Mi

28

Dez

2016

Jack - THE FRESS MACHINE

Weg war der Text. Die haben ein Update gemacht. Grütze. Egal. Hier nochmal.

 

Jack ist da. Als er ankam war ich noch unterwegs vom Kundenbüro nachhause. Die Hundesitterin nahm ihn an. Unsicher, Änsgtlich, kein Halsband. Erschöpft. Reingetragen.

 

Bedingt verträglich. So seine Gebrechen. NIX. Weder Gebrechen noch Unverträglichkeit. Ein sanfter und sensibler Hundemann mit wundervollem Gesicht und wachem Geist. Eine Orga muss sehr genau hinsehen und auf alle Eventualitäten hinweisen. Das haben sie getan. Aber ehrlich, stünde ich im Matsch ohne Schutz, bei Kälte und Nässe, hungrig und Angriffen ausgesetzt: ich wäre auch nur bedingt verträglich. Gut, dass er bei uns das Gegenteil beweisen darf.

 

Ein stinkendes Fellknäuel mit verfilzten Haaren und entzündeten Ohren. Klapperdürr. Die ersten 2 Tage verbrachte er im angrenzenden Gemeindehaus, was noch in Sanierung ist und leer steht.

 

Das Rudel hat ihn super aufgenommen. Allein es war ihm zuviel. Er erwartete mit jeder schnellen Bewegung Prügel. Von Menschenhand oder von anderen Hunden. Nix dergleichen geschah. Stattdessen Futter. 5 Mal am Tag. Stück für Stück ins Haupthause gelockt. Und es klappt.

 

Er ist eine Fressmaschine. Wir arbeiten uns mit Bürste und Schere durchs Fell. Jeden Tag ein bisschen mehr. Die Ohren bekommen Medizin. Er wurde vor 3 Wochen kastriert.

 

Seine gute Nase erschnüffelt jedes Krümelchen ganz hinten, hinterm Schrank. Phönies Bett wurde beiseite geschoben, um die darunter liegenden Reste zu finden. Er kann Türen öffnen, hat die Hundeklappe gleich gecheckt. Er holt Töpfe vom Herd und Kekse aus Taschen.

 

Mit anderen Hunden ist er sehr sozial. Ausser mit Herrmann. Dem potenten Dackelrüden vom Nachbarn. Wie der schon am Zaun steht und guckt. BOAAAH GEHT GAR NICHT. Da sind sich alle meine Hunde einig. Außer Hanga. Die mag kleine potente Draufgänger.

 

Jack geht sehr brav an der Leine. Bei Fuss wie in der Begleithundeprüfung. Mit Giant Flexileine, die locker 10 Meter Raum lassen würde. Aber akurat auf Führungshöhe. Das hat er mit Adam gemeinsam. Angeleint ist Arbeitsmodus. Ein typischer Schäfi.

 

Dieser bildhübsche Rüde schnüffelt mit Vorliebe. Das hat er mit Joshi gemeinsam. Jeder Busch wird angeschnüffelt und angepullert. Zur Sicherheit. Und sieht man die beiden nebeneinander, ist eins klar. Joshi ist alt. Jack nicht.

 

Die schlohweiße Schnauze täuscht das nur vor. In seinen Papieren steht der 1.6.2009. 7 Jahre. Maximal. Er blüht so auf und wird jeden Tag jünger. Er hat ellenlange Beine und liebt Spaziergänge. Gliedert sich großartig ins Rudel ein. Akzeptiert die Rangordnung. Ist super mit den Schafen und Menschen. Und das alles trotz dieser Erfahrungen. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse, sensibel, klug und so wesensfest. Absolut nichts fürs alte Eisen. Das ist eine Sportskanone. Der muss joggen. Sobald da mehr Muskeln dran sind.

 

Er lernt Sitz. Platz. Hier. Komm. Seinen Namen erkennt er. Er kommt gelaufen. Futter hilft sehr bei der Ausbildung. Er ist eine Fressmaschine. Kann man es ihm verdenken? Nein. Wir hatten Futter gekauft für jemand anderes. Ganze zwei Sack standen da noch rum. Die bekommt nun Jack. Er nimmt es dankbar an. Wir fühlen uns sehr beschenkt mit diesem wunderbaren Hundemann. Seiner Entwicklung sehen wir mit viel Freude zu. Wir werden berichten. 

 

Bis dahin singen wir leise in seiner Gegenwart diesen Song von James Brown...

 

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

 

Ging doch so, oder? ;-)

 

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Do

22

Dez

2016

Heilung is in the Air

Pupsie. Stinkie. Oder Phönie. So wird sie gerufen. Geruchlich eine Herausforderung. Ständig gesäubert. Gesitzbadet. Gebadet im Ganzen. Waschmaschinenladung an Waschmaschinenladung für ihre Unterlagen. Wir sind eingespielt. Nach inzwischen 6 OP Eingriffen mit Narkose in diesem Jahr und unzähligen Antibiotika Kuren, ist sie grad wieder fit. Saufrech. Putzmunter. Verfressen. Soweit so gut.

 

Allein der letzte Klinikaufenthalt hat Ihre Wundheilung wieder etwas zurückfallen lassen. Weil sie mehr gelegen hat. Auf den (Liege)Wunden. Weil die zusammengezogenen Teile sich wieder aufgeklappt haben. Es heilt. Langsam. Sehr langsam.

 

Antibiotika Resistenzen sind bekannt. Jetzt heißt es nach dem letzten wirklich schweren Infekt und 4 Tagen am Tropf mit Fieber und Schüttelfrost; Wiederherstellung des Immunsystems.

 

So gern die Klinik Geld verdient; wir haben's nicht sooo dicke. Zumal allein die Kosten für Physiotherapie mtl. bei 140 EUR liegen. Das ist zu wenig! Und nur für uns! Aber sie sind da. Kosten, die ich auch für Adam und Joshi trage. Ja. Hund müsste man sein ;-) Schön durchgeknetet und rundum versorgt. Ich hab ihr Biotin, Selen und Zink gekauft. Und Chlorella. Und Calendula. Und Öl. Und... ach, ganz viel.

 

Nicht falsch verstehen. Wir sind finanziell stabil. Aber nicht unerschöpflich. Das muss alles gut geplant sein. Und obwohl Phönie gern meine Schuhe frisst, kaufe ich grad mal besser keine neuen. Keine Sorge. Auch da reiche ich eine Weile. Ich neige zum Vorrat ;-) Eine richtige Frau eben.

 

Großartige Helfer haben Kosten und Geschenke an uns übernommen. Dafür mal ein Mega Dickes Dankeschön! Heute hatte ich unter dem Motto Pimp my Amazon Wunschzettel jedoch ein paar Blitzlichter, die ich online gestellt habe. Darunter Traubenkernextrakt.

 

Traubenkernextrakt wird aus dem Samen der Weinfrucht (botanisch: Vitis viniferae semen) gewonnen. Die kleinen Kerne, die so oft beim Essen der Weintrauben stören und heute teilweise ganz heraus gezüchtet wurden, haben es nämlich in sich: Sie stecken voller OPC, einem hochkonzentrierten Antioxidans. OPC (oligomere Proanthocyanidine) sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die die Fähigkeit haben, freie Radikale abzufangen. Damit haben sie eine ausgesprochen zellschützende Wirkung. Diese Wirkung lässt sich prinzipiell überall vermuten, wo freie Radikale Zellen angreifen können, also im gesamten Gefäßsystem, der Haut und den Haaren. Doch nicht nur antioxidativ und zellschützend, sondern auch entzündungshemmend und antibakteriell soll der Traubenkernextrakt wirken.
Weitere Inhaltsstoffe sind verschiedene andere Polyphenole, denen ebenfalls eine antioxidative Wirkung nachgesagt wird, sowie Gerbstoffe, die adstringierend (zusammenziehend) wirken, ein Effekt, der gerne zur Wundheilung und bei Entzündungen genutzt wird.

 

Bei Menschen werden 3 Tabletten pro Tag geraten. Phönie reicht eine! Ich möchte dafür sorgen, dass sie Antibiotikafrei bleibt. Gesund wird. Entgiftet. Den ganzen Chemiescheiß raus.

 

Unterstützen möchte ich das gern mit Artemisia annua. Der einjährige Beifuss ist eine asiatische Pflanze, die vor allem in China und Vietnam heimisch ist. Dort wird der einjährige Beifuss schon seit langer Zeit gegen fieberhafte Erkrankungen eingesetzt. Erst vor relativ kurzer Zeit haben Wissenschaftler entdeckt, dass der einjährige Beifuss sehr gut gegen Malaria wirkt, selbst in Fällen, in denen die chemischen Medikamente wegen Resistenzen nicht mehr wirken. Diese Tatsache hat weltweit grosses Interesse auf den einjährigen Beifuss gelenkt. In Verbindung mit Eisen wirkt es gegen jede Art von Parasiten! Auch resistente Keimstämme werden damit negiert. Super bei Krebs aber auch so extrem stärkend. Ab dem Frühjahr wächst das Zeug in unsrem Garten. Ich habe Samen geordert. Bis dahin müssen wir auf die Produktion von anderen zurückgreifen. Das Zeug ist wichtig. Damit möchte ich vor allem auch die Blaseninfektionen und eben residente Stämme niederringen. Alles selbst zu kaufen übersteigt jedoch spontan mein Budget. Deswegen steht es auf dem Amazon Zettel. Gar nicht so teuer. Aber die Ausgaben läppern sich eben doch.

 

Soooo. Google ist Euer Freund. Für die, die mehr über den gewünschten Stoff wissen möchten. Ich werde zum Zwecke des Geld Anschleppens zur Arbeit gezwungen und hab leider nur begrenzt Zeit. Jack ist unser neuer Freund. Der bekommt aber nen eigenen Blog an den Feiertagen.

 

HIER NUN DER AKTUELLE WUNSCHZETTEL!

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Olè!

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Mi

23

Nov

2016

Lebt denn der Adam noch?

Viele private Mails im Facebook. Ich klicke mich systematisch durch und arbeite ab. Da ist eine. Hallo Anke, habe gerade die Bilder von deiner Rolli-Hündin gesehen.....was hat der Hund für ne Vorgeschichte ? Lebt Adam eigentlich noch ?

 

Ähm. Ja! Der ist 5! Weshalb sollte der nicht leben? Schmusig wie immer. Nicht wegzudenken.

 

Mein Verweis auf unseren Blog hat hoffentlich Abhilfe geschaffen bei der weiteren Informationsbeschaffung. Mein Baby. Der Moppi. Stattliche 44 kg mit einer gewissen Präsenz. Der lizensierte Fremdkuschler. Der Mann für alle Stöckchen und Bälle.

 

Adam. Der immer treue Begleiter. Nie weiter weg als 20 Meter. Immer zwischendrin ankommen und abklatschen. Kurze Kuschelmomente beim Gassi. Bei Fuß ohne Leine. Ganz freiwillig. So ein geselliger Knabe, der es liebt in seinem Rudel zu leben. Die Damen bei uns tanzen ihm auf der Nase rum. Er lässt sich sooo unglaublich viel gefallen. Man könnte meinen der sanfte Riese ist das Paradebeispiel eines sensiblen Kraftpaketes.

 

Adam kann aber auch anders. Schafe gucken und im Zweifel auch sehr stringent jagen, sollte man nicht unterschätzen. Der Wandel ist perfekt, wenn sich ein Schaf oder die Ziege aus dem Gehege bewegt. Strategisch, klar und sehr scharf stellt er sie alle. Wenn man da nicht zwischengeht, gibt es Lammrippchen. Deswegen haben wir immer eine doppelte Sicherung zwischen Schafen, Ziegen und Hunden. Mindestens 2 Türen. Mit Sicherheitsriegel. Türklinken, kann er nämlich.

 

Man neigt so sehr dazu Adam zu unterschätzen. Er ist everybodys Darling und sieht so niedlich aus, wenn er schläft. Ich rate dennoch niemandem nachts auf unser Grundstück zu kommen. Ungefragt. Jemand der die Hand erhebt, wird sofort gestellt. Und dann sieht der nette dicke Junge aus Fell gar nicht mehr nett aus. Gott sei Dank sind solche Situationen absolut die Ausnahme. Der weit überwiegende Teil von Adam ist einfach süß und schmusig. Gutmütig, langmütig und einmütig. Mütig halt ;-)

 

Adam geht irgendwie im Rudel auf und unter. Er ist Magnet für Kinder, Nachbarn und alle die uns treffen. Er hat die Gabe unsichtbar zu sein und ist trotzdem immer dabei. Nie aufdringlich. Einfach angenehm.

 

Und obwohl er diesen Sommer eine schlimme Hautinfektion hatte, die wir Gott sei Dank gut überstanden haben, hat er sich von dem kräftezehrenden Infekt hervorragend erholt. Er frisst wie immer, reichlich und gern und hat wieder ordentlich zugelegt. Und obwohl ihm das schlank sein durchaus stand, ist er so einfach Adam. Der Moppi. Fürs Sofa gemacht.

Die Gutmütigkeit in Person. Er ist unser Ruhepol im Rudel. Einfach immer ausgeglichen.

 

Und er wird 100. Mindestens. Den bringt nix aus dem Gleichgewicht. Fels in der Brandung.

 

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Do

03

Nov

2016

Esmeralda neu Verphönt

Tag. Wir waren in der Zeitung. Und in der Tierklinik. Und nochmal in der Tierklinik. Bewegtes Leben. So auf 2 Beinen. Phönie hat nen neuen Spitznamen. Naja eigentlich ist es der Name, den ich rufe, wenn sie  meine Schuhe frisst. Esmeralda. Aus die Schöne und das Biest. Sie hat das Biest gefressen. Jetzt sind die Schuhe dran.

 

Nachdem sie weiß, die Probezeit ist sauber durch, sie hat Anstellung auf Lebenszeit, wird sie mutig. Schuhe aller Art. Gern auch mal Jackenfutter. Decken. Was man so kauen kann. Es ist klug ihr den Stock im Bett zu erlauben.

 

Wir wollten ihre Geschichte und ein bisschen von ihrem Tagesablauf veröffentlichen. Dazu liefen Gespräche und ein Interview relativ spontan mit der BZ. Der Fototermin am Folgetag musste allerdings spontan abgesagt werden.

 

Ausgesprochen viel Blut ergoss sich aus dafür nicht vorgesehenen Körperöffnungen. Naja vielleicht ne Ader geplatzt. Und nochmal. Nein, wir rufen mal beim Doc an. Die umliegenden Tierärtze hatten leider nicht den Ultraschall neben der Kaffeemaschine stehen. Da blieb nur die Klinik. Mist. 45 Minuten Fahrt und immer immer immer warten. Mit nem blutenden Hund ohne Hinterbeine. Der Fußboden hat jetzt auch Muster. Egal. Wir kamen endlich dran.

 

Ultraschall. Bauch rasiert. Grau mit Punkten. Sie liegt superbrav auf dem Rücken. Die Bilder zeigen schwarz dargestellte Flüssigkeit. Viel Flüssigkeit. Die Spritze durch die Bauchdecke holt dickes Blut aus dem Bauchraum. Tja. Kann ein Tumor sein. Kann ne Blutansammlung sein. Über Nacht muss sie bleiben. Das Risiko ist zu groß, dass die Blutung sich ausweitet und dann müsste ich wieder fahren und warten. Ich lasse meinen Pullover da. Der riecht nach mir. Komisch so allein im Auto.

 

Der morgendliche Anruf ergab, dass die Blutung deutlich abgeflaut ist. Aber nicht zu ende. Sie geht nochmal an den Tropf. Gegen Mittag fahre ich sie abholen. Wir diskutieren wild über Kosten. Ja. Kostet Geld. Bezahlen wir auch. Hab nur grad keine 350 EUR dabei. Wir haben Wochenende eine Sammlung und Überweisung würde nicht ankommen. Und nun? Hund da lassen und so schnell als geht ne Bank überfallen? Ich unterschreibe, dass bis Mittwoch alles bezahlt ist.

 

Dank sehr großartiger Menschen, die kleine und große Beträge direkt an die Klinik senden, haben wir die Auslöse rechtzeitig parat. Es kann weitergehen. Wir haben für den 1. November eine Gewebeentnahme und Blasenspiegelung vereinbart, um mal genau zu gucken. Narkose. Die 6. in diesem Jahr. Nützt ja nix. Es wäre nicht zu verantworten hier nicht genau zu prüfen. Ein langer Vormittag im Büro und die erlösende Nachricht. Sie ist wach. Munter und piselt die Box voll. KEIN TUMOR. Hach sehr schön!

 

Sie zieht noch ein wenig NACL durch die Vene und ich hole sie abends ab. Mit warten. Ist ein neues Hobby von mir. In der Tierklinik warten. Eine bedröppelte Phönie wird in mein Auto getragen. Naja die Vorderbeine laufen. Anheben findet sie doof. Nur der Pöter wird in der Luft gehalten. Immer dabei der Kong. Darf nicht fehlen. Man muss sich an etwas festhalten. Der Geruch von Kneipentour erfüllt das Auto. Ich habs ein bisschen vermisst. Sie liegt. Entspannt. Wir fahren.

 

Daheim. Tür auf. Blick raus. ZUHAUSE: Yihaaaaaaaaaaaaaaaaaa. Sie springt aus dem Wagen und rutscht in den Garten. Den Kong parat. Attacke. Erstmal alles alles alles angucken. Der Regen ist ihr total egal. Mir aber nicht. Noch ne Verkühlung holen ist mal grad gar nicht. Also rein mit Dir! Dann malt sie halt hübsche Hinternmuster in Schlangenlinien über die Fliesen. Ich werde wohl gleich nochmal wischen.

 

Bedröppelt ist hier keiner mehr. Von wegen Schmerzen, müde und langsam. Die Rakete ist wieder da. Ich füttere und sie schlingt alles gierig weg. Ein Rinderohr zwischen die Backen und alle kommen runter. Es ist nach 22 Uhr. Ich bin müde und muss morgen wieder um 5 raus. Freitag bringen wir noch ne Pipiprobe weg und gucken wie es um resistente Keine und deren Freunde steht. Esmeralda Phönix Müller ist munter wie immer. Sie kennt keinen Schmerz. Ihr Rutenstummel hat Winterfell und sie ist glücklich daheim.

 

Mit ein bisschen Drama haben wir alles richtig gemacht. Sie ist voll integriert. Thront im Kinderbett. Ist Rennrollifahrer und Spielzeugeinfänger.

 

Wer uns etwas helfe mag ist eingeladen Amazon zu durchstöbern. Adresse ist hinterlegt. Danke

 

https://www.amazon.de/gp/registry/wishlist/1FND30VEUDMB3/ref=cm_wl_list_o_0?

 

 http://www.bz-berlin.de/berlin/umland/die-traurige-geschichte-der-zweibeinigen-huendin-phoenix

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Do

20

Okt

2016

Wischen, Waschen, Cremen

Der Slogan dieser Wochen lautet Wischen. Waschen. Cremen.

 

Phönix ist drinnen. Tagsüber genau wie nachts. Zu geplanten Zeiten geht sie raus. Spielen und Rollifahren. Aber draussen ist es gegenwärtig etwas schattig mit Dauerdusche. Und obwohl Phönix dort liegt und durch bibbernde Zähne versichert, dass sie ganz bestimmt nicht friert, erlaube ich ihr nicht, sich dauerhaft im Garten aufzuhalten.

 

Sehnsüchtig denke ich an die Zeiten, als Pipi und Poo auf dem Rasen gelandet sind. Das Gras wurde gegen graue Fliesen ausgetauscht. Ihr Bett muss mindestens 3 mal täglich frisch sein. Liegenbleiben ist nicht so ihr Ding, weshalb wir häufig wischen. Es sieht ein bisschen aus wie bei einer riesigen Schleimschnecke. Lustige Wirbelmuster auf dem Fussboden. Und obwohl sie anfangs gar nicht drin sein wollte, genießt sie nun die wohltemperierten Innenräume.

 

Morgens sind um ihr Bett kleine braune Kügelchen mit leicht angetrockneten Schmierstellen. Die sind auch in Phönix. Also gilt es; Erst den Boden wischen. Dann den Hund waschen. Und dann den Bobbes eincremen. Und wenn Du nicht aufpasst, und sie mit frisch eingecremtem Hintern die Zinkoxidsalbe auf den Fliesen verteilt: ja dann musst Du halt nochmal wischen.

 

Das Gute: Phönie kann nie leugnen, dass sie in der Küche war! Allerdings riecht man das auch. Damit der Raumduft nicht Au de Pipi heißt, wird von morgens bis zum Schlafengehen geputzt. Da Phönix eine echte Künstlerin ist, finden sich Rückstände auch an Stellen, die technisch gar nicht erreichbar sein sollten. Da mag man rufen; Scheiß die Wand an. Machen wir natürlich nicht. Diskret wird die Latexfarbe abgerubbelt. Der Dampfreiniger pustet sich voran und die innerlichen Augen rollen, während das Hirn unermüdlich nach Lösungen sucht, die allen das Leben erleichtern. 

 

Wir haben dankenswerte Helfer, die uns Produkte über den Amazon Wunschzettel zukommen lassen. Dennoch bleibt es Arbeit. Man hat gut zu tun. Bald steht das Kinderbett, welches sie nachts begrenzt und die Morgentoilette erleichtert. Eine Matratze wird sich finden. Molton Unterlagen verhindern, dass zu schnelle durchsuppen. Aber auch davon haben wir besser zwei.

 

Bei Phönix muss man schnell sein. Während der Kong quer durch den Garten fliegt, muss aber ganz schnell Ihr Bett abgezogen werden. Wieder fliegt ein Ball. Und schnell wischen. Hui, warte ich muss frisches Wasser holen. Ach PHÖNIE! Du solltest da noch nicht wieder drauf. Naja der Ball fliegt. Wischen wir nochmal. Unsere Schleimschnecke leistet mit Vorliebe Arbeit auf frisch gewischtem Terrain. Soviel Dekadenz muss sein. Wir haben sie trotzdem lieb. Sogar Hanga. Aber pssst das wisst ihr nicht von mir!

 

 

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Mi

19

Okt

2016

Joseph Müllerhuber

Joshi auf dem Wachplatz vor der Tür
Joshi auf dem Wachplatz vor der Tür
Joshi. Sein voller Name ist Joseph Müllerhuber, Dienststelle für organisiertes Schlafen. Unser Opi. Das Klappergestell aus der Tötung. Ausgedient und entledigt. Als er im April zu uns kam, wusste ich nicht, ob er es schafft. Tatsächlich hat er sich sehr stabilsieirt. Und entschieden noch ne Runde zu drehen. Die Sommertage hat er genossen. Im flachen Wasser abgekühlt und das Rudelleben in vollen Zügen eingeatmet. Wenn er freudig springt wie ein staksiges Kalb, sieht das sehr lustig aus. Es resultiert aus Rückenleiden und Arthrosen an vielen Stellen. In der feuchtkalten Zeit merkt man das. Es gibt gute Tage und weniger gute. Wenn wir unsere Morgenrunde gehen, kann man schon an der kleinen 4 stufigen Treppe vor unserem Haus sehen wie es den müden Knochen geht. Runter gehts langsam und irgendwie seitlich gedreht mit Gleiteffekt. Der ehemals stattliche Rüde hat aber sicher 35 kg, die ich nicht spontan hebe. Er läuft mit. Manchmal die ganze Runde. Manchmal bis vor unser Haus und legt sich dort ab. Warten bis wir zurück sind. Joshi ist sehr sensibel. Den Rücken an der Heizung findet er großartig. Er frisst nur wenn keiner guckt. Oder wenn ich den Napf halte. Dieser Hund hat nie erlebt, dass man sich für ihn einsetzt. So schön zu sehen wie dankbar er Unterstützung annimmt. Bei der freudigen Begrüßung aller Hunde ist er immer dabei. Schafe anbellen ist sein Ding. Einfach mitmachen und glücklich dabei sein. Joshi hatte im Knott Test Herzwürmer als Diagnose. Die haben wir 6 Monate behandelt. Müssten weg sein. Wir werden im Winter mal ne Kontrolle veranlassen. Aufgrund des Alters und Zustandes haben wir jedoch eine sanfte Methode gewählt und nicht die chemische Rundumschlagkeule. Die hätte er nicht verkraftet. Einmal in der Woche bekommt er Physiotherapie. Die Gelenke mobilsieren. Die Verspannungen weich machen. Und ganz bald wird er mit einem Mäntelchen Gassi gehen. Die Rückenwirbel sind nur sehr wenig bemuskelt und liegen auch unter dem Fell fast frei an der frischen Luft. Da geht es nicht ums hübsche Aussehen. Nur ums Warmhalten. Auch wenn ein richtiger Schäferhundmann sowas eigentlich nicht trägt. Es ist wie bei uns Menschen. Die Knaben sind etwas wehleidiger als die taffen Ladys. Macht nix. Dafür sind sie zuckersüß. Und haben herzzerreißend süße Schlafpositionen. Für Joshi wünsche ich mir einen kuschligen Winter und einen tollen Frühling danach. Wir haben ihn einfach lieb.

 

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Mi

05

Okt

2016

Phönix Silberpfeil

Da sind wir wieder. Silber. Wach. Und immer in Bewegung.

 

Solange es ging, waren wir schwimmen. Das hat ihr wunderbar gefallen und großartige Verbesserung bewirkt. Sie schwimmt wie eine Wasserratte. Mit und ohne Weste. Wobei ich sie nicht gern ohne Schwimmweste starten lasse. Gefährlich weit draussen, wäre es denkbar schlecht, wenn die Kraft sie verlässt. Und Phönix ist ein klein bisschen größenwahnsinnig. Ein klitzekleines bisschen aber nur.

 

Wir müssen nun wieder mehr Bodenarbeit absolvieren. Der wichtigste Aspekt der letzten Wochen lautet: Phönix ist NICHT GELÄHMT! Volle Empfindsamkeit ist wieder hergestellt. Zu traurig, dass sie beide Beine und die Rute verloren hat. Die Arbeit im Wasser hat es mehr als deutlich gezeigt. Beide Hinterbeine arbeiten voll mit. Die kleinen Stummel wackeln wie ein Entenbürzel mit. Als würde sie laufen. Links. Rechts. Links. Rechts. Marschieren durchs Wasser.

 

Die Muskulatur um die Stümpfe hat sich extrem gut entwickelt. Der Rücken ist wieder gerade, weil das Rückgrat beidseitig bemuskelt ist.  Die wöchentliche Physiotherapie zeitigt hervorragende Früchte. Das gezielte Muskeltraining und die Bewegung geben ihren Anteil dazu.

 

Als im Juli ihr neuer Rolli da war, wirkte sie darin verloren. Dünn. Schlapp. Unwillig. Ihr solltet sie heute sehen. Immer ist sie die erste zuhause. Einparken auf dem Hundekissen hat sie hervorragend drauf. Sie wetzt um die Kurven. Über Hügel, Baumstämme und Abhänge hinunter. Nur aufwärts, da fordert sie Hilfe an. Sie überholt rechts. Ohne blinken. Ein Rolliraudi. Phönix steht voll imLeben. Und der Rolli ist inzwischen an der ein oder anderen Stelle schon deutlich enger. Sie hat gut an Gewicht und Muskulatur zugelegt.

 

Ihre Wunden heilen. Die einst weit mehr als 12 cm breiten Liegewunden sind nun bereits bis auf unter 7 cm zugeheilt. Es geht langsam voran. Aber haltet die silberne Rakete mal ruhig. Momentan arbeiten wir am Winter. Die Nächte werden kühler. Schwimmen gehen ist nun nicht mehr so einfach möglich. Die Rotlichtlampe ist ihr Freund.

 

Wir basteln an einem Geschirr, dass sie noch besser unterstützt. Wir denken auf einer Winterunterbringung herum. Im Büro ist es schlecht. Phönix nervt sich schnell auf und dreht dann völlig am Rad. Sie braucht Raum für Ruhe und hat gezielte Zeiten der Beschäftigung. Also ab ins alte Gemeindehaus nebenan. Zu den Hundetagesgästen. Holzdielen. Pfff joah. Mit Pipi drauf und Poo in den Ritzen auch nicht sooo der Knaller. Wir sind dankbar für Ideen.  Oder jemand sponsort PVC Belag, den wir in einem Zimmer auslegen können. Pflegeleicht. Mit Dämmung drunter. Und Phöniesicher.

 

Kostet nur wieder Geld. Alles in allem ist ihre Genesung recht kostspielig. Sie wird inzwischen in Teilen von uns gebarft, schnörpeselt jeden Morgen ihren Putenhals und knabbert fröhlich am Rinderknochen. Sie futtert bei uns mit. Logisch. Die Wärmelampe geht den ganzen Tag. Mhh Aloha Stromrechnung. Die Waschmaschine ist inzwischen schwer lediert. Ne neue nicht im Budget. Egal.

 

Es ist soooo schön wie die Heilung vorangeht. Wir sind jedoch noch nicht fertig. Eine Kastration steht sicher an. Allerdings erst im Februar/März. Ich möchte ihr keine OP zumuten. Sie hatte in diesem Jahr schon 5 davon. Wir behalten die Blutwerte und die Gebärmutter aber im Auge. Das zickt etwas rum. Phönix war offenkundig mehrfach tragend. Sie hat Zitzen, da passen viele Hunde dran. Und sie sind benutzt. Ihre letzte Läufigkeit hat sie abgebrochen. Ich bin sensibel für solche Krankheitsbilder. Und Phönix ist schutzbefohlen. Ich schütze sie. Gelegentlich auch sehr massiv gegen Beführworter der Tötung. Niemals gebe ich sie in Hände, die ihr nicht das bieten können, was sie braucht. Sie ist unser Silberpfeil. Und ein großartiges Zeugnis, was man bewirken kann, wenn man sich investiert.

 

Unabhängig davon haben wir den letzten Sack Futter angebrochen. Das Nassfutter ist bereits seit Wochen leer und wird von mir privat aufgefüllt. Unsere Silberspray und Zinkoxiddosensprays sind fast aufgebraucht. Der Hundenapf von ihr ist eine kleine Plastikschüssel aus unserer Küche. Bisschen angeschreddert von ihren spitzen Zähnen.

 

Es wird Zeit Phönix nicht einfach nur zu pflegen. Ich möchte ihr gern einen eigenen Napf hinstellen. Nix provisorisches. Ihr solltet sie sehen, wenn ich ihr Futter anmische. Tausend kleine Zusätze, die die Heilung fördern. Es klappert und rührt. Ihr Gesicht lacht. Du kannst die Rute wedeln sehen. Auch wenn diese gar nicht da ist. Aufgeregt dreht sie sich im Kreis und rutscht mit dem Hintern hin und her. Gewissenhaft rutscht sie durch den Garten und sammelt alle liegengebliebenen Knochenrückstände ein. Zur Sicherheit. Sie knabbert abends auf ihrem Bettchen. Langmütig und friedlich. Das ist eine gute Beschäftigung. Viel besser als an Wunden zu knabbern.

 

Phönix fühlt sich sichtbar wohl. Sie ist glücklich. Und wir haben sie sehr lieb gewonnen. Aus Pflichtbewusstsein und diszipliniertem Einsatz ist aufrichtige Freundschaft geworden. Heute regnet es stark und andauernd. Ich werde sie reinholen. Ihr im Büro ein Bett richten. Die Putzfrau kommt morgen. Mal sehen was ich mir anhören kann ;-)  

 

Wir haben den Amazon Wunschzettel neu gefüllt. Um Unterstützung sind wir sehr dankbar. Leider sind Futter und Co. nicht aus dem Discounter. Unsere Grundversorgung fand im Juni statt. Hat bis Anfang Oktober gehalten. Es wäre großartig wenn an dieser Stelle Entlastung möglich wird. Ein herzliches Dankeschön an alle Phönie Follower. Sie ist ein Knaller. Aber beißt Euch, wenn ihr zu nah an ihr Reich kommt! *lach* könnt ihr mal probieren.

 

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Do

15

Sep

2016

Michel und der Zahn des Hundes

Michel von Limsdorfberga

Das ist Michel. Die westafrikanische Zwergziege im Kastratenmodus.

 

Michel hat vor nix Angst. Bisschen doof. Denn die Schäferhunde haben auch keine Angst vor ihm.

 

Michel steht gern auf Motorhauben von Autos. Weil sich die Hecke von oben einfach viel besser frisieren lässt. Über Zäune kann er drüber weg und drunter durch. Da ist er ganz flexibel.

 

Er kam zu uns, weil er als Spielkamerad für einen 5 jährigen Knaben nicht recht tauglich war. Da er die Qualifikation zum Gras futtern mitbringt, wurde er kurzerhand im Team Gras aufgenommen. Dort arbeiten derzeit der schwarze Peter, Brain, Rebecca und Mercedes als 4er Schafteam. Mittendrin Michel. Halb so groß. Doppelt so frech.

 

Letzte Woche Donnerstag fand er mal wieder das Gras an einer anderen Stelle grüner und entwischte aus seiner doppelt gesicherten Tagesaufgabe in der Wiesenpflege. Direkt vorbei an Hanga, die nach kurzem irritiertem Blick mal schnell in den Rücken gepackt hat, um ihn aufzuhalten. Ich stand sprachlos daneben. Laut quakend saß der Schreck tief. Hanga hat ob meines bösen Blickes direkt den Rückzug angetreten. Da stand er. Auf den Arm genommen. In Sicherheit gebracht. Wunde angeguckt. Naja wird sicher ein blauer Fleck aber er war nach 10 Minuten wieder munter und wollte zurück zu den Team Kollegen. Zinkoxidspray drauf. Das wird wieder.

 

Montag siedele ich die Schafe um, damit sie den aktuellen Fressplatz gnadenlos ordentlich halten. Michel leckt sich die vermeidlichen Wunden. Das dichte Ziegenhaar schiebt sich beiseite. Ui die Wunde lebt. Da rufen wir mal zur Sicherheit den Herrn Doktor an. Und die Dominique. Äußerlich unberührt ging er mit seinem Team zum Grasjob. Und ich fuhr zu dem meinen.

 

Die telefonische Auskunft war spannend. Glatter Durchbiss! Was?! Ja! Einmal die Haut gepierct. Bitte täglich spülen. Ich habe Penicillin dagelassen zum spritzen.

 

Hammer. Michel ist jetzt rasiert. Jeden Morgen laufe ich nun mit eine Jod/Wassermischung in lauwarm und zwei großen Spritzen ins Schafgehege und spüle das durch. Findet er doof, aber es wird mitgearbeitet. Als ob er ne Wahl hätte. Spritze an der Wunde ansetzen. Abdrücken und flutsch auf der anderen Seite wieder rausschießen lassen. Zweimal. Mindestens.

 

Allein die Penizillinspritze ist kacke. Auf einem Stuhl packe ich ihn mir auf den Schoss und versuche eine Hautfalte zu finden, in der es ihm nicht weh tut. Weil er sich so fest spannt, ist das aber gar nicht so leicht. Naja Morgen früh nochmal. Dann sind wir da auch erstmal durch.

 

Michel macht das alles nicht viel aus. Der geht jeden Morgen in den Schafstall mit mir. Und normal wieder mit auf die aktuelle Tageswiese. Trocken Brot und Äpfel helfen ihm sehr ;-)

 

Hoffen wir, dass er sich gemerkt hat: Die Zäune und mindestens 2 Türen zwischen Michel und den Hunden sind zu seinem Schutz. Nicht, weil er was verpasst. Wir gehen jetzt mal fest davon aus, dass Haar über die Sache wachsen wird. Bei Hanga Haare auf den Zähnen. Bei Michel Haare auf dem Rücken.

 

Michel von Limsdorfberga
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Di

23

Aug

2016

Mein Mädchen

Das ist Hanga Charlotte Viktualia Rollgardina Pfefferminz Langohr. Mein Mädchen.

 

Sie kam so klapperdürr. 1 Jahr hat sie gebraucht bis sie endlich durchweg gesund war. Sie ist mein Bodyguard. Eifersüchtig. Treu. Und ein Kasperkopp. Allerdings nur wenn keiner guckt.

 

Für andere ist sie eine Kröte, die Gouvernante, die immer den Spaß verdirbt, andere Hunde zur Ruhe auffordert und schon mal mit der Zahnleiste bei anderen durchsetzt, was ich anordne. Ungefragt. Sätze wie; Hanga, wir lassen sie leben! Hanga lass es! Hanga hier! verdeutlichen das. Was kaum einer wahrnimmt ist die Feinheit, mit der sie jede meiner Anordnungen umsetzt. Sie ist gehorsam durch und durch. Nie würde sie mit jemandem mitgehen, den sie nicht kennt. Aus dessen Hand essen sowieso nicht.

 

In diesem Jahr kamen 3 Hunde. Gina, Joshi und nun Phönix. Und alle brauchen Führsorge, Pflege Aufmerksamkeit. Ich kann in Hanga`s Augen sehen, wie schwer es ihr fällt mich zu teilen. Jeden Tag. Und dennoch macht sie dies mit größter Verlässlichkeit. Sie lässt Phönix leben. Respektiert, dass sie mehr Aufwand benötigt. Wartet unglaublich brav bis sie dran ist. Nachts darf sie bei mir schlafen. Die Zeit reicht nicht für ausgiebige Touren mit dem Rad. Die Energie von mir nicht mehr, sie mit Bällen durch den Garten zu jagen. Wir liegen einfach nebeneinander. Und schlafen. Sie ist treu und entgegen ihrer Natur sehr geduldig. Im Wald kann ich sie von springenden Rehen scharf zurückrufen. Ich musste mit ihr soviel härter trainieren. Sie war das schwierige Kind. Dafür ist sie jetzt die Verlässlichkeit in Person. Das Investment hat sich sehr gelohnt.

 

Ich habe ihr versprochen, dass wir Zeit einplanen. Nur für uns. Ich achte sehr darauf, dass niemand zu kurz kommt. Hanga weiß das. Ohne mir Vorhaltungen zu machen. Dafür liebe ich sie. Sie bleibt mein Mädchen.

Do

21

Jul

2016

Das Phönix

Phönix. So wurde sie genannt. Berechtigt. Phönix aus der Mythologie, ein mythischer Vogel, der aus seiner Asche immer wiedergeboren wird.

 

Also diese Phönix ist ein komischer Vogel. Aufstehen kann sie auch. Wieder und wieder.

 

Die internen Namen reichen von Phönhilde über Phönie und Phönator. Je nachdem was der komische Vogel grad schonwieder für Blödsinn im Kopf hatte.

 

Bitte versteht mich nicht falsch. Sie ist wundervoll. Nur eine Nervensäge. Ohne Ausschalter. Mit dem Durchhaltevermögen eines Phönix.

 

Vielleicht habt ihr die Geschichte verfolgt. Autocrash. Straßengraben. OP's, Halter, die sie nicht mehr wollen. Ausfuhr aus Rumänien bis zu uns auf Pflegestelle. Wir kämpfen gegen durchgeweichte Hundebetten, Durchfall, Pankreatitis, Giardien, offene Wunden, Windeldermatitis und einen schrottigen Rolli den es gratis dazu gab. Sie gedeiht. Nimmt zu. An Kraft, an Lebensmut, an Freude. Sie fährt Rolli wie ein Profi-Rennfahrer und es geht ihr sichtlich besser. Soweit der romantische Teil.

 

Die Bilder der glücklichen Momente bewegen viele Herzen. Unsere auch. Die Kommentare in den sozialen Medien sind freundlich, begeistert und dankend. Soweit so gut. Bei Sätzen wie; "Ich bin verliebt!" Möchte ich am liebsten drunter schreiben; "Aber nicht verheiratet!"

 

Ich bin auch ein bisschen verliebt. In diesen Handwerker, Anfang 30, der umsichtig und gutaussehend meine Gartentore streicht. Seine Socken wasche ich trotzdem nicht.

 

Fern ab der bildhaften Romantik, kommt hier der Einblick in das reale Leben.

 

4.30 Uhr aufstehen. Na sagen wir 4.35 Uhr. Phönix aus ihrer Begrenzung herausheben und auf den Rasen tragen. Blase entleeren. Ball wegwerfen und ganz schnell nach oben laufen, um ihr Bett von den durchweichten Inkontinenz Unterlagen und Decken zu säubern. Während dies im Akkord geschieht, robbt Phönie zurück. Schnell noch einen Ball werfen. Zeit schinden. Auf dem feuchten und weichen Gras robbt sie kontrolliert und entleert den Rest der Blase sowie den ein oder anderen Köddel.

 

Das Bett ist mit frischen Unterlagen beklebt und versorgt und eine frische Decke liegt auf. Der Vorbereich ist mit Chlorix gewischt. Und wenn man dann ins Haus geht, um frisches Wischwasser zu holen, liegt sie schonwieder in ihrem frischen Bett. Nicht willens es zu verlassen. Die 3stufige Treppe steigt sie auch mit 2 Beinen hinauf und rutscht über die glasierten Fliesen der Terrasse in ihren Bereich. Richtig. Ihren Bereich. Die anderen Hunde werden angepault, wenn sie zu nah dran vorbei gehen.

 

Geschenkt. Meine 3 Schäfis wollen ihre Runde. Bekommen sie. Wir gehen ungekämmt und müde mit einem Hauch von Eau de Pipi an den Klamotten durch das Dorf. Am Feldrand entlang und gucken den Sonnenaufgang an. Der Zeitungsmann steigt vom Rad und verabreicht allen 3en ihre LeckerlieRation, die ja absolut Pflicht ist.

 

Zurück. Ich füttere meine Hunde außerhalb von Phönies Sichtweite. Inzwischen ist es fast 6 Uhr. Möge die nächste Runde beginnen. Die Bewegung hat den Darm der zweibeinigen Hündin aktiviert. Sie hat Kot abgesetzt. Inzwischen in kleinen überschaubaren Dosen und nicht mehr flüssig und übelriechend. Gummihandschuhe an. Los geht's. Absammeln. Wegputzen. Nochmal wischen. Ganz die Poo Managerin.

 

Während der Vorbereich ihrer Ecke trocknet, nimmt Phönhilde ein Sitzbad in Tanolact. Nicht ganz freiwillig, wie sie freundlich aber bestimmt zu erkennen gibt. Hinwerfen. Pfoten ausstrecken und bloß nicht anheben lassen. Da kenn ich nix. Die inzwischen 23 kg werden direkt hochgehoben und mit dem nackten Hintern ins warme Wasser gesetzt. Ich setze mich neben sie und halte sie fest. Stillsitzen ist generell nicht so ihr Ding. Streicheln, schmusen. 10 Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie steigt alleine aus der Schüssel und legt sich auf eine alte Decke aus der Nacht, die noch halbwegs trocken war. Dort muss sie noch 5 Minuten ausharren. Gewöhnlich schießt nochmal etwas Kacki nach. Und dann kommt das Babyfeuchttuch zum Einsatz. Gut. Du darfst zurück auf Deinen Thron.

 

Inzwischen ist es halb 7. Ich füttere ihr Spezialfutter mit Zusätzen und einer DiaTab. Während sie frisst creme ich ihr die Wunden ein und versorge die Baustellen mit Salbe und Co. Findet sie doof. Nützt aber nix.

 

Ich trage die Wäsche der Nacht in den Keller und räume die letzte Waschmaschine aus, die in

der Nacht lief. Aufhängen. Neue Maschine füllen, anstellen. Jetzt ziehe ich die

Handschuhe aus. Ich gehe ins Bad und wasche mich. Ich tausche das Eau de Pipi

gegen Addict von Dior. Die dreckigen Jogginghosen und Gummi Flipflops gegen

Hochhackige.

 

Oh noch 5 Minuten. Jetzt aber los. Hunde einsperren. Schafe aus ihrem Gehege in den aktuellen Futterbereich locken. Türen zu. Nochmal alle Transfertüren checken und dran rütteln. Hunde wieder rauslassen. Jetzt aber. 5 Minuten drüber. Kein Kaffee gehabt. Kein Frühstück. Vorbei am Terrassentisch, der bis oben hin voll ist mit Phönie Zubehör. Stapel von Inkontinenzunterlagen, Windeln, Decken, Handtüchern, Cremes und Feuchttüchern. Schön ist auch anders.

 

Ich bin raus. Für 12 Stunden. 1,5 Stunden zum Job. 9 Stunden im Büro und 1,5 Stunden zurück. Unsere

Freundin vor Ort übernimmt. Gott sei Dank. Allein kannst Du sie nicht lassen.

 

9 Uhr der nächste Unterlagenwechsel. Je nach Wetter wird sie nach vorn geholt. Dort hat sie ein zweites Lager. Wir haben es umzäunt. Nicht ohne Grund. Houdinis kleine Schwester pöbelt gern mal rum und springt aus der Umzäunung, um sich beim nicht autorisierten Robben die Wunden aufzuschubbern.

 

Sie ist bellfreudig. Ein beherztes und robustes „Halt die Backen Phönie!“ schallt über das Gelände. Sie lernt. Langsam aber stetig. Der Rolli wird angeschnallt. Sie bekommt eine Extra Runde. Noch mehr Hintern säubern. Noch mehr Wäsche waschen.

 

Wenn ich zurück bin, müssen meine 3 Knaller vor die Tür. Inzwischen nehme ich sie im Rolli mit auf Tour. Wir haben dasselbe Spiel vom Morgen noch einmal.

 

Zurück. Meine Hunde füttern. Phönie versorgen. Sitzbad. Hundebett. 22 Uhr. Vielleicht auch 22.30. Ich dusche und lege Klamotten für den nächsten Tag heraus. Heute war nix romantisch. Vielleicht der Sonnenaufgang. Den Sonnenuntergang hab ich verpasst.

 

Ich gehe an den Rechner und arbeite die Mails ab. Gleich Mitternacht.

Ich muss dringend schlafen. Kurz vor 4.30 Uhr ist Hanga zur Stelle und erinnert

den Wecker, dass er gleich klingelt. Ich lese wie verliebt die Menschen in diese tollen Hundeaugen sind. Ja. Schön leicht, so vor dem Rechner.

 

Weshalb schreibe ich das? Nicht als Klage. Das Schicksal mit diesem Pflegehund ist selbst gewählt. Allein, ich hab den Aufwand unterschätzt. Phönix ist eine großartige Hündin. Ein Dickkopf sondergleichen. Gerade läufig. Sie stellt Autoritäten gern in Frage. Nicht unfreundlich. Aber unbequem.

 

Mit anderen Hunden ist sie verträglich. Phönix muss aber geführt werden. Sie ist kein Hund, der nebenbei mitläuft. Den Text hier schreibe ich im Büro. Immer mal wieder Absatz für Absatz. Die Zeit würde sonst nicht reichen und es steht außer Frage, dass diese Zeitspanne von der Zeit mit den Hunden abgezogen wird.

 

Ich bin der robuste, nüchterne Typ Mensch. Verliebtheit hat schon in Jugendzeiten Kopfschütteln bei mir ausgelöst. Es gibt etwas weit wertvolleres als Schwärmerei. Diese Momente, wo mir der Hund sein Vertrauen und seine Liebe schenkt. Ganz aufrichtig. Ohne Falschheit. Die stillen Momente. Tiefe Liebe. Wenn Dir morgens der Kopf auf dem Schenkel abgelegt wird und sie Dich dankbar und wissend ansehen. Dieser Blick, der sich bei Dir entschuldigt für all den Stress, den Aufwand und die Mühe. Der Blick der gleichzeitig soviel Dankbarkeit zeigen kann, wie es Menschen unmöglich ist.

 

Ich bin dankbar für die 2 Damen, die helfen. Die das Leben genauso wertschätzen und sie nicht in ihren Pipi liegen lassen. Es bleibt harte Arbeit.

 

Der Aufwand wird weniger. Wir spielen uns ein. Sie kann länger Pipi halten. Feste Futterzeiten und fester Stuhl ermöglichen Planung. Ich werde dennoch sehr dankbar sein, wenn Phönix ihr Für Immer Zuhause gefunden und bezogen hat. Aber eins ist sicher. Nur wenn die neuen Eltern dies alles wissen und trotzdem ein eindeutiges Ja zu Phönix finden, egal wie unromantisch es an manchen Tagen sein wird. Nur dann lasse ich sie ziehen. Niemand, der genervt von Einschläfern redet. Niemand, der nach 6 Wochen feststellt, dass der Hund sofort wieder weg muss, weil es mehr Arbeit ist, als gedacht und weil Phönix einmal herzlich bellt. Nur jemand, der bereit ist sie zu pflegen. Sie zu erziehen und mit ihr zusammenzuwachsen.

 

Dieser Hund braucht eine Aufgabe! Auch mit 2 Beinen hält sie Schafe in Schach. Sie kann sehr genau sagen, was sie will und was eben nicht. Sie wird nicht den ganzen Tag teilnahmslos in der Ecke liegen. Sie möchte ernst genommen werden. Und wir wollen das auch. Diese kleine Nervensäge hat die beste Versorgung verdient.

 

Phönix kann nicht Danke sagen. Nicht zuletzt weil sie immer was zwischen den Backen hat. Bälle, Teddys, Rinderohren. Was halt grad so im Angebot ist. Das Danke kommt wenn Du während der Säuberung ihres Liegeplatzes aus dem Augenwinkel siehst, wie sie sich glücklich im Gras wälzt. Satt, bewegt,

zufrieden. Phönix ist treu. Ein Treuhund. Wir geben Sie nur in TreuHAND!

 

Danke für allen materiellen Support. Danke für Zuspruch. Ich schreibe dafür nicht mail an mail. Das bringe ich Phönie bei. Die sucht ja noch eine Aufgabe. Weiß nicht wie lange es dauern wird, bis sie es kann....

 

 

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Fr

15

Jul

2016

Behalt das Leben lieb

Ein Text von Jorinde Leonhard.

 

"Beklage dich nicht über die Dunkelheit. Zünde eine Kerze an."
Konfuzius
...
Phönix Geschichte.

Irgendwann einmal waren da Menschen, die einen kleinen Hund kauften.
Niedlich, verspielt, hübsch anzuschauen oder einfach die günstige Alarmanlage für den Hof.
Genau weiß dies niemand. Denn ein Hund kann nicht für sich sprechen, wir können nur versuchen, ihn zu verstehen und das aufzuzeigen, was in seinen Augen denen verborgen bleibt, die nicht richtig hinschauen.

Wie auch immer ihr Leben seinen Lauf nahm, es vergingen einige Jahre.
Jahre, in denen sie vermutlich niemals das Grundstück verließ, auf dem sie lebte.
Denn alles, was außerhalb dessen ist, scheint sie nicht zu kennen und macht ihr Angst.
Dabei ist sie sicherlich schon an die 5 Jahre alt.
Und doch spielte man mit ihr Ball, gab ihr Spielzeuge und streichelte sie.
Denn all das kennen Straßenhunde nicht. Familienhunde schon.
Phönix liebt das Spiel mit Ball, Kuscheltier oder was auch immer sie zwischen die Zähne bekommen kann.
Und sie kuschelt. Zärtlich und vorsichtig drückt sie dabei ihr Köpfchen gegen den Menschen.
Es ist ihr vertraut.

Doch dann muss dieser eine vermeindliche Tag gekommen sein.
Der Tag, an dem ihr weiteres Schicksal seinen Lauf nahm.
Sie geriet unter die Räder eines Autos.
War sie weggelaufen? Passierte es beim Spaziergang?
Hatte man sich ihrer entledigt zuvor?
Dieser Unfall verletzte ihre Wirbelsäule und ihre Hinterläufe so schwer, dass sie fortan gelähmt ist.
Eine Zeit lang schleppte sie sich so durch die Straßen Rumäniens.
Als Tierschützer sie fanden, hatte sie sich bereits ihren einen Hinterlauf größtenteils selbst amputiert.
Sie muss versucht haben, sich des Gewichtes zu entledigen.
Am Ende ihrer Kräfte brachte man sie in eine Klinik, die sie wieder und wieder operierte.

Und man fand ihre Besitzer.
Doch diese hatten kein Interesse mehr an Phönix.
Verstoßen also, weil sie fortan anders ist, besonders.
Weil sie nicht mehr der Norm entspricht.
Weil sie mehr Arbeit macht.
Weil sie kein Mitglied der Familie ist.
Denn um diese sorgt man sich - egal, was mit ihnen geschieht.
In guten, wie in schlechten Zeiten.

Fortan lebte sie also über 3 Monate in einem Käfig in der Tierklinik.
Die Ärzte hatten natürlich keine Zeit, sich intensiv um sie zu kümmern.
Bis Claudia sie entdeckte und zusammen mit Amicii Dog Rescue versuchte, einen Pflegeplatz für sie zu finden.
Außerhalb Rumäniens.
Man packte sie kurzerhand ein und machte sich mit ihr auf die lange Reise nach Deutschland.
Aus einem geplanten Zwischenstopp, wurde ihr neuer Päppel-Platz.
Das Zuhause von Anke, wo wir wiederum zur Zeit uns zur freundschaftlichen Hundebetreuung befinden.

So begegnete ich also Phönix zum ersten Mal vor 3 Wochen.
Ich betrat die Terrasse und sah dieses klapperdürre Ding, scheinbar vollkommen ohne Hinterleib, auf einer Decke liegen.
Mein erster Gedanke war definitiv:
"Liebst Du noch Dein Leben?"
Die Vergangenheit meiner Schwester Marie Jennifer und meiner eigenen über alles geliebten Hündin Nasuc haben mich gelehrt, dass wir niemals die Entscheidung treffen können, welches Leben leben darf und welches nicht, ohne dieses Lebewesen persönlich kennen zu lernen.
Die Zeit hatte ich mehr als intensiv, 12 Stunden täglich, 7 Tage die Woche in den vergangenen 3 Wochen.

Phönix hat den Autounfall, die Amputation und die folgenden Operationen nicht nur überlebt.
Sie will leben!
In ihr steckt das Herz einer Löwin.
Die vergangenen 3 Wochen hat sie für mich in die Welt hinaus gebrüllt, dass sie jemand ist.
Dass sie ihren eigenen Dickkopf hat, einen starken Willen und jede Menge Mut, sich durch alle Schwierigkeiten zu kämpfen.
Wer wären wir gewesen, dieses kostbare Lebewesen seines Lebens vorzeitig zu berauben?
Sie hat ein Recht auf ihre Freiheit und soll dafür jede Unterstützung bekommen, die sie braucht.
Zum ersten Mal läuft sie hier frei:
https://www.facebook.com/thisis.noart/videos/vb.1018747263/10208016209335908/?type=3&theater

Dieser Artikel plädiert für mehr Wertschätzung eines jeden einzelnen Schicksals.
Niemand kann ein Urteil fällen, ohne das betroffene Individuum zu kennen.
Zu schnell sitzen wir vor unseren Bildschirmen und glauben, es besser zu wissen.
Wir sind der Meinung darüber richten zu können, wer leben darf und wer eben nicht.
Doch das sollte denen überlassen werden, die bei diesen Tieren sind. Die ihre Augen sehen.
Niemals sollte über das Leben eines anderen entschieden werden, ohne ihn zu kennen.
Egal, ob Mensch oder Tier.
Die Dunkelheit siegen zu lassen, sollte immer die allerletzte Option sein.
Zuvor sollte man gründlich gemeinsam mit dem Tier abschätzen, ob es nicht noch Licht am Ende des Tunnels gibt, das Leben verspricht.
Denn auch Tiere mit Besonderheiten lieben ihr Leben.

Phönix lebt derzeit also mit uns auf Pflege in Brandenburg.
Sie sucht noch ihr Für-immer-Zuhause.
Sie ist inkontinent und fährt Rolli.
Bellt gern und macht gern Quatsch.
Sie braucht Beschäftigung und Auslastung.
Typisch Malinois - den wir in ihr vermuten.
Sie ist eine Kuschlerin und ohne Teddy geht sie nicht ins Bett.
Wer sich ernsthaft in sie verliebt und sich sicher ist, dass er ihr ein Leben in Würde und Freiheit bieten kann, darf sich gern bei uns melden.
Danke!

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Do

12

Mai

2016

Joshi Slowhand Müller

Joshi. Ein Video aus der Tötung in Ungarn. Halb verhungert. Ohne Schutz. Im Zwinger auf eisigem Betonboden. Ob er es schafft weiß man nicht.

 

Hallo?! Einpacken! Wie jetzt? Ja. Kommt zu uns. Punkt. O.K.

 

Ich werde nie verstehen wie man seinen Begleiter einfach zum sterben oder in diesem Fall zum töten abgeben kann. Weil kein Platz war, wurde er einfach schutzlos an den Zaun gekettet. 1,5 Meter Eisenkette. Ein Alptraum. Nach dem Einsatz der Tierschützer vor Ort, kam er wenigstens in einen Zwinger. Ohne Decke oder Hütte. Untragbar.

 

Nun ist er seit dem 7. April da. Stinkend. Klapperdürr. Traumatisiert. Man konnte ihn kaum anfassen. Er schrie leidlich, wenn man ihn zum Aufstehen bewegen wollte. Bloß unsichtbar liegen bleiben. Beim füttern am ersten Tag war er so unsicher, dass er sich kaum traute etwas zu nehmen. Unverständnis, dass hier offenbar genug ist und jeder etwas bekommt. Wir hatten 4 Tage zuhause. Mit 4 Hunden. Die neue Ordnung musste sich finden. Adam und Hanga haben großartig mitgearbeitet. Joshi wurde sicherer.

 

Schon in der Zweiten Nacht hörte ich ein Tapern auf den Fliesen. Aufspringen. Zu spät. Hin gepuschert. Ich wische. Langsam fanden wir den Weg in den Garten. Am 3. Tag war es klar. Der Garten ist ein guter Ort. Reinkommen? Wieso reinkommen?

 

Endlich drinnen tapert es wieder des nachts. Schaum vor dem Maul. Der Bauch aufgebläht. Ein Anruf beim tierärztlichen Notdienst. Nein. Man kann nicht kommen. Ich müsste ihn bringen. Allein er ließ sich nicht anfassen. Ins Auto. Undenkbar. Lefax Liquid in eine Spritze gezogen und mit sanfter Gewalt in seine Schnute gespritzt. Die Pupse riechen erbärmlich. Aber er entgast. Stundenlang sitze ich auf dem Boden neben ihm. Dankbare Augen. Er ist schwach. Fast apathisch. Ich weiß nicht, ob der die Nacht überlebt.

 

Am Morgen geht es ihm besser. Er geht allein vor die Tür. Und danach gleich wieder rein. Fressen aus der Hand. Dieses Spiel hatten wir noch ein paar Nächte danach. Wir sind beide müde. Aber er schlägt sich tapfer und will leben. Ich füttere im Garten, um ihn herauszulocken. Es funktioniert. Sein Herz wird sicher. Wenn ich die Leine anklicke steht er auf. Oder auch nicht. Jammernd protestiert er. Ich gebe ihm Zeit.

 

Der erste Tierarztbesuch mit 4 Schäferhunden. Er steigt in den Wagen ein. Und ich dachte es wird ein Problem. Nein. Er liebt es. Aussteigen? Wieso aussteigen? Ab nach vorn und ablegen. Mit sanfter Gewalt und Gegenwehr lässt er sich aus dem Auto ziehen.

 

Wir wiegen ihn. 30 kg. Was? Hammer! Ich betrachte ihn das erste Mal richtig. Dieser Hungerhaken. 20 hätte ich geschätzt. Was muss das mal für ein stattlicher Kerl gewesen sein. Na dann Spot on für Hunde über 30 kg. Seine Wirbelsäule hat Verknöcherungen. Seine Linsen sind trüb. Seine Ohren funktionieren aber einwandfrei. Seine Nase sowieso. Niemand weiß wie lange er leben wird. Der Patient ist stabil.

 

In den folgenden Wochen steht er mit uns auf und startet die Morgenrunde. Nur 200 Meter. Dann geht er zurück. Zur Sicherheit.  Inzwischen schaffen wir einen Kilometer. Langsam. Er macht seinem zweiten Vornamen alle Ehre. Slowhand. Das ist kein Trödeln. Das gehört zur Performance.

 

Inzwischen springt er sogar manchmal ein paar Meter freudig vor Dir her. Er ist sehr süß. Wenn das aufmüpfige Eichhörnchen vorbeigeht wird gebellt. Rauchige, tiefe Töne sind dem alten Knaben zu entlocken. Freundlich begrüßt er Besucher. Wenn ich zum Job aus dem Haus muss, läuft er mit und versucht sich durchs Tor zu drängeln. Geht leider nicht. Eine offene Autotür veranlasst automatisch zum einsteigen. Egal ob es unser Fahrzeug ist.

 

Joshi geht Beifuß und legt sich gehorsam ab. Dieser Hund hatte mal eine exzellente Ausbildung. Er hört auf seinen Namen und leistet wie selbstverständlich Gehorsam. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse. Er wälzt sich freudig im Gras. Die Nase rutscht durch die grünen Wiesen und man kann das Glück in seinen Augen sehen.

 

Niemand kann sagen, wie lange er uns noch begleiten wird. Wir können nur sagen, dass sein Leben wertvoll ist. Ein Schatz, den wir sicher nicht mehr hergeben. Adam und Hanga haben ihn vom ersten Tag respektiert. Es steht außer Frage, der er gemaßregelt oder kontrolliert wird. Als wir gestern auf dem Rückweg unseres Abendspazierganges waren, hat mein süßer Adam ihn sogar zum Spiel aufgefordert. Er konnte ihn nicht hinreißen, trotz 3 oder 4 Versuchen. Aber Joshi ist voll akzeptiert und integriert.

 

Er wird medizinisch versorgt und die verbleibende Zeit bei uns, werden wir ihm in Würde und Freiheit begegnen. So gehört das einfach.

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Mi

28

Dez

2016

Jack - THE FRESS MACHINE

Weg war der Text. Die haben ein Update gemacht. Grütze. Egal. Hier nochmal.

 

Jack ist da. Als er ankam war ich noch unterwegs vom Kundenbüro nachhause. Die Hundesitterin nahm ihn an. Unsicher, Änsgtlich, kein Halsband. Erschöpft. Reingetragen.

 

Bedingt verträglich. So seine Gebrechen. NIX. Weder Gebrechen noch Unverträglichkeit. Ein sanfter und sensibler Hundemann mit wundervollem Gesicht und wachem Geist. Eine Orga muss sehr genau hinsehen und auf alle Eventualitäten hinweisen. Das haben sie getan. Aber ehrlich, stünde ich im Matsch ohne Schutz, bei Kälte und Nässe, hungrig und Angriffen ausgesetzt: ich wäre auch nur bedingt verträglich. Gut, dass er bei uns das Gegenteil beweisen darf.

 

Ein stinkendes Fellknäuel mit verfilzten Haaren und entzündeten Ohren. Klapperdürr. Die ersten 2 Tage verbrachte er im angrenzenden Gemeindehaus, was noch in Sanierung ist und leer steht.

 

Das Rudel hat ihn super aufgenommen. Allein es war ihm zuviel. Er erwartete mit jeder schnellen Bewegung Prügel. Von Menschenhand oder von anderen Hunden. Nix dergleichen geschah. Stattdessen Futter. 5 Mal am Tag. Stück für Stück ins Haupthause gelockt. Und es klappt.

 

Er ist eine Fressmaschine. Wir arbeiten uns mit Bürste und Schere durchs Fell. Jeden Tag ein bisschen mehr. Die Ohren bekommen Medizin. Er wurde vor 3 Wochen kastriert.

 

Seine gute Nase erschnüffelt jedes Krümelchen ganz hinten, hinterm Schrank. Phönies Bett wurde beiseite geschoben, um die darunter liegenden Reste zu finden. Er kann Türen öffnen, hat die Hundeklappe gleich gecheckt. Er holt Töpfe vom Herd und Kekse aus Taschen.

 

Mit anderen Hunden ist er sehr sozial. Ausser mit Herrmann. Dem potenten Dackelrüden vom Nachbarn. Wie der schon am Zaun steht und guckt. BOAAAH GEHT GAR NICHT. Da sind sich alle meine Hunde einig. Außer Hanga. Die mag kleine potente Draufgänger.

 

Jack geht sehr brav an der Leine. Bei Fuss wie in der Begleithundeprüfung. Mit Giant Flexileine, die locker 10 Meter Raum lassen würde. Aber akurat auf Führungshöhe. Das hat er mit Adam gemeinsam. Angeleint ist Arbeitsmodus. Ein typischer Schäfi.

 

Dieser bildhübsche Rüde schnüffelt mit Vorliebe. Das hat er mit Joshi gemeinsam. Jeder Busch wird angeschnüffelt und angepullert. Zur Sicherheit. Und sieht man die beiden nebeneinander, ist eins klar. Joshi ist alt. Jack nicht.

 

Die schlohweiße Schnauze täuscht das nur vor. In seinen Papieren steht der 1.6.2009. 7 Jahre. Maximal. Er blüht so auf und wird jeden Tag jünger. Er hat ellenlange Beine und liebt Spaziergänge. Gliedert sich großartig ins Rudel ein. Akzeptiert die Rangordnung. Ist super mit den Schafen und Menschen. Und das alles trotz dieser Erfahrungen. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse, sensibel, klug und so wesensfest. Absolut nichts fürs alte Eisen. Das ist eine Sportskanone. Der muss joggen. Sobald da mehr Muskeln dran sind.

 

Er lernt Sitz. Platz. Hier. Komm. Seinen Namen erkennt er. Er kommt gelaufen. Futter hilft sehr bei der Ausbildung. Er ist eine Fressmaschine. Kann man es ihm verdenken? Nein. Wir hatten Futter gekauft für jemand anderes. Ganze zwei Sack standen da noch rum. Die bekommt nun Jack. Er nimmt es dankbar an. Wir fühlen uns sehr beschenkt mit diesem wunderbaren Hundemann. Seiner Entwicklung sehen wir mit viel Freude zu. Wir werden berichten. 

 

Bis dahin singen wir leise in seiner Gegenwart diesen Song von James Brown...

 

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

 

Ging doch so, oder? ;-)

 

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Do

22

Dez

2016

Heilung is in the Air

Pupsie. Stinkie. Oder Phönie. So wird sie gerufen. Geruchlich eine Herausforderung. Ständig gesäubert. Gesitzbadet. Gebadet im Ganzen. Waschmaschinenladung an Waschmaschinenladung für ihre Unterlagen. Wir sind eingespielt. Nach inzwischen 6 OP Eingriffen mit Narkose in diesem Jahr und unzähligen Antibiotika Kuren, ist sie grad wieder fit. Saufrech. Putzmunter. Verfressen. Soweit so gut.

 

Allein der letzte Klinikaufenthalt hat Ihre Wundheilung wieder etwas zurückfallen lassen. Weil sie mehr gelegen hat. Auf den (Liege)Wunden. Weil die zusammengezogenen Teile sich wieder aufgeklappt haben. Es heilt. Langsam. Sehr langsam.

 

Antibiotika Resistenzen sind bekannt. Jetzt heißt es nach dem letzten wirklich schweren Infekt und 4 Tagen am Tropf mit Fieber und Schüttelfrost; Wiederherstellung des Immunsystems.

 

So gern die Klinik Geld verdient; wir haben's nicht sooo dicke. Zumal allein die Kosten für Physiotherapie mtl. bei 140 EUR liegen. Das ist zu wenig! Und nur für uns! Aber sie sind da. Kosten, die ich auch für Adam und Joshi trage. Ja. Hund müsste man sein ;-) Schön durchgeknetet und rundum versorgt. Ich hab ihr Biotin, Selen und Zink gekauft. Und Chlorella. Und Calendula. Und Öl. Und... ach, ganz viel.

 

Nicht falsch verstehen. Wir sind finanziell stabil. Aber nicht unerschöpflich. Das muss alles gut geplant sein. Und obwohl Phönie gern meine Schuhe frisst, kaufe ich grad mal besser keine neuen. Keine Sorge. Auch da reiche ich eine Weile. Ich neige zum Vorrat ;-) Eine richtige Frau eben.

 

Großartige Helfer haben Kosten und Geschenke an uns übernommen. Dafür mal ein Mega Dickes Dankeschön! Heute hatte ich unter dem Motto Pimp my Amazon Wunschzettel jedoch ein paar Blitzlichter, die ich online gestellt habe. Darunter Traubenkernextrakt.

 

Traubenkernextrakt wird aus dem Samen der Weinfrucht (botanisch: Vitis viniferae semen) gewonnen. Die kleinen Kerne, die so oft beim Essen der Weintrauben stören und heute teilweise ganz heraus gezüchtet wurden, haben es nämlich in sich: Sie stecken voller OPC, einem hochkonzentrierten Antioxidans. OPC (oligomere Proanthocyanidine) sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die die Fähigkeit haben, freie Radikale abzufangen. Damit haben sie eine ausgesprochen zellschützende Wirkung. Diese Wirkung lässt sich prinzipiell überall vermuten, wo freie Radikale Zellen angreifen können, also im gesamten Gefäßsystem, der Haut und den Haaren. Doch nicht nur antioxidativ und zellschützend, sondern auch entzündungshemmend und antibakteriell soll der Traubenkernextrakt wirken.
Weitere Inhaltsstoffe sind verschiedene andere Polyphenole, denen ebenfalls eine antioxidative Wirkung nachgesagt wird, sowie Gerbstoffe, die adstringierend (zusammenziehend) wirken, ein Effekt, der gerne zur Wundheilung und bei Entzündungen genutzt wird.

 

Bei Menschen werden 3 Tabletten pro Tag geraten. Phönie reicht eine! Ich möchte dafür sorgen, dass sie Antibiotikafrei bleibt. Gesund wird. Entgiftet. Den ganzen Chemiescheiß raus.

 

Unterstützen möchte ich das gern mit Artemisia annua. Der einjährige Beifuss ist eine asiatische Pflanze, die vor allem in China und Vietnam heimisch ist. Dort wird der einjährige Beifuss schon seit langer Zeit gegen fieberhafte Erkrankungen eingesetzt. Erst vor relativ kurzer Zeit haben Wissenschaftler entdeckt, dass der einjährige Beifuss sehr gut gegen Malaria wirkt, selbst in Fällen, in denen die chemischen Medikamente wegen Resistenzen nicht mehr wirken. Diese Tatsache hat weltweit grosses Interesse auf den einjährigen Beifuss gelenkt. In Verbindung mit Eisen wirkt es gegen jede Art von Parasiten! Auch resistente Keimstämme werden damit negiert. Super bei Krebs aber auch so extrem stärkend. Ab dem Frühjahr wächst das Zeug in unsrem Garten. Ich habe Samen geordert. Bis dahin müssen wir auf die Produktion von anderen zurückgreifen. Das Zeug ist wichtig. Damit möchte ich vor allem auch die Blaseninfektionen und eben residente Stämme niederringen. Alles selbst zu kaufen übersteigt jedoch spontan mein Budget. Deswegen steht es auf dem Amazon Zettel. Gar nicht so teuer. Aber die Ausgaben läppern sich eben doch.

 

Soooo. Google ist Euer Freund. Für die, die mehr über den gewünschten Stoff wissen möchten. Ich werde zum Zwecke des Geld Anschleppens zur Arbeit gezwungen und hab leider nur begrenzt Zeit. Jack ist unser neuer Freund. Der bekommt aber nen eigenen Blog an den Feiertagen.

 

HIER NUN DER AKTUELLE WUNSCHZETTEL!

https://www.amazon.de/registry/wishlist/1FND30VEUDMB3/ref=cm_sw_em_r_mt_ws__Of8wybQQ1YX9K

 

Olè!

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Mi

23

Nov

2016

Lebt denn der Adam noch?

Viele private Mails im Facebook. Ich klicke mich systematisch durch und arbeite ab. Da ist eine. Hallo Anke, habe gerade die Bilder von deiner Rolli-Hündin gesehen.....was hat der Hund für ne Vorgeschichte ? Lebt Adam eigentlich noch ?

 

Ähm. Ja! Der ist 5! Weshalb sollte der nicht leben? Schmusig wie immer. Nicht wegzudenken.

 

Mein Verweis auf unseren Blog hat hoffentlich Abhilfe geschaffen bei der weiteren Informationsbeschaffung. Mein Baby. Der Moppi. Stattliche 44 kg mit einer gewissen Präsenz. Der lizensierte Fremdkuschler. Der Mann für alle Stöckchen und Bälle.

 

Adam. Der immer treue Begleiter. Nie weiter weg als 20 Meter. Immer zwischendrin ankommen und abklatschen. Kurze Kuschelmomente beim Gassi. Bei Fuß ohne Leine. Ganz freiwillig. So ein geselliger Knabe, der es liebt in seinem Rudel zu leben. Die Damen bei uns tanzen ihm auf der Nase rum. Er lässt sich sooo unglaublich viel gefallen. Man könnte meinen der sanfte Riese ist das Paradebeispiel eines sensiblen Kraftpaketes.

 

Adam kann aber auch anders. Schafe gucken und im Zweifel auch sehr stringent jagen, sollte man nicht unterschätzen. Der Wandel ist perfekt, wenn sich ein Schaf oder die Ziege aus dem Gehege bewegt. Strategisch, klar und sehr scharf stellt er sie alle. Wenn man da nicht zwischengeht, gibt es Lammrippchen. Deswegen haben wir immer eine doppelte Sicherung zwischen Schafen, Ziegen und Hunden. Mindestens 2 Türen. Mit Sicherheitsriegel. Türklinken, kann er nämlich.

 

Man neigt so sehr dazu Adam zu unterschätzen. Er ist everybodys Darling und sieht so niedlich aus, wenn er schläft. Ich rate dennoch niemandem nachts auf unser Grundstück zu kommen. Ungefragt. Jemand der die Hand erhebt, wird sofort gestellt. Und dann sieht der nette dicke Junge aus Fell gar nicht mehr nett aus. Gott sei Dank sind solche Situationen absolut die Ausnahme. Der weit überwiegende Teil von Adam ist einfach süß und schmusig. Gutmütig, langmütig und einmütig. Mütig halt ;-)

 

Adam geht irgendwie im Rudel auf und unter. Er ist Magnet für Kinder, Nachbarn und alle die uns treffen. Er hat die Gabe unsichtbar zu sein und ist trotzdem immer dabei. Nie aufdringlich. Einfach angenehm.

 

Und obwohl er diesen Sommer eine schlimme Hautinfektion hatte, die wir Gott sei Dank gut überstanden haben, hat er sich von dem kräftezehrenden Infekt hervorragend erholt. Er frisst wie immer, reichlich und gern und hat wieder ordentlich zugelegt. Und obwohl ihm das schlank sein durchaus stand, ist er so einfach Adam. Der Moppi. Fürs Sofa gemacht.

Die Gutmütigkeit in Person. Er ist unser Ruhepol im Rudel. Einfach immer ausgeglichen.

 

Und er wird 100. Mindestens. Den bringt nix aus dem Gleichgewicht. Fels in der Brandung.

 

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Do

03

Nov

2016

Esmeralda neu Verphönt

Tag. Wir waren in der Zeitung. Und in der Tierklinik. Und nochmal in der Tierklinik. Bewegtes Leben. So auf 2 Beinen. Phönie hat nen neuen Spitznamen. Naja eigentlich ist es der Name, den ich rufe, wenn sie  meine Schuhe frisst. Esmeralda. Aus die Schöne und das Biest. Sie hat das Biest gefressen. Jetzt sind die Schuhe dran.

 

Nachdem sie weiß, die Probezeit ist sauber durch, sie hat Anstellung auf Lebenszeit, wird sie mutig. Schuhe aller Art. Gern auch mal Jackenfutter. Decken. Was man so kauen kann. Es ist klug ihr den Stock im Bett zu erlauben.

 

Wir wollten ihre Geschichte und ein bisschen von ihrem Tagesablauf veröffentlichen. Dazu liefen Gespräche und ein Interview relativ spontan mit der BZ. Der Fototermin am Folgetag musste allerdings spontan abgesagt werden.

 

Ausgesprochen viel Blut ergoss sich aus dafür nicht vorgesehenen Körperöffnungen. Naja vielleicht ne Ader geplatzt. Und nochmal. Nein, wir rufen mal beim Doc an. Die umliegenden Tierärtze hatten leider nicht den Ultraschall neben der Kaffeemaschine stehen. Da blieb nur die Klinik. Mist. 45 Minuten Fahrt und immer immer immer warten. Mit nem blutenden Hund ohne Hinterbeine. Der Fußboden hat jetzt auch Muster. Egal. Wir kamen endlich dran.

 

Ultraschall. Bauch rasiert. Grau mit Punkten. Sie liegt superbrav auf dem Rücken. Die Bilder zeigen schwarz dargestellte Flüssigkeit. Viel Flüssigkeit. Die Spritze durch die Bauchdecke holt dickes Blut aus dem Bauchraum. Tja. Kann ein Tumor sein. Kann ne Blutansammlung sein. Über Nacht muss sie bleiben. Das Risiko ist zu groß, dass die Blutung sich ausweitet und dann müsste ich wieder fahren und warten. Ich lasse meinen Pullover da. Der riecht nach mir. Komisch so allein im Auto.

 

Der morgendliche Anruf ergab, dass die Blutung deutlich abgeflaut ist. Aber nicht zu ende. Sie geht nochmal an den Tropf. Gegen Mittag fahre ich sie abholen. Wir diskutieren wild über Kosten. Ja. Kostet Geld. Bezahlen wir auch. Hab nur grad keine 350 EUR dabei. Wir haben Wochenende eine Sammlung und Überweisung würde nicht ankommen. Und nun? Hund da lassen und so schnell als geht ne Bank überfallen? Ich unterschreibe, dass bis Mittwoch alles bezahlt ist.

 

Dank sehr großartiger Menschen, die kleine und große Beträge direkt an die Klinik senden, haben wir die Auslöse rechtzeitig parat. Es kann weitergehen. Wir haben für den 1. November eine Gewebeentnahme und Blasenspiegelung vereinbart, um mal genau zu gucken. Narkose. Die 6. in diesem Jahr. Nützt ja nix. Es wäre nicht zu verantworten hier nicht genau zu prüfen. Ein langer Vormittag im Büro und die erlösende Nachricht. Sie ist wach. Munter und piselt die Box voll. KEIN TUMOR. Hach sehr schön!

 

Sie zieht noch ein wenig NACL durch die Vene und ich hole sie abends ab. Mit warten. Ist ein neues Hobby von mir. In der Tierklinik warten. Eine bedröppelte Phönie wird in mein Auto getragen. Naja die Vorderbeine laufen. Anheben findet sie doof. Nur der Pöter wird in der Luft gehalten. Immer dabei der Kong. Darf nicht fehlen. Man muss sich an etwas festhalten. Der Geruch von Kneipentour erfüllt das Auto. Ich habs ein bisschen vermisst. Sie liegt. Entspannt. Wir fahren.

 

Daheim. Tür auf. Blick raus. ZUHAUSE: Yihaaaaaaaaaaaaaaaaaa. Sie springt aus dem Wagen und rutscht in den Garten. Den Kong parat. Attacke. Erstmal alles alles alles angucken. Der Regen ist ihr total egal. Mir aber nicht. Noch ne Verkühlung holen ist mal grad gar nicht. Also rein mit Dir! Dann malt sie halt hübsche Hinternmuster in Schlangenlinien über die Fliesen. Ich werde wohl gleich nochmal wischen.

 

Bedröppelt ist hier keiner mehr. Von wegen Schmerzen, müde und langsam. Die Rakete ist wieder da. Ich füttere und sie schlingt alles gierig weg. Ein Rinderohr zwischen die Backen und alle kommen runter. Es ist nach 22 Uhr. Ich bin müde und muss morgen wieder um 5 raus. Freitag bringen wir noch ne Pipiprobe weg und gucken wie es um resistente Keine und deren Freunde steht. Esmeralda Phönix Müller ist munter wie immer. Sie kennt keinen Schmerz. Ihr Rutenstummel hat Winterfell und sie ist glücklich daheim.

 

Mit ein bisschen Drama haben wir alles richtig gemacht. Sie ist voll integriert. Thront im Kinderbett. Ist Rennrollifahrer und Spielzeugeinfänger.

 

Wer uns etwas helfe mag ist eingeladen Amazon zu durchstöbern. Adresse ist hinterlegt. Danke

 

https://www.amazon.de/gp/registry/wishlist/1FND30VEUDMB3/ref=cm_wl_list_o_0?

 

 http://www.bz-berlin.de/berlin/umland/die-traurige-geschichte-der-zweibeinigen-huendin-phoenix

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Do

20

Okt

2016

Wischen, Waschen, Cremen

Der Slogan dieser Wochen lautet Wischen. Waschen. Cremen.

 

Phönix ist drinnen. Tagsüber genau wie nachts. Zu geplanten Zeiten geht sie raus. Spielen und Rollifahren. Aber draussen ist es gegenwärtig etwas schattig mit Dauerdusche. Und obwohl Phönix dort liegt und durch bibbernde Zähne versichert, dass sie ganz bestimmt nicht friert, erlaube ich ihr nicht, sich dauerhaft im Garten aufzuhalten.

 

Sehnsüchtig denke ich an die Zeiten, als Pipi und Poo auf dem Rasen gelandet sind. Das Gras wurde gegen graue Fliesen ausgetauscht. Ihr Bett muss mindestens 3 mal täglich frisch sein. Liegenbleiben ist nicht so ihr Ding, weshalb wir häufig wischen. Es sieht ein bisschen aus wie bei einer riesigen Schleimschnecke. Lustige Wirbelmuster auf dem Fussboden. Und obwohl sie anfangs gar nicht drin sein wollte, genießt sie nun die wohltemperierten Innenräume.

 

Morgens sind um ihr Bett kleine braune Kügelchen mit leicht angetrockneten Schmierstellen. Die sind auch in Phönix. Also gilt es; Erst den Boden wischen. Dann den Hund waschen. Und dann den Bobbes eincremen. Und wenn Du nicht aufpasst, und sie mit frisch eingecremtem Hintern die Zinkoxidsalbe auf den Fliesen verteilt: ja dann musst Du halt nochmal wischen.

 

Das Gute: Phönie kann nie leugnen, dass sie in der Küche war! Allerdings riecht man das auch. Damit der Raumduft nicht Au de Pipi heißt, wird von morgens bis zum Schlafengehen geputzt. Da Phönix eine echte Künstlerin ist, finden sich Rückstände auch an Stellen, die technisch gar nicht erreichbar sein sollten. Da mag man rufen; Scheiß die Wand an. Machen wir natürlich nicht. Diskret wird die Latexfarbe abgerubbelt. Der Dampfreiniger pustet sich voran und die innerlichen Augen rollen, während das Hirn unermüdlich nach Lösungen sucht, die allen das Leben erleichtern. 

 

Wir haben dankenswerte Helfer, die uns Produkte über den Amazon Wunschzettel zukommen lassen. Dennoch bleibt es Arbeit. Man hat gut zu tun. Bald steht das Kinderbett, welches sie nachts begrenzt und die Morgentoilette erleichtert. Eine Matratze wird sich finden. Molton Unterlagen verhindern, dass zu schnelle durchsuppen. Aber auch davon haben wir besser zwei.

 

Bei Phönix muss man schnell sein. Während der Kong quer durch den Garten fliegt, muss aber ganz schnell Ihr Bett abgezogen werden. Wieder fliegt ein Ball. Und schnell wischen. Hui, warte ich muss frisches Wasser holen. Ach PHÖNIE! Du solltest da noch nicht wieder drauf. Naja der Ball fliegt. Wischen wir nochmal. Unsere Schleimschnecke leistet mit Vorliebe Arbeit auf frisch gewischtem Terrain. Soviel Dekadenz muss sein. Wir haben sie trotzdem lieb. Sogar Hanga. Aber pssst das wisst ihr nicht von mir!

 

 

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Mi

19

Okt

2016

Joseph Müllerhuber

Joshi auf dem Wachplatz vor der Tür
Joshi auf dem Wachplatz vor der Tür
Joshi. Sein voller Name ist Joseph Müllerhuber, Dienststelle für organisiertes Schlafen. Unser Opi. Das Klappergestell aus der Tötung. Ausgedient und entledigt. Als er im April zu uns kam, wusste ich nicht, ob er es schafft. Tatsächlich hat er sich sehr stabilsieirt. Und entschieden noch ne Runde zu drehen. Die Sommertage hat er genossen. Im flachen Wasser abgekühlt und das Rudelleben in vollen Zügen eingeatmet. Wenn er freudig springt wie ein staksiges Kalb, sieht das sehr lustig aus. Es resultiert aus Rückenleiden und Arthrosen an vielen Stellen. In der feuchtkalten Zeit merkt man das. Es gibt gute Tage und weniger gute. Wenn wir unsere Morgenrunde gehen, kann man schon an der kleinen 4 stufigen Treppe vor unserem Haus sehen wie es den müden Knochen geht. Runter gehts langsam und irgendwie seitlich gedreht mit Gleiteffekt. Der ehemals stattliche Rüde hat aber sicher 35 kg, die ich nicht spontan hebe. Er läuft mit. Manchmal die ganze Runde. Manchmal bis vor unser Haus und legt sich dort ab. Warten bis wir zurück sind. Joshi ist sehr sensibel. Den Rücken an der Heizung findet er großartig. Er frisst nur wenn keiner guckt. Oder wenn ich den Napf halte. Dieser Hund hat nie erlebt, dass man sich für ihn einsetzt. So schön zu sehen wie dankbar er Unterstützung annimmt. Bei der freudigen Begrüßung aller Hunde ist er immer dabei. Schafe anbellen ist sein Ding. Einfach mitmachen und glücklich dabei sein. Joshi hatte im Knott Test Herzwürmer als Diagnose. Die haben wir 6 Monate behandelt. Müssten weg sein. Wir werden im Winter mal ne Kontrolle veranlassen. Aufgrund des Alters und Zustandes haben wir jedoch eine sanfte Methode gewählt und nicht die chemische Rundumschlagkeule. Die hätte er nicht verkraftet. Einmal in der Woche bekommt er Physiotherapie. Die Gelenke mobilsieren. Die Verspannungen weich machen. Und ganz bald wird er mit einem Mäntelchen Gassi gehen. Die Rückenwirbel sind nur sehr wenig bemuskelt und liegen auch unter dem Fell fast frei an der frischen Luft. Da geht es nicht ums hübsche Aussehen. Nur ums Warmhalten. Auch wenn ein richtiger Schäferhundmann sowas eigentlich nicht trägt. Es ist wie bei uns Menschen. Die Knaben sind etwas wehleidiger als die taffen Ladys. Macht nix. Dafür sind sie zuckersüß. Und haben herzzerreißend süße Schlafpositionen. Für Joshi wünsche ich mir einen kuschligen Winter und einen tollen Frühling danach. Wir haben ihn einfach lieb.

 

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Mi

05

Okt

2016

Phönix Silberpfeil

Da sind wir wieder. Silber. Wach. Und immer in Bewegung.

 

Solange es ging, waren wir schwimmen. Das hat ihr wunderbar gefallen und großartige Verbesserung bewirkt. Sie schwimmt wie eine Wasserratte. Mit und ohne Weste. Wobei ich sie nicht gern ohne Schwimmweste starten lasse. Gefährlich weit draussen, wäre es denkbar schlecht, wenn die Kraft sie verlässt. Und Phönix ist ein klein bisschen größenwahnsinnig. Ein klitzekleines bisschen aber nur.

 

Wir müssen nun wieder mehr Bodenarbeit absolvieren. Der wichtigste Aspekt der letzten Wochen lautet: Phönix ist NICHT GELÄHMT! Volle Empfindsamkeit ist wieder hergestellt. Zu traurig, dass sie beide Beine und die Rute verloren hat. Die Arbeit im Wasser hat es mehr als deutlich gezeigt. Beide Hinterbeine arbeiten voll mit. Die kleinen Stummel wackeln wie ein Entenbürzel mit. Als würde sie laufen. Links. Rechts. Links. Rechts. Marschieren durchs Wasser.

 

Die Muskulatur um die Stümpfe hat sich extrem gut entwickelt. Der Rücken ist wieder gerade, weil das Rückgrat beidseitig bemuskelt ist.  Die wöchentliche Physiotherapie zeitigt hervorragende Früchte. Das gezielte Muskeltraining und die Bewegung geben ihren Anteil dazu.

 

Als im Juli ihr neuer Rolli da war, wirkte sie darin verloren. Dünn. Schlapp. Unwillig. Ihr solltet sie heute sehen. Immer ist sie die erste zuhause. Einparken auf dem Hundekissen hat sie hervorragend drauf. Sie wetzt um die Kurven. Über Hügel, Baumstämme und Abhänge hinunter. Nur aufwärts, da fordert sie Hilfe an. Sie überholt rechts. Ohne blinken. Ein Rolliraudi. Phönix steht voll imLeben. Und der Rolli ist inzwischen an der ein oder anderen Stelle schon deutlich enger. Sie hat gut an Gewicht und Muskulatur zugelegt.

 

Ihre Wunden heilen. Die einst weit mehr als 12 cm breiten Liegewunden sind nun bereits bis auf unter 7 cm zugeheilt. Es geht langsam voran. Aber haltet die silberne Rakete mal ruhig. Momentan arbeiten wir am Winter. Die Nächte werden kühler. Schwimmen gehen ist nun nicht mehr so einfach möglich. Die Rotlichtlampe ist ihr Freund.

 

Wir basteln an einem Geschirr, dass sie noch besser unterstützt. Wir denken auf einer Winterunterbringung herum. Im Büro ist es schlecht. Phönix nervt sich schnell auf und dreht dann völlig am Rad. Sie braucht Raum für Ruhe und hat gezielte Zeiten der Beschäftigung. Also ab ins alte Gemeindehaus nebenan. Zu den Hundetagesgästen. Holzdielen. Pfff joah. Mit Pipi drauf und Poo in den Ritzen auch nicht sooo der Knaller. Wir sind dankbar für Ideen.  Oder jemand sponsort PVC Belag, den wir in einem Zimmer auslegen können. Pflegeleicht. Mit Dämmung drunter. Und Phöniesicher.

 

Kostet nur wieder Geld. Alles in allem ist ihre Genesung recht kostspielig. Sie wird inzwischen in Teilen von uns gebarft, schnörpeselt jeden Morgen ihren Putenhals und knabbert fröhlich am Rinderknochen. Sie futtert bei uns mit. Logisch. Die Wärmelampe geht den ganzen Tag. Mhh Aloha Stromrechnung. Die Waschmaschine ist inzwischen schwer lediert. Ne neue nicht im Budget. Egal.

 

Es ist soooo schön wie die Heilung vorangeht. Wir sind jedoch noch nicht fertig. Eine Kastration steht sicher an. Allerdings erst im Februar/März. Ich möchte ihr keine OP zumuten. Sie hatte in diesem Jahr schon 5 davon. Wir behalten die Blutwerte und die Gebärmutter aber im Auge. Das zickt etwas rum. Phönix war offenkundig mehrfach tragend. Sie hat Zitzen, da passen viele Hunde dran. Und sie sind benutzt. Ihre letzte Läufigkeit hat sie abgebrochen. Ich bin sensibel für solche Krankheitsbilder. Und Phönix ist schutzbefohlen. Ich schütze sie. Gelegentlich auch sehr massiv gegen Beführworter der Tötung. Niemals gebe ich sie in Hände, die ihr nicht das bieten können, was sie braucht. Sie ist unser Silberpfeil. Und ein großartiges Zeugnis, was man bewirken kann, wenn man sich investiert.

 

Unabhängig davon haben wir den letzten Sack Futter angebrochen. Das Nassfutter ist bereits seit Wochen leer und wird von mir privat aufgefüllt. Unsere Silberspray und Zinkoxiddosensprays sind fast aufgebraucht. Der Hundenapf von ihr ist eine kleine Plastikschüssel aus unserer Küche. Bisschen angeschreddert von ihren spitzen Zähnen.

 

Es wird Zeit Phönix nicht einfach nur zu pflegen. Ich möchte ihr gern einen eigenen Napf hinstellen. Nix provisorisches. Ihr solltet sie sehen, wenn ich ihr Futter anmische. Tausend kleine Zusätze, die die Heilung fördern. Es klappert und rührt. Ihr Gesicht lacht. Du kannst die Rute wedeln sehen. Auch wenn diese gar nicht da ist. Aufgeregt dreht sie sich im Kreis und rutscht mit dem Hintern hin und her. Gewissenhaft rutscht sie durch den Garten und sammelt alle liegengebliebenen Knochenrückstände ein. Zur Sicherheit. Sie knabbert abends auf ihrem Bettchen. Langmütig und friedlich. Das ist eine gute Beschäftigung. Viel besser als an Wunden zu knabbern.

 

Phönix fühlt sich sichtbar wohl. Sie ist glücklich. Und wir haben sie sehr lieb gewonnen. Aus Pflichtbewusstsein und diszipliniertem Einsatz ist aufrichtige Freundschaft geworden. Heute regnet es stark und andauernd. Ich werde sie reinholen. Ihr im Büro ein Bett richten. Die Putzfrau kommt morgen. Mal sehen was ich mir anhören kann ;-)  

 

Wir haben den Amazon Wunschzettel neu gefüllt. Um Unterstützung sind wir sehr dankbar. Leider sind Futter und Co. nicht aus dem Discounter. Unsere Grundversorgung fand im Juni statt. Hat bis Anfang Oktober gehalten. Es wäre großartig wenn an dieser Stelle Entlastung möglich wird. Ein herzliches Dankeschön an alle Phönie Follower. Sie ist ein Knaller. Aber beißt Euch, wenn ihr zu nah an ihr Reich kommt! *lach* könnt ihr mal probieren.

 

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Do

15

Sep

2016

Michel und der Zahn des Hundes

Michel von Limsdorfberga

Das ist Michel. Die westafrikanische Zwergziege im Kastratenmodus.

 

Michel hat vor nix Angst. Bisschen doof. Denn die Schäferhunde haben auch keine Angst vor ihm.

 

Michel steht gern auf Motorhauben von Autos. Weil sich die Hecke von oben einfach viel besser frisieren lässt. Über Zäune kann er drüber weg und drunter durch. Da ist er ganz flexibel.

 

Er kam zu uns, weil er als Spielkamerad für einen 5 jährigen Knaben nicht recