln nicht gehört habe, obwohl sie 1 Meter von mir entfernt schlief und warum die Tür zu unserem Zimmer zu war. Macht ja nix. Wir sind gern schuld. Wir fahren auch bald wieder. Erstmal ne große Hunderunde im Wald...

 

Wir packen. 2 Hundebetten, Hundedecken, dreckige Hundetrockenrubbelhandtücher, Hundefutter, Hundefressnäpfe, Hundewasser für unterwegs, Hundeleckerlies, Hundespielzeug, Hundeleinen und den Koffer mit Klamotten ohne Geschenke.

 

Hui sind wir schnell. Hui knapp 3 Stunden und wir sind daheim. Erstmal raus das Revier checken. Joker aus dem Hunderudel treffen. Den LKW Fahrer doch nicht fressen. Und auspacken....

 

Ich brauch Urlaub. Muss morgen ganz früh arbeiten. Hunderunde um 6 Uhr morgens...

 

*gähn*

 

 

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Mi

05

Dez

2012

läufig sein

Hanga zu mager
Hanga zu mager

Unser Krümel Hanga muss noch essen, bevor man ihr einen Eingriff zur Kastration zumutet.

Ahhh, ich habs geträumt. Hanga war zu mager für eine Kastration, also kam sie unkastriert. Nunja es wird kommen. Es kam. Sie blutete. Windeln und Höschen wurde zerknabbert, aber wir hatten ja Fliessen, die man wischen konnte, pardon musste...

 

Es wird vorübergehen. Die 3 Wochen halten wir durch. Adam verhielt sich brav. Ist nicht ein einziges Mal aufgeritten. Der wurde offensichtlich rechtzeitig kastriert. Allerdings gab es im Hunderudel Naturburschen, die unsere schmale Hanga bedrängten. Adam ging quer, Adam stellte sich dazwischen, Adam schütze den Krümel. Es war nur Stress für alle Beteiligten. Deswegen entschieden wir dem Rudel eine Zeit lang fern zu bleiben. Schade für Adam. Kein rumtollen mehr mit starken oder halbstarken Knaben.

 

Gesagt getan, wir gingen zu unchristlichen Zeiten unsere Hunderunden und es war nahezu unmöglich irgendwann keine Hunde anzutreffen. Sogar vor 6 Uhr morgens liefen Hunde frei durch unser Jagdrevier. Taktisch klug wurden Strecke und Zeit ausgewählt. Wir hatten dennoch die ein oder andere brenzliche Situation. Vor allem im Halbdunkel der späten Nachmittage kam der ein oder andere Knabe über den Acker zu uns gelaufen. Mit fortschreitender Läufigkeit fand auch Hanga es super mit den Knaben anzubandeln. Ich war nur am Laufen, das schlimmste zu verhindern. 21 Tage. Das kann man doch schaffen.

 

Am Tag 25 der Läufigkeit stand fest, dass die Kleine ganz sicher ganz bald kastriert werden würde, wenn sie doch nur schon kräftiger wäre. Geschlagene 28 Tage lief das Blut und es brauchte weitere, um den lästigen Geruch der Begehrlichkeit loszuwerden.  

 

Adam war unwirsch. Keine Kumpels. Immer musste er von anderen Hunden fern bleiben. So oft angeleint. Der Abend kam, als ich plante dem Hunderudel entgegen zu gehen. Er hat es gerochen. Sobald die Haustür offen war schoss er los und war lange vor mir und Hanga beim Rudel. Wir sind gemütlich hinterher gelaufen. So sicher wie das Amen in der Kirche fand er seine Hundegruppe.

 

Hanga war dieser Tage besonders sensibel. Man durfte nicht zu laut schimpfen. Sofort löste das wildes entschuldigen und ängstliches Pipitröpfeln bei ihr aus. Selbst als man mit Adam meckerte. Sie sind so unterschiedlich. Dem Diggen kannst Du ne sprichwörtliche Axt in den Nacken werfen, damit er merkt, dass hier seine Aufmerksamkeit oder sein Gehorsam erforderlich ist, Hanga muss nur mit einem zu scharfen Nein konfrontiert werden und schon versucht sie zu beschwichtigen.

 

Es wurde wieder entspannter. Hangas Sensibilität kam zurück in recht normale Bahnen, Adam war wieder ausgeglichen. Egal. Wir kastrieren die Maus ganz bald bevor das nochmal vorkommt. Kastration ist Tierschutz.

