Mo

17

Nov

2014

Two and a Half Dog

Ich träume. Von einem kleinen Hund. Zwei Nächte hintereinander. Mittwochabend. Ich klicke mich durch die Seiten des Vereins, der auch meine Hanga gerettet hat. Komme ins Gespräch mit einer ehrenamtlichen Vermittlerin, die uns noch nicht kennt. Schnell wird klar, dass die kleine Schwarze aus einer ungesunden Situation in eine andere Hütte muss. Ja. O.K.


Sie kommt Freitag. NEIN: Ich arbeite. Nagut Samstag. Das ist gut. Als sie bei uns ankommt, ist sie sehr verstört. Traumatisiert. Lässt sich kaum anfassen. Macht sich vor Angst in die nicht vorhandene Hose. Sie zittert am ganzen Leib. Mit Mühe gelingt es mir ein Halsband anzulegen. Ein Geschirr ist weit weg.


Fressen geht nur zaghaft unter großer Angst aus der Hand. Schreckhaft kommt sie kaum zur Ruhe. Montag geht der Ernst des Lebens los. Sie muss mit ins Büro. Auf der grünen Decke von meiner Antonia  liegt sie rum. Man sieht nix. Man hört nix. Nur die Leine, mit der ich sie sicherheitshalber befestigt habe ich durchgeknabbert. Eine Woche dauert es und sie wird sicherer. Kennt die Wege, unsere Zeiten und meine beiden großen. Adam ist liebevoll interessiert. Hanga ist verstört. Sie hatte nicht geplant mich mit mehr Hunden zu teilen.


Gloria von Thurn und Tappsig. So ist ihr Name. Alle rufen Sie Glory. Was im wahrsten Sinne des Wortes herrlich zu ihr passt. Sie ist eine durchweg freundliche Hündin. Abwandlungen ihres Namens in Gloria von Turn und Moppsig entstehen, weil sie die Knabberstage vom Nachbarshund klaut. Alle Damen im Büro sind hin und weg, kuscheln, füttern, streicheln. Das ist wie im Boot Camp. Berührungsängste haben keine Chance sich hartnäckig zu halten.Sie muss überall mit. Die Spaziergänge auf der Wiese liebt sie sehr schnell. Da ist sie sich auch das erste mal mit Hanga einig. Beide lebten auf der Strasse und wissen wie man sich ernährt. Sie ist schnell, es quieckt und die Maus in ihrer Schnauze sieht nicht mehr so lebendig aus.


Glory geht mit uns schwimmen, fährt Boot auf dem See, reist im Auto mit uns durchs Land und trifft unser Hannoversches Hunderudel in Buxtehude auf ein langes Wochenende. Sie ist ne Woche in Bremen, 2 Wochen in Hannover und ein Wochenende bei Oma und Opa. Baut mit uns den Hundegnadenhof in Kyritz auf und ist ständig unterweg. Langweilig wurde es nie.


Die Leute kreischen links und rechts, oh die würde ich ja sofort nehmen. Ja. Aber ich würde sie nicht sofort geben. Glory braucht den August, um anzukommen, nutzt den September um sich zu probieren und ist ab Oktober im richtigen Training. Sitz. Platz. Hier.


Sie entwickelt sich sehr gut. Allein sie grenzt sich gern ab. Die Nachbarn fragen, habt ihr die Kleine schwarze nicht mehr. Doch. Die liegt aufm Sofa, im Tarnmodus. Sie frisst allein. Sie spielt allein. Am liebsten mit Mäusen, die sie im Garten fängt. Der Rasen ist hin. Die Bälle der Großen sind zuviel für sie. Kleine Bälle würden die Schäfis verschlucken. Am Hundestrand klatscht es zu sehr, wenn die wilden Schäfis durch die Fluten springen. Glory ist sensibel. Meckert man zu laut mit ihr, weil man den scharfen Ton der Schäfis dort anwendet, rührt sie dieses Stück Futter niemals wieder an. Morgens ziehe ich meine Schuhe an und die beiden großen springen fröhlich auf und laufen zum Auto. Glory ruft man 5-22 Mal. Glory nun komm. Glory hier. Glory wir müssen los. Langsam streckt sie sich und taumelt verschlafen zum Auto. Die kleine Nervensäge.


Sie geht jetzt mit in die Tagesbetreuung. So einen einfachen Hund, wie die kleine hatte sie ja noch nie. Man sieht und hört nix. Normale Menschen freuen sich über sowas. Ich weiß es besser. Was ich lange geahnt habe, muss nun wirklich ausgesporchen werden. Glory eignet sich nicht zum Dritthund. Sie kommt gut mit anderen Hunden klar, aber sitzt viel lieber auf dem Schoß eines Menschen. Sie braucht unglaublich viel Streicheleinheiten. Kriecht fast in einen rein, wenn man mit ihr kuschelt. Sie trödelt gern, ist gemütlich und würde am liebsten den ganzen Tag kuscheln. Auf dem Schoss. Wenn Du am PC sitzt, wenn Du auf dem Sofa sitz, wenn Du im Auto sitzt... egal Hauptsache eine Hand streichelt sie. Fast aufdringlich fordert sie das ein.


Hanga ist angezipft. Blöde Glory. Wenn ich einen Moment nicht hinsehe, geht sie und bufft die Kleine an. Glory kreischt als würde sie niedergemetzelt werden. Es klingt sehr dramatisch. Danach humpelt sie zur Sicherheit nochmal 3 Schritte, um auf ihre schlimme Situation hinzuweisen, die dringendes Kuscheln erfordert. Der Standardspruch dieser Tage ist: Wir lassen Glory leben, Hanga! Ich sehe mir das eine Weile an. Glory ist ne Schauspielerin. Noch bevor Hanga bei ihr ist, wirft sie sich auf den Boden und täuscht ihren dramatischen Tod glaubhaft vor. Ein bisschen lustig ist das. Aber kein Dauerzustand.


In der Tagesbetreuung werde ich angesprochen. Da sind Interessenten für Glory, die über eine Bekannte, die hier auch ihren Hund in der Betreuung hat aufmerksam gemacht worden sind. Über 2 und eine halbe Ecke also. Sie kommen. Sie sehen sie sich an. Sie verlieben sich. Sie schmusen, kuscheln, und streicheln. Nun muss ich wohl doch ne Vorkontrolle machen. Wir besuchen am Sonntag die Familie. Glory wirft sich aufs Sofa und ist angekommen. Dann muss das wohl so.


Ein Ehepaar mit einer fast 12jährigen Tochter freut sich auf den Familienzuwachs. Sie haben ihr ein Hundebett gekauft und ein Geschirr und eine Leine und überhaupt.... Beide arbeiten in der Pflege. Sie in den Zimmern und er als Pflegedienstleitung in einem Büro. In dem wird Glory ab morgen arbeiten. Sie beginnt ihren Dienst an einem Dienstag. Junge Leute, die in Pflege sind und ihre Haustiere nicht mitnehmen durften. Omis und Opis, denen es genauso ging. Ein 6er im Hundelotto. Kuscheln bis der Arzt kommt.


Ich packe ihre Sachen, und Glory ins Auto. Sie ist heute sehr trödelig und will direkt zwischen Lenkrad und mich auf den Schoss. Heute wird sie aus der Tagesbetreuung abgeholt. Wir sehen uns ab heute Abend ertsmal eine Weile nicht mehr. Das wird komisch sein. Hanga wird es als angenehm empfinden. Glory hoffentlich auch. Wir werden die kleine verträumte Trödelliese vermissen.


Glory bedeutet Herrlichkeit. Die darf sie jetzt im Pflegeheim versprühen. In jedem Zimmer. manche Dinge sind einfach gut geplant vom Chef. Alles gute mein Sofaritzenfüller.


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Mi

03

Sep

2014

Adam Hanga - zusammen unschlagbar

Woah. Uns gibts noch. Nur ein bisserl eingespannt derzeit. Der Gnadenhof Kyritz www.Gnadenhof-Kyritz.de hat uns ein wenig Engagement entlockt. Die kleine Glory ist ein Thema. Dann bin ich ja noch ständig arbeiten und die beiden sind in der Woche in der Tagsebetreuung. Aber wir wollten Euch dieses Video nicht vorenthalten.

 

Anfangs musste ich lachen. Adam, den Namen gab es von mir für meinen wundervollen, loyalen und so gehorsamen Rüden. Hanga, den Namen gabs von der Tötungsstation in Ungarn für meine entzückende, quickfidele Lieblingshündin. Zusammen sind die beiden unschlagbar gut! Ich bin so verliebt! Wir haben Rehe vor dem Haus Sie sind abrufbar mit nem Schlüsselklappern in der Jackentasche. Sie verlassen die Gassiwege nicht ohne Rückfrage bei mir. Sie sind so eingespielt und einfach toll! So großartige Hunde. Es sind einfach die besten.

 

Auf dem Gnadenhof zwischen lauter Hupen, sind sie die chilligsten, im Hundekindergarten die, die sich nicht von den anderen zu Rabaukereien anstiften lassen und daheim sind sie anhänglich, verschmust und so liebevoll miteinander und mit unseren (Hunde)Gästen jeder Größe und jeden Alters.

 

Ich kenne diesen Adam Hanga nicht, aber er ist wohl ein Knüller. Mein Adam und meine Hanga zusammen springen mindestens genauso hoch und treffen auch immer den Korb! Sehr präzise. Sehr engagiert und erfolgreich im Miteinander. Sowas kann man nicht planen. Aber genießen. Und das tun wir; wir genießen uns!

 

ADAM UND HANGA SIND DIE BESTEN!

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Fr

22

Aug

2014

Gastbeitrag von Birgit Lorz zum Thema Hundeernährung

Antonia knabbert Knochen
Antonia hat es geliebt zu knabber.

Birgit wohnt in Nordbayern – mit  4 Kindern und 3 Katzen. Ihr Hund, Lucy, ist vor ca. 2 Jahren verstorben und sie haben sichs einfach noch keinen Neuen holen können. Lucy hab ich mit „ganz normalen“ Trockenfutter gefüttert.

 

 

 

Veganes Hundefutter: Kann man einen Hund vegan ernähren?

 

 

Immer öfter hört man davon, dass Hundehalter ihre Hunde vegetarisch ernähren. Wie vegetarisch? Ist der Hund nicht ein Fleischfresser? Ist er. Allerdings stimmt diese Aussage nur bedingt. Ob man nun aber den Hund ganz ohne Fleisch ernähren kann?

 

Hundefutter in früheren Zeiten

 

Im Laufe seiner Domestizierung bekam der Hund nicht immer fertiges Futter vorgesetzt. Vielmehr erhielt er die Reste von den Tischen der Menschen, in denen sich nur in den seltensten Fällen Fleisch befand. Hunde wurden also bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich fleischlos ernährt. Der Hund ist also zum Omnivoren geworden. Auch in der Natur fressen zum Beispiel Wölfe, zumindest gelegentlich mal Obst oder Gemüse. Doch nicht alles, was natürlich ist, ist auch gleichzeitig gut.  Ein gutes Beispiel dazu hat Bianca dazu in ihrem Artikel gebracht.

Vergleich Hundefutter und Katzenfutter

 

Zur Ernährung von Katzen gehören zum Beispiel Mäuse und Vögel, im Dosenfutter befinden sich jedoch in der Regel Nebenprodukte von Thunfischen, Schweinen und Rindern, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind.

Das diese Nebenprodukte nicht vergleichbar mit der natürlichen Ernährung von Katzen ist, liegt wohl auf der Hand – doch ist bei freilaufenden Katzen noch niemand auf die Idee gekommen, diese vegetarisch oder vegan zu ernähren. Warum wohl? Weil die Katze, als Freigänger, sich ihre Portion Fleisch schon holen würde.

 

Unsere Hunde können aber nicht mehr selbst jagen – und sind somit auf uns als Futterlieferant angewiesen.

 

Argumente für veganes Hundefutter
Einige Tierärzte sind sogar der Meinung, dass die vegane Ernährung Hunden mit Haut- und Fellproblemen hilft. Auch Hunde mit einem empfindlichen Verdauungstrakt sollen von veganer Kost profitieren können.


Verfechter des veganen Hundefutters führen auch immer wieder, die in den letzten Jahren aufgetretenen Fälle von Ekel- und Gammelfleisch, an. Dieses Argument ist jedoch nicht zutreffend, da Hunde auch Aas fressen können, ohne dass sie Probleme bekommen. Der Grund liegt darin, dass Hunde über eine wesentlich stärkere Magensäure verfügen als zum Beispiel Menschen.

Was allerdings bedenklich ist, sind die Rückstände von Masthilfen, Medikamenten oder Antibiotika im Fleisch, die am Ende im Futternapf des Hundes landen.

 

Die Yarrah Bio Vegetarian Dogfood hat hingegen vegetarisches Hundefutter getestet und kam zu dem Schluss, dass es für einen gesunden und ausgewachsenen Hund kein Problem darstellt, auch über längere Zeiträume vegetarisch ernährt zu werden. Für Welpen in der Entwicklungsphase ist von einer solchen Ernährung jedoch abzusehen. Dabei stellt man fest, dass in dieser Logik etwas nicht stimmen kann. Einerseits brauchen Welpen Fleisch, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Ein ausgewachsener Hund jedoch nicht?


Argumente gegen veganes Hundefutter
Ein weiterer Punkt, der gegen veganes Hundefutter spricht ist der vergleichsweise kurze Verdauungstrakt des Hundes. Durch diesen Umstand bedingt, können nicht alle wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung heraus gelöst werden, was zu einer Mangelernährung führt.

Hunde sind und bleiben nun mal Fleischfresser – und sind auf Gemüse, Obst und Getreide maximal als „Beilage“ eingestellt.

 

Fertiges „normales“ Hundefutter
Untersuchungen der Stiftung Warentest haben ergeben, dass die meisten Hundefuttersorten eine sehr gute Balance aufweisen, was die Mischung der Pflanzen- und Fleischanteile betrifft. Auch die beigemengten Vitamine und Mineralstoffe waren ausgewogen.

Auch beim fertig gekauften Hundefutter gibt es jedoch „gute und nicht so gute“ Futtersorten. Hier sollte man sich vorher genau informieren – und bald stellt man fest, dass solche Hundefutter als „gut“ bezeichnet werden, die mehr Fleisch und weniger Getreide, Reis oder ähnliches aufweisen.

Denn auch bei den meisten Futterherstellern hat es sich „herumgesprochen“, dass ein Hund ein Fleischfresser ist – und genauso ernährt werden sollte.

Fazit:

 

Als Resümee kann man sagen, dass man seinen Hund artgerecht ernähren sollte. Und dazu gehört auf jeden Fleisch in der Nahrung – wenn man nicht sogar noch weiter gehen möchte: Ein Hund braucht zum Großteil Fleisch, wie es zum Beispiel beim Barfen angeboten wird.

Wer also selbst vegetarisch oder vegan leben möchte – kann dies gerne tun. Der Mensch als Allesfresser verträgt das auch ganz gut, wenn man auf einige Besonderheiten achtet. Der Hund aber als Fleischfresser kommt damit nur bedingt zurecht – deshalb sollte man sich bei der Anschaffung eines Hundes im Klaren sein, dass man – selbst Vegetarier – seinen Hund nicht dazu umerziehen sollte.
 

 

 

 

 

 

 

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Do

24

Jul

2014

Die neue Wirkungsstätte

Adam und Hanga ganz allein am Hundestrand
Adam und Hanga ganz allein am Hundestrand

Wir sind dann mal weg. Auf der Suche nach einem Haus, sind wir nun endgültig weg aus der alten Region. Wir haben ein Haus gefunden. Na sagen wir zwei Häuser. Wenn schon, denn  schon ;-) Diese Häuser sind heute aber kein Thema.

 

Wir sind in einer neuen Region. Manche Sachen bleiben gleich. Wenn man mit 2 Schäferhunden an den Hundestrand kommt, nehmen alle ihre Fiffis und Bellos auf den Arm und schreien schonmal panisch. MEINER WURDE GERADE ERST VON SOOOO EINEM GEBISSEN. Ja ne is klar. Aber nicht von meinen. Lasst Euch mal was neues einfallen. Dann haben Sie heute die Gelegenheit von innerer Heilung und Befreiung von unnatürlichen Ängsten. 

 

Ich bin ein wenig genervt. Die Hundehalter springen auf und verlassen empört den Hundestrand. Ein Familienvater tritt ganz nah an mich heran und raunt mir zischend zu, dass ich die Hunde anleinen soll und hier weg gehen. Jemand wie ich, kann solche Hunde offensichtlich nicht im Griff haben. Blöd jetzt, dass ich nach dem WARUM frage. Sichtlich angepisst verlässt die Familie mit Hund den öffentlichen Hundestrand.

 

DAS fängt ja super an! Augen zu und durch. Die verbleibenden Leute werden gefragt. Alle sind unsicher und nach und nach verschwinden sie. Wir sind allein am Hundestrand. Ein wenig deprimierend. Wo doch meine beiden friedlich spielen und wirklich sozial kompetent sind.

 

Wir laden alle Besucher und Neuzugänge ein und nach anfänglicher Unsicherheit versucht es der ein oder andere. Siehe da, die Hunde in allen Größenordnungen spielen friedlich und ausgelassen im Wasser. Abkühlung für alle. Am nächsten Tag sind wir nicht mehr allein. Man hat auf uns gewartet. Später kommt ein großer wilder junger und unkastrierter Rüde dazu. Man habe gehört hier wären Hunde mit denen man spielen darf. In der Hundeschule sei das ja verboten. Na klar. Kommt rein. Alles schick.

 

Im seichten Wasser stehen die Halter und werfen Stöckchen, Bälle und sonstige schwimmfähige Utensilien. Alle Hunde spielen und holen alles raus. Egal vom  wem. Hier wird geschwisterlich geteilt. Ich freue mich.

 

Am 4. Tag sind es sieben Halter, die sich lose verabredet haben, um mit uns zu spielen. Geht doch ;-)

Ob man sich nicht mal zum gassi gehen verabreden kann. Klar doch. Ist das jetzt fremdgehen? Unser Rudel im Norden von Hannover weiß noch nix davon. Wir werden das mal dezent ansprechen.

 

Ich würde mich freuen, wenn sich eine Gemeinschaft von Hundehaltern bildet, die über den Hundestrand hinaus in Verbindung bleibt. Offensichtlich sind wir doch nicht so abstoßend und scheinbar sind meine die liebsten von allen. Und da bestätigt sich wieder, dass Vorurteile sich nicht halten. Man darf sich einfach nicht verjagen lassen und sollte wissen wer man ist und wer man nicht ist. Liebevoll aber bestimmt sagen was man möchte und was man nicht möchte. Es findet sich dann alles von allein.

 

 

 

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Mi

16

Jul

2014

Gastautor Jorinde: Warum Tierschutz?

Besuch in der Tötung Nyíregyháza in Ungarn
Tötung Nyíregyháza in Ungarn aus der auch meine Hanga kommt

Auf facebook gelesen und für gut befunden. Es trifft den Kern. Deswegen heute der erste Beitrag einer Gastoutorin, die ich in der Arbeit mit PCAS kennengelernt habe. Inzwischen stellt die Dame eigenes auf die Beine, ohne Differenzen mit PCAS. Der Kontakt ist nach wie vor gut und sehr innig.

Alles Gute Dir liebe Jorinde alias No Art auf facebook.

 

WARUM TIERSCHUTZ?

 

Weil kein Lebewesen der Welt so auf sein Ende warten darf.

 

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich im Tierschutz ehrenamtlich arbeite. Oder wie ich das alles aushalten kann.


Das Leid, das Elend, den täglichen Kampf?

Richtig, Leicht ist das ganz und gar nicht.

 

Da ist auf der einen Seite das Leid der Tiere.
Egal, wo man als Mensch mit Gefühlen für andere Lebewesen hinschaut, sieht man Leid und Elend.

 

Ein kleines Beispiel hierfür ist für mich mein Besuch in der Tötung Nyíregyháza in Ungarn zum 2. mal im April 2014 (auf diesem Foto).


Die Tiere dort stehen in winzigen Käfigen oft monatelang und warten auf den Tod. Der Boden dieser Käfige besteht aus scharfkantigem Lochblech, die Gitter sind rostig. Sie stehen in ihrem eigenen Kot, die Käfige werden kaum öfter als einmal in der Woche gesäubert - wenn überhaupt.
Die Futternäpfe sind natürlich leer und die Wassernäpfe voll mit ihrem eigenen Urin.
Tageslicht gelangt kaum in die abgeschlossene Halle. Die große Schiebetür ist fast immer geschlossen.
Im Winter leiden die Tiere unter der starken Kälte, im Sommer unter der unerträglichen Hitze.
Einige Tiere von diesem Foto konnten gerettet werden, für andere kam jede Hilfe zu spät.


Einen weiteren Einblick findet ihr hier:

https://www.facebook.com/photo.php?v=485970364868045&set=vb.485955034869578&type=3&theater

 

Die Tötung ist schon wieder voll mit neuen Hunden.

 

Ein anderes Beispiel, welches ich nicht fotografieren konnte, da es mir nicht gestattet war, was ich jedoch niemals in meinem ganzen Leben vergessen werde, ist die Tötung Hajdunanas.
Wir erreichten die Tötung am Ende einer langen Sandstraße.
Von Außen sah man nur einen Zaun, bedeckt mit Bambus.
Über den Zaun hinaus ragte die Spitze einer kranartigen Hebevorrichtung.
Als das Gatter vom dortigen Mitarbeiter geöffnet wurde, musste ich auf traumatisierende Weise feststellen, wozu dieser Kran diente:
An einem Bein aufgeknüpft baumelte ein riesiger schwarzer Stier zur Hälfte in der Luft.
Der Oberkörper berührte dabei noch den Boden.
Vor diesem mächtigen Tier lag der abgeschlagene Kopf.
Die noch immer angstvollen Augen waren weit aufgerissen und starrten mich direkt an.
Die Zunge hing bis zum Anschlag aus dem Hals.
Rundherum die eingepferchten Hunde.
Warum sich gerade dieses Bild so sehr in meinen Kopf eingebrannt hat?
Weil es für mich zum Sinnbild der Verrohung des Menschen geworden ist.
Der Stier hing dort und verweste, als wäre er nur ein Stück Abfall.
Paradoxerweise verhungern die Tiere in der selben Tötung. Und niemanden interessiert es.

 

Nicht anders verbringen unsere Kühe, Schweine, Hühner und andere "Nutztiere" ihr trauriges "Leben".
Man muss also noch nicht einmal weit schauen.

 

Doch es sind Bilder wie diese, die auch antreiben.
Diese Tiere haben niemanden. Sie brauchen unsere Hilfe, denn nur wir können sie vor dem retten, was sie in diese scheinbar ausweglose Situation gebracht hat: Menschliche Grausamkeit.

 

Und das leitet auch zur anderen Schwierigkeit, der ein Tierschützer täglich gegenüber steht.

Seiner eigenen Spezies.

 

Wären es "nur" Tierquäler, wäre es schon schwierig genug.
Doch wenn man im Tierschutz arbeitet, lernt man schnell auch noch ganz andere Facetten kennen.
Begehst du auch nur einmal einen scheinbaren Fehler, wird man dir das niemals verzeihen. Man wird mit dem Finger auf dich zeigen und dich dafür bestrafen. Vollkommen egal, wieviele Leben du schon gerettet hast, begehe niemals einen Fehler, denn es wird sofort über dich gerichtet werden. Mit Vorliebe von den Menschen, die selbst noch niemals eine Seele aktiv gerettet haben.

 

Du wirst dich immer wieder mit dem schlimmsten aller Dämonen auf diesem Planeten und seinen schier unendlich facettenreichen Gesichtern konfrontiert sehen:
Dem Menschen.

 

Doch verliert nicht den Mut, liebe Tierschützer.
Haltet zusammen und denkt immer wieder daran, dass man nicht jedes Leben retten kann, doch für dieses eine Tier alles, was es hat: Sein Leben.

 

Am Ende sollte sich jeder eine Frage stellen:

Wir morden, wir stehlen, wir lügen und betrügen und das nur für unseren eigenen Profit oder gar zum reinen Zeitvertreib.


Kein anderes Lebewesen tut dies.
Was also gibt uns das Recht, uns so sehr über das Leben anderer zu stellen?

 

- Jorinde

 

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Fr

13

Jun

2014

Antonia - unendlich geliebt.

Antonia alt aber wertvoll
Antonia unendlich geliebt

Meine Antonia. Verstarb einfach so am 13.06.2012 Sie hatte ihren Lauf beendet.

Ihre Erben sind sehr agil. Sie wird dennoch vermisst.

 

Als im letzten Jahr das Gelände auf dem sie begraben liegt neu verpachtet worden ist, wurde ihr Grab gepflastert. Bagger sind auf ihr rumgefahren. Presslufthammer haben sie von oben bearbeitet. Das war unangenehm. Aber sie wurde tief genug schlafen gelegt. Nix passiert. Die Weidenkätzchen hat man abrasiert. Die Sommerwiese auf ihrem Grab mit unter die Pflastersteine verbannt.

 

Ich habe Triebe der Weidenkätzchen gerettet und gesteckt. Sie haben Wurzeln gebildet und werden irgendwann in unserem Garten; der Casa Antonia wilde Triebe schlagen. Wir haben quasi ein bisschen Antonia mitgenommen.

 

Sie war schon immer eine sanfte Revoluzerin. Die unfreundliche kahle Ecke mit Pflastersteinen und Baucontainern wirkt nun nicht mehr schön. Einzig da wo ihr Grab war, rankeln sich durch die Pflastersteine Mohnblüten und eine Kornblume. Ganz frech durch die geschlossene Steindecke. 

 

Liebe setzte sich eben durch! Du bleibst unendlich geliebt. Eines Tages sehen wir uns wieder.

Üb schön das Kaffee kochen ;-)

 

NACHRUF

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Fr

09

Mai

2014

Spieltrieb ausser Kontrolle

Adam und Hanga im Spiel vertieft
Adam und Hanga im Spiel vertieft

Beim Aufräumen des Rechner finde ich viele Bilder. Bevor sie verloren gehen, posten wir die doch mal schnell. Auf der Wiese am Haus. Im letzten Jahr. Inzwischen steht dort ein Container Lagerplatz. Wir wohnen nicht mehr dort. Und doch haben wir bleibende Erinnerungen.

 

Seht meine beiden wie sie ausgelassen über die Wiese springen. Sie jagen sich, sie kabbeln sich, sie beißen sich in den dicken Halskragen. Zimperlich geht anders. Aussenstehende könnten meine, dass es hier zu hart zur Sache geht. Zumal dies alles von wilden Knurrgeräuschen begleitet ist.

 

Alles schick! Die spielen nur! Und wie! Jeder darf mal unten liegen. Und Hanga ist zwar 10 kg leichter als der Dicke, aber bei weitem nicht so sanft wie eben unser Riesenbaby Adam. Die geht knallhart ran und legt den Brocken Hund auf die Erde. Er lässt es gern mit sich machen. Zielsicher sitzen die Zähne am Hals. Spielerisch wird erprobt wie weit man gehen kann.

 

Danach sind sie schön müde. Und da sieht man es wieder. Hunde sollten unbedingt Kontakt zu Artgenossen haben. Es lastet sie aus. Es ist artgerecht. Sie sind und bleiben Rudeltiere.

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Fr

09

Mai

2014

Tierschutz-Shop in Deutschland

www.tierschutz-shop.de
www.tierschutz-shop.de

Es gibt Menschen die bewegen was. Wir sowieso. Aber wir sind nicht allein. Es besteht bereits eine Zusammenarbeit mit dem Tierschutzshop in Österreich. Die machen 3 D T-Shirts. Wir haben auch eins und schon diverse verschenkt.

 

Die neue Zusammenarbeit traf mich im Stau. Auf der Rückreise vom Kunden zum Hundesitter stand ich eine kleine Ewigkeit im zähen Verkehr als ein Anruf mich erreichte. Klang gut. Erstmal genau hinsehen. Bitte Unterlagen per Mail senden. Gesagt getan.

 

Eine schöne Idee ist das.

Die Philosophie des Tierschutz-Shop ist einfach: wer Hunde- und Katzenfutter im Tierschutz-Shop bestellt, ermöglicht eine Spende von 10% vom Einkauf an den Tierschutz in seiner Region oder an einen Tierschutzverein seiner Wahl. Futter kaufen und Gutes tun im ersten Tierschutz-Shop in Deutschland.

 

Hätte von mir sein können ;-) Ist sie aber nicht. Da gehört eine gute Organisation rein. Eine super genaue Dokumentation und Erfassung aller Wirtschaftsvorgänge. Und wie ist das mit der Transparenz? Aha auch darüber haben sie sich Gedanken gemacht. Schön. Kann man alles nachlesen. HIER

 

Wie alle Projekte wird auch dieses sich entwickeln. Helft doch mit! Als erstes erbitte ich Kreditkartenzahlung ohne diesen Schreckensverein Paypal. Das BARF Angebot ist nett aber unsere zwei wichtigsten Futtermittel fehlen. Gleich mal nen Vorschlag machen. Da dort ja nicht selbst geschlachtet wird, kann man vielleicht die Zusammenarbeit mit meinen ohnehin genutzen Shops anregen. Machen wir doch glatt. ;-)

 

Nicht zu vergessen. Wir haben im Adoptions Ratgeber auch unseren Sempf dazu gegeben. Kann man Nachlesen. Das Thema --- Der jährliche Tierarztcheck für Hunde

 

Soweit von uns. Wir melden uns dann mit Neuigkeiten.

 

 

 

 

 

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Do

08

Mai

2014

Wenn die Hanga hechelnd humpelt

Humpel Hanga
Humpel Hanga

Hunde beim Hundesitter abgegeben. Sie fühlen sich wohl. Ist ja bald vorbei,nur ein paar Stunden. Ich hole sie ab und Hanga humpelt. Scheiße.

 

Am Wegrand lege ich sie ab und drehe sie auf den Rücken. Fühle die Knochen ab und suche nach Wunden oder Fremdkörpern an der Pfote. Nix. Hanga steht auf und hält eine Pfote in die Luft. Na ganz toll. Alle Rudelteilnehmer fragen, was hat sie denn? Keine Ahnung, heute morgen war da noch nix. Vielleicht ihr altes Leiden und Überlastung. Ich überlege umzudrehen und sie wieder ins Auto zu packen. Aber da flitzen die Hundefreunde vorbei und sie springt auf 3 1/2 Beinen hinterher. Scheint ja zu gehen. Wir probieren das mal.

 

Unabhängig davon hat sie die nächsten 2 Tage Ruhepause. Keine großen Wege, kein wildes Spiel, kein Radfahren. Leider auch keine Auslastung. Nützt ja nix. Sie verdreht die Wirbelsäule bei der Entlastung, läuft sichtlich schief. Na das müssen wir einrenken. Wenn das in zwei Tagen nicht weg ist, müssen wir einmal zur Physiotherapie die Blockaden lösen.

 

Es war nicht weg. 36 EUR und eine Stunde später geht Hanga wieder geradeaus. Sie entlastet trotzdem noch. Also machen wir die nächsten 2 Wochen langsam. Wieder Training bis nichts mehr zu sehen ist. Monatelang war nix zu spüren. Leider weiß ich nicht, was dies verursacht hat. Es bleibt abzuwarten. Immerhin haben wir mal wieder die Hunde-Waage in der Physiotherapie besucht. Adam muss weniger essen. ;-)

 

 

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Di

06

Mai

2014

Buddeln bis Australien

Adam und Hanga beim gemeinsam buddeln
Adam und Hanga beim gemeinsam buddeln

Gassi. Laaaangweilig! Schnüffeln hier, schnüffeln da. Rennen? Ne dürfen wir nicht. Aber ich könnte mal da ganz hinten gucken. NEIN. blabla Meckerfrauchen.

 

Oh was ist das. Riech. Schnief. Schnüffel. Oh das riecht aber gut. Was was was? Wo? Na hier!

Buddeln in Ekstase. Die Erde fliegt. Die Grasbüschel auch. Schnaufen. Kurz mal Luft holen und weiter. Abwechselnd. Der Kopf schon fast ganz drin....

 

Frauchen denkt. Blöd, wenn die da jetzt ein tiefes Loch buddeln. Aber kanns schon verstehen, ist ja auch laaaangweilig. Machen die das jetzt im Garten auch immer, wenn ich sie lasse? Egal. Lass buddeln. Machen wir mal Bilder. Sieht ja süß aus.

 

Oh super. Sie meckert nicht. Los lass mich auch mal. Wegdrängel. Schnief. Schnorchel. Hau ab. Das ist mein Buddelloch. Pfff. Angeber!

 

Habt ihrs? Ja also ähm, ne noch nicht ganz. Na ich gehe weiter. 50 Meter weiter vor. Gehts da hinten? Äh ja, jetzt aber schnell. Buddeln beendet. Wir gucken uns das Loch morgen an und machen es gegebenenfalls zu.

 

Dreckspatzen!

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Mo

05

Mai

2014

Hangas Geburtstagsparty

GeburtstagsHanga
GeburtstagsHanga

Geburtstag. Feiern wir nicht. Na gut Hangas Geburtstag. Den weiß keiner so genau. Das Alter ist geschätzt. Aber ich mochte das Datum, was in ihrem Ausweis zur Eintragung kam. 12.4.2010. Dann ist das ihr Geburtstag.

 

Ein Samstag in diesem Jahr. Die Gelegenheit den Garten einzuweihen. Alle Hundefreunde einladen. Und da waren sie. Tessi und Gina von den Gärten nebenan. Malle von der Bekannten, die auch manchmal sittet. Benji, der kleine Hengst aus dem zu heißen Wäschetrockner. Elli alias Froilein Rottenmeier unsere stimmgewaltige Pöbelfreundin.  Mein Dicker Adam natürlich. Und Filou und Sammy und Joker und überhaupt. Manchmal war auch nur Frauchen oder Herrchen da. Oder der Hund wurde vorbei gebracht zum gemeinsamen Gassi im Heidehaus.

 

Es gab Grillzeugs in Massen, Bier und Schnäppschen und jede Menge Ballspielen und rumtollen für die Hunde. Der Rasen....naja wenn man ihn so nennen will. Der eigentliche Rasen war gut besucht und alle sind wild durch die Gegend gesprungen. Ausser der Mann am Grill.

 

Später haben wir noch den Hundepool bzw. das große Loch, was mal Hundepool wird in ganz naher Zukunft, dazu genutzt ein Lagerfeuer zu machen. War eben ein beheizter Pool.

 

Schön wars. Adam hat am 12.07.2011 seinen Ehrentag. Höhö, dann feiern wir sicher wieder mit Hunden. Weil es so schön ist, müssen wir danach ja auch nicht nach hause fahren. Ist ja unser Garten mit Sofa und kuschliger Decke. Drinnen hätte es sogar ne Bar. Nur geht da kein Lagerfeuer und wenn das Wetter toll ist, na dann sitzen wir doch draussen. Die Bilder der singenden Frauchen und Herrchen ersparen wir Euch. ;-)

 

 

 

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Di

29

Apr

2014

Hundesitter Ahoi

Adam und Hanga; steigst Du da jetzt echt ins Auto ein?!
steigst Du da jetzt echt ins Auto ein?!

Hundesitter Ahoi

 

Eigentlich nehme ich sie immer mit. Eigentlich. Bei ganz wenigen Kunden geht das aber nicht. Dann sind da plötzlich 11 Arbeitstage, an denen sie 10 Stunden allein bleiben müssten: Das geht natürlich nicht. Dann müssen sie zum Sitter. Die Empörung steht in ihren Gesichtern. Wie Du willst jetzt gehen? Ohne uns? Das geht doch nicht! Doch. Tschüss.

 

Adam jammert wie ein Mädchen. Oh mein Gott wir werden elendig zugrunde gehen, wenn Mama nicht bald wieder kommt. Oh eine Taube. *bölk* Er ist empfindlich aber brav.

 

Hanga nimmt sich sehr zurück. Spielen eingestellt. Es wird gewartet. Geschäfte vor der Haustür. Nicht so gern. Kann man aufhalten. Sie wartet brav, aber leidet stumm und innerlich angespannt.

 

Umso größer die Pöbelei, wenn ich zurück bin. Da wird in meine Unterarme gezwickt was das Zeug hält. Ist ja auch ne Unverschämtheit von mir die beiden abzuschieben. Lass Dir nicht einfallen, das nochmal zu tun. Doch. Morgen. Und jetzt zack ins Auto zur Rudelrunde fahren.

 

Der Kofferraum noch nicht ganz auf, da knallt Hangas Kopf schon ans Metall. Zu früh reingesprungen. Hauptsache sie nimmt uns mit... als wenn ich sie echt irgendwo lassen würde. Sind doch meine Herzchen.

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Mo

28

Apr

2014

Verpisserin mit rabaukigem Helfer

Im Freilauf der Hunderennbahn
Gas geben Im Freilauf der Hunderennbahn

Hanga. Klein. Leicht. Lieb. Handzahm. DENKSTE.

 

Als Hanga ankam, war sie spindeldürr, erschöpft und soooo anhänglich. Sie wich nicht von meiner Seite. Jeder beneidete mich um diesen tollen und einfachen Hund. Ein gutes Jahr hat es gedauert. Hanga ist kerngesund. Wir gehen oft im Rudel spazieren. Das hat ihr viel Selbstbewusstsein eingeflösst. Sie kennt andere Hunde und Menschen. Sie ist in sich viel freier. Sie spielt, tobt und flitzt über die Felder. Aus der lahmen Ente ist eine blitzschnelle und super gescheite Hündin geworden, die ganz eigene Ideen entwickelt.

 

Leider sind das keine Ideen, die ich im Ansatz unterstütze. Nahe unseres Gartens halten sich extrem viele Rehe auf. Früher, war das nie ein Thema. Heute steht sie voller Anspannung am Zaun und verdichtet die Gerüche. Die Gier im Auge. Der Appetit auf der Zunge. Gegenwärtig kann ich sie kaum von der Leine lassen. Ein Auslasten ist extrem schwer. Ihr Kopf wird quasi niemals müde, ihr Körper irgendwie auch nicht. Eine Reizangel ist schnell gebaut. Viel Aufmerksamkeit. Denkspiele. Lässt man sie aus dem Auge, macht sie sich am Zaun zu schaffen. Wir haben diesen inzwischen zweimal repariert.

 

Offensichtlich ist die Erinnerung zurück, wie man sich als Strassenhündin ernährt. Sie kann jagen und sie würde es tun. Es scheint unmöglich ihr das abzugewöhnen. Ist ein bisschen wie Männern abzutrainieren hinter schönen Frauen herzuschauen. Hoffnungslos. Ich kann es ihr nicht so richtig übel nehmen. Sie ist im Naturell ein Beutegreifer. Nichtsdestotrotz geht das überhaupt nicht. Adam hat keinen Schimmer vom jagen und bisher auch kein Interesse. Der hütet lieber alles was sich bewegt in preussischer Ordnung. Angespitzt durch Hanga kommt er aber auch so langsam auf den Geschmack und entpuppt sich als rabaukiger Helfer der Ausbrecherqueen.

 

Beide sind wirklich verlässlich abrufbar. Ausser wenn ein Wildtier an uns vorbei läuft. Sofort setzt der Hetztrieb ein. Man hat keine Chance. Selbst an der Leine entwickeln die eine Kraft, dass ich manchmal ordentlich gegenhalten muss. Zur Sicherheit trage ich den formschönen Bauchgurt. Wenn wir das jetzt noch monetalang durchhalten müssen wird es spannend.

 

Stattdessen versuche ich daran konkret zu arbeiten. Der Gedanke war; kann ich sie nicht davon abbringen, dann muss ich sie lehren ein richtiger Jagdhund zu werden. Einer, der auf Kommando jagt und nicht allein losrennt. Einer, der nix anknabbern will, sondern brav Meldung macht.

Hanga hat eine Sicherheit entwickelt, dass ich da bin, wenn sie mal kurz abhaut. Geht gar nicht! Ich rüffele sie sehr oft. Wir lesen gerade das Buch Über den Beutetrieb zum Gehorsam: Hilfe, mein Hund geht durch! Konkrete Hilfe bei jagenden und wildernden Hunden von Gisell Schwan.

 

SEHR SCHÖN! Nix für Jedermann. Es bedeutet tatsächlich Arbeit. Fährten legen mit speziellen Duftstoffen. Dem Hund beibringen, dass wir Fährten nachgehen, aber nix fressen. Hanga arbeitet begeistert mit. Adam findet es einfach schön dabei zu sein und lässt sich ordentlich kraulen, wenn wir das Duftstoffverseuchte Stofftier finden und brav Sitz machen und Meldung geben. Auch wenn er nix damit zu tun hatte und einfach nur mitgelaufen ist ;-)

 

Wir sehen eindeutige Fortschritte. Sind aber noch nicht am Ziel. So eine Ausbildung dauert eben nicht nur 4 Wochen. Das ist alles noch ganz frisch. Wir werden weiter berichten. Sie ist ein sehr sensibler Hund, die schnell im Kopf ist. Es wird ganz sicher gelingen und macht auch ein bisschen Spaß. Aber da sieht man es wieder. Hunde brauchen Aufgaben. Bisschen Ball spielen reicht nicht.

 

 

 

 

 

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Mi

12

Mär

2014

Hundepension statt Büro

Kuschelattacke in der Küche
Adam und Meyla

Da sind wir. Geschäftsführender Gesellschafter verstarb. Ja wir übernehmen die Geschäftsführung. Eine Zeit lang. Darf ich die Hunde mitbringen. Klar kein Problem. Es sind große Hunde. Wir haben viel Platz. O.K.

 

Frauchen arbeitet. Am Schreibtisch. Viele Besprechungen mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Alle in einem Büro. Die Hunde immer dabei. Total der Therapieansatz.

 

Am Telefon sagen wir, nein nein wir sind kein Handwerksbbetrieb mit 25 Mitarbeitern. Wir sind eine Hundepension. Alle lachen. Meine beiden gehören zur Belegschaft. Der Schlachter im Ort bringt frische Schweinohren vorbei. Die Putzfrau Leckerlies und der Mann von der Telekom übt Sitz und Platz.

 

Alle versorgt. Wir stellen einen neuen Geschäftsführer ein. Er wird angelernt und noch eine Zeit lang unterstützt, bis wir wieder woanders sein werden. Der mag nun auch Hunde und zack ein kleiner Welpe muss her. Mischling aus JackRussel und irgendwas. Ein junge Damen names Meyla. Mit 12 Wochen kommt sie in unsere Tages-Hütte.

 

Sie kreischt wie eine wilde Sirene, als sie die beiden großen sieht. Schonmal prophylaktisch. Wie ich beim Zahnarzt, bevor er den Bohrer überhaupt angesetzt hat. Adam und Hanga interessieren sich nicht einmal für sie. Die brauchen ihren Büroschlaf. Mussten ja immerhin den neuen Garten überwachen und aufpassen, dass keine Katze diesen durchstreift. Ansonsten Bölkalarm! Gern nachts um 4.

 

Eine Woche hat es gedauert, da schmust die kleine mit dem Dicken. In der Küche heimlich angekuschelt. Entzückensrufe im ganzen Büro. Schnell ein Foto!

 

Eine weitere Woche da beisst sie ihm versehentlich mit den spitzen Welpenzähnen ins Ohr. Adam zieht nur die Lefze hoch und zeigt die hübschen weißen Beisserchen. Kreischalarm wie vormals bekannt.

 

Ab sofort wird das Interesse zu Hanga verlagert. Die fragt ständig bei mir ab, ob sie das überhaupt darf. Ja, darf sie. Na gut dann spielen wir vorsichtig. Nun kann man sich auch bei Hanga ankuscheln und schlafen. Nur die mag das gar nicht. Steht auf und geht weg. Spielen ok. Schlafen nö nö.

 

Alle vertragen sich. Friedliches beisammensein. Mittags gehts vor die Tür. Alles eingespielt. Nur Herr K. Also der wird gern mal gefressen. Von allen. Man siehts es ja nicht von draussen, aber wenn der über den Hof geht, gehts aber los. Adam und Hanga stellen ihn gleich. Da wird auch gezwickt. Er hat Angst. Im Büro ist alles schick. Auch mit Herrn K. Nur auf dem Hof, da hat dieser Mensch keine Berechtigung zu sein. Sagen meine Hunde ;-)


Wer weiß was sie denken. Wir habens im Griff. Es laufen täglich 25 Mitarbeiter durch die Räume. Ständig Kunden, Lieferanten und Co. Immer sind die Hunde dabei. Wenn mal einer nicht mag, wird die Tür kurz zugemacht. Sonst ist hier alles offen und jeder kann den Frust mal wegkuscheln. Therapiehunde eben.

 

 

 

 

 

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Mi

01

Jan

2014

Umzug mit Hund

Umzug live
Adam und Hanga fahren die letzte Tour mit
Wir sind umgezogen. An verschiedene Orte. Auf Deutschland verteilt. Ein Drama. Tausend Kartons. Ständig räumt jemand etwas. Irgendwie verschwinden nach und nach bliebte Möbelstücke. Wieso hat der Tisch unter dem ich gern liege keine Füsse mehr? Was geht hier vor? Weshalb gehen wir nicht mehr ins Schlafzimmer für die Nacht? Wo ist eigentlich unsere Schlafzimmer? Alles anders als sonst. Und dann tragen die Sachen raus, lassen uns im fast leeren Raum und kommen erst 3 Stunden später wieder.
 
Hanga schiebt Panik. Als Tierschutzhund ist sie ohnehin äusserst ungern allein gelassen. Sie hat Verlustängste. Vom ersten Tag an. Sie hält tapfer und schweigend aus. Aber sie ist innerlich extrem angespannt. Wenn andere sie gassi führen wollen, geht sie nicht mit. Pipi macht sie sowieso nur, wenn ich da bin. Da wird aufgehalten. Adam weint kurz, sieht seine Lage ein und legt sich schlafen. Er ist Hangas Ruhepol. Es wird vor der Tür gewartet.
 
Die Wochen in denen sich der Umzug abspielt, sind Stress für die Tiere. Sie lernen aber auch das auszuhalten. Abends muss es viel Zeit für Streicheleinheiten geben. Auch wenn ich sehr sehr müde vom vollen Arbeitstag und anschliessend Stunden des packens und räumens bin.
 
Am 23.12. sind wir endlich durch. Fahren zu Oma und Opa und ziehen einen Strich unter diese Ära. Schonwieder ein Ortswechsel. Aber ich bin da. Sie sind dabei. Alles ist gut.
 
Endlich spielen wir wieder mehr als 5 Minuten. Wir nehmen uns Zeit für ausgedehnte Spaziergänge. Werfen Bälle, Frisbies und Stöckchen. Liegen auf dem Sofa und kuscheln. Die Hunde genießen es. Ich auch. Einfach mal abschaltem.
 
Das Vertrauen von Hanga ist gestärkt. Ich lasse sie nicht alleine. Adam weiß das. Hanga braucht ab und zu eine Erinnerung. Ist eben ne Frau ;-)
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