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Mo

03

Dez

2012

Boden wischen

Adam im Wasser
Adam im Wasser

Ein schöner Mann sagte zu mir: Hunde hören nicht und machen Dreck. Ich antwortete ihm: Ja, das machst Du auch so und es war nie ein Grund Dich vor die Tür zu setzen.

 

Wir haben Fliessen, die kann man wischen. Naja sagen wir, die MUSS man wischen. Täglich 3 Mal. Immer wenn man die Gassirunde hinter sich hatte. Meine Hunde haben ein Nest aus Fell am Bauch, in denen sich der Schmutz sammelt. Der rieselt dann heimlich still und leise raus, wenn sie sich  ablegen. Bevorzugt in den Hundebetten, auf dem Sofa oder unter dem Schreibtisch. Auch gern da, wo man sonst nicht dran kommt.

 

Kennt ihr das? Manche Hunde sind dreckiger als andere. Adam hat auch immer dreckige Ohren, dabei säubere ich die täglich. Sobald er draussen war, sind sie wieder dreckig. Selbst auf asphaltierter Strasse sammeln die einen Matsch auf, dass ich mich immer wieder wundere, wo das herkommt. Adam hat wirklich lange Beine. Dennoch ist er immer bis zum Bauch völlig verdreckt. Täglich. Dieses Wetter ist nicht unser Freund. Ausserdem ist Adam ein Wasserjuncki. Oh ein Bach, gehen wir mal rein. Oh ein Regenauffangbecken, gehen wir mal rein. Täglich. Egal wie kalt.

 

Beide gehen duschen und ich rubbel sie mit nem Handtuck trocken. Dennoch wische ich wirklich oft. Wenn das nicht täglich geschafft wird, dann sieht es bald aus wie in einem Sandkasten. Lustig ist, wenn sich Adam dann auf den Rücken legt, alle Viere von sich streckt und laut ruft: kraul den matschigen Bauch, los kraul schon. Na sicher doch.

 

Ich bin müde des staubsaugens und wischens. Ich werde es wohl dennoch weiterhin tun. Bald ist besseres Wetter. Ganz bald hoffentlich.

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So

02

Dez

2012

Damenwahl

Hanga und Adam erkunden ihr neues Reich
Hanga und Adam erkunden ihr neues Reich

Hanga war da. Adam fand es super. Gemeinsam durchschritten sie das Büro. Ein bisschen aufgeregt war der Knabe im Haus. Hanga nur an einem interessiert. Essen.

 

Ich dachte es wäre eine gute Idee sie mit Wasser und Futter zu versorgen, nach so langer Fahrt. Das arme schwache Ding muss doch völlig erschöpft sein. Dachte ich.

 

Als ich die Tür des Küchenschrankes öffnete, hinter der sich die Futtervorräte verbergen, entsprang der zarten Seele ein Monster. Wie wild drängte sie alles und jeden ab, um auch nur einen Happen Futter zu ergattern. Sichtlich perplex klappte ich die Tür zu. So wird das nix. Noch mehr mag ich mich ungern zerkratzen und zerbeissen lassen.

 

Küchentür zu machen. Nachdenken. OK, leise und sehr vorsichtig Futter in die Schüsseln tun und dann getrennt füttern. Gesagt getan. Leise war nicht leise genug. Oh, Hanga kann Türen öffnen. ALARM! Noch mehr Kratzer und einen verwirrten Adam, der bislang dachte wir hätten keinen Mangel und es gibt nichts zu befürchten.

 

Waren das anstrengende Tage. Anfangs 5 Mal am Tag füttern. Kleine Portionen, weil sie die großen gleich erbrach. Wir bekamen langsam Ruhe in das Procedere. Als sich das nächste Problem anbahnte.

 

Durchfall. Was da rein muss, kommt auch wieder raus. Bei 5 mal füttern und Durchfall im Takt von 1,5 Stunden. Tag und Nacht. Nix half. Keine Kohletabletten, kein gekochter Reis, kein Durchfallmittel. Nach einer Woche hatte ich Angst, dass Hanga dehydriert. So kann das nicht bleiben.

 

Nur mit Hilfe von Metronidazol war es möglich dagegen zu wirken. Die kamen per Post und von Hundenfreunden. Gut sowas im Haus zu haben. Es wurde besser. Ich war nur sehr sehr müde. Weil ich nachts im Stundentakt das Haus verliess und auffällig viel den Fussboden gewischt habe. Macht ja nix. Sie ist stubenrein, nach 10 Tagen waren wir endlich durch. 10 lange Tage. Mit Pipitraining, Nachtwanderungen und ohne Schlaf.

 

Inzwischen bekommen die lieben 2 Mal am Tag Futter. Hanga hat zugenommen.

 

PS: Die Türklinke zur Küche habe ich vorsichtshalber nach oben angeschraubt. So gelingt es nicht mehr die Tür zu öffnen. Denn auch Backöfen in denen man vorgekochtes versteckt, sind ganz leicht mit einer Hundeschnauze zu öffnen. Überhaupt ist es sinnlos etwas vor Hanga verstecken zu wollen.  

 

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Sa

01

Dez

2012

eine Eva zum Adam

Hanga in der Tötungsstation
Hanga in der Tötungsstation

Aloha. Die ersten vier Wochen mit Adam waren... na sagen wir... AKTIV! Seine Hobbys waren umdekorieren der Wohung. Auffressen meiner Flipflops. Ein Topflappen starb auch. Reissverschlüsse an Jacken braucht niemand. Bälle sterben nie eines natürlichen Todes. Und wieso auf der Strasse vor SEINEM Haus überhaupt Leute lang gehen durften, ist ohnehin fragwürdig. Das mindeste was ihm zustand war die Weltherrschaft. Ich hab jeden Tag gefragt, ob ich nicht Antonia wieder haben kann. Ich habe verstanden, warum Adam ein Abgabehund war. Selbst die Chilischoten waren nicht scharf genug, um ihm vom Lebensmitteldiebstahl abzuhalten.

 

Mit viel Kraft, absoluter Unnachgibigkeit und viel Langmut habe ich konsequent jeden Fehler geahndet. Es ging ein wenig ruppig zu. Aussenstehende hätten meinen können, ich misshandel meinen Hund. Dabei bin ich nie grob geworden. Nur laut und scharf. Es war harte Arbeit seinen Respekt zu verdienen. Es war eine Menge Vorschussvertrauen nötig, um ihn da durch zu tragen.

 

Und dann nach 4 Wochen machte es klick. Wie ausgewechselt wurde aus dem Tyrann ein sanfter Riese. Fügsam, verschmust, fast ruhig. Ich war soooooo glücklich! Es machte Spaß Sitz, Platz und Bleib zu üben. Das Hunderudel hat er aufgemischt, aber auch Sozialkompetenz gelernt. Voll verliebt in meinen Hund, kam die Frage nach einer Eva. Naja wenn ich ohnehin einmal gehen muss, dann macht ein zweiter Hund auch nix. Sie müsste zu uns passen. Viel laufen wollen, jung sein, gern ein Schäferhund, die ja ohnehin Vermittlungsschwierigkeiten haben. Manche rieten mir ab, weil zwei Hunde gleichzeitig  zu erziehen doch schwerer ist. Manche bestärkten mich. Ich mochte nichts überstürzen.

 

Eine Malinois Hündin war im "Angebot". Die könnte passen. Klang nett. Aber dann kam ein Video herein. Youtube via facebook. Eine kleine Schäferhündin, supermager, in einem 1x1 Meter Käfig mit Lochboden. Krach um sie herum. Wimmern, jaulen, weinen, bellen und krächzen. Schrecklich. Sie hat in die Kamera gesehen und schon war klar, dass es diese wird. Gespräche mit der Pflegestelle der Mali Hündin ergaben dann die Entscheidung für die Kleine aus dem Käfig. Das ging so schnell. Wieder mit Pate, der die Kosten übernahm. Erst hieß es, dass ich weit fahren muss, um sie abzuholen. Wild organisierte ich schon die Unterbringung von Adam für diesen Tag. Aber es kam anders. Sie blieb eine Woche länger und wurde dann direkt vor unserer Haustier abgeladen.

 

Ich hatte ein Geschirr gekauft. In Größe M. Das war zu groß. 13 kg. Nur Haut und Kochen. Lange, sehr lange Krallen. Kaum Kraft und trübe, müde Augen. Adam brachte ich ins Haus und ging mit ihr eine kleine Runde. Geschäft machen und frische Luft nach der langen Fahrt schnappen. Ankommen. Wir trafen gleich das Hunderudel, mit dem Adam täglich unterwegs war. Die waren fasziniert von ihr, von ihrem Zustand, von der Situation. Viel Streicheleinheiten und kein Pipi. Naja egal. Gehen wir erstmal und lernen Adam kennen.

 

Adam machte das großartig. Ganz natürlich. Völlig ohne Eifersucht. Freundlich, fast zärtlich, sanft. Ich war noch mehr in ihn verliebt. Mein Adam ;-)

 

Wie sollen wir die Lady nennen? Eva wäre ja wirklich etwas plump. In ihrem Ausweis stand Hanga. Als ich sie rief, reagierte sie klar auf den Namen. Naja was solls. Dann heißt sie wohl so. Das ist der ungarische Name für Hannah.

 

Willkomen in Deiner neuen Hütte!

 

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Fr

30

Nov

2012

Nachfolge

Adam in der Perrera Gesser
Adam in Gesser

Daheim. Aus dem Fenster ist der frische Erdhügel von Antonias Grab zu sehen. Ich lenke mich ab. Klappe das Notebook auf. Teile der Welt auf facebook mit, was passiert ist.

 

Nur wenige Minuten später wird auf meiner Pinwand ein Bild gepostet. Ein namenloser, bildhübscher Schäferhund, dessen Tötungstermin zwei Tage später angesetzt ist. Keine Angabe wieso, keine Aussage zum Alter, zum Wesen oder zu irgendwas. Eine Perrera in Südspanien. Gesser. Soll schlimm sein.

 

Sein Bild wirkt so freundlich, sein Blick so wach und überhaupt nicht wie ein zu Tode verurteilter. Soll es der sein? Bin ich schon bereit zu so einer Entscheidung? Bitte lasst mich eine Nacht drüber schlafen. Ich bete, dass mir Gott den Wink mit dem Zaunpfahl verpasst. Wenn der, dann soll er es sagen.

 

Ich wache auf. Verschlafen greife ich nach dem Ohr von Antonia, die ich so gern daran gezupft habe, um ihr gleich danach zu sagen, dass sie als erste aufstehen und Kaffee kochen soll. Antonia ist nicht da. Das Hundebett neben meinem Bett fehlt auch. Gott, wie ist das still. Dabei war Antonia nie laut. Sie hat kein einziges Mal gebellt. Nur manchmal im Traum ein leichtes bluffen und schnaufen. So darf es nicht bleiben. Ein Hund muss her.

 

Die Gedanken fliegen. Wenn ich mich für einen entscheide, dann sind die Chancen für alle anderen schlecht. Wo ist die Not am größten? Der freundliche Hinweis auf den Schäferhundknaben von gestern erscheint erneut. Na gut, dann soll es so sein. 300 EUR. Puh die hab ich nicht rumliegen. Es gibt Paten. Ja ich würde gern Endstelle sein, dabei wusste ich nicht was ES und PS bedeutet. Ich musste mich aufklären lassen.

 

OK Gott, wenn dieser Hund, muss jemand bei den Kosten helfen. Tada, jemand half. Dann ist es wohl dieser. Wie geht es nun weiter? Erst einmal sage ich verbindlich zu. Namenloser, scheinbar jüngerer Schäferhund ohne Angaben zu irgendwas zieht bald bei mir ein. Ich freue mich, bin aber unsicher, wie nun alles werden soll. Egal, die Entscheidung steht. So bin ich nunmal.

 

Mit reichlich hin und her, welche Organisation ihn nun ausfährt und nach Deutschland bringt, spreche ich fast täglich mit der Perrera. Er kommt in die Quarantäne. Er wird kastriert, geimpft, entwurmt und irgendwie in Nordspanien zwischengelagert. Zeitweise bricht der Kontakt ab. Ich bleibe dran.

 

Er hat noch keinen Namen. Oder besser niemand kann mir seinen Namen sagen. Ich will ihm einen geben. Tagelang spiele ich viele Varianten durch. Keine gefällt mir wirklich. Er ist ein Knabe, den kann man nicht Antonia nennen und Anton wäre echt plump. Aber ein A soll es sein. Als Homage an die Grande Dame Antonia.

 

Der erste Name in der Bibel ist Adam. Ja genau. Er ist der Erste. Er sieht aus wie das Standbild und das Vorzeigeexemplar eines Deutschen Schäferhundes, dabei ist er ja quasi ein ReImport. Deutscher Schäferhund von Spanien nach Deutschland. Ja, Adam soll er heißen. Nun heißt es warten. Wann kommt er? Atonia ging am 13. Juni 2012. Adam kommt Ende Juli. Ich freue mich auf ihn. Ich nutze aber auch die Zeit, um Antonia gehen zu lassen. Schwere Tage so ganz ohne Hund. Sie sind bald vorüber.

 

Schon Gott suchte ihn und fragte. Adam, wo bist Du?

1. Mose 3,9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

 

Passender Song gefällig?

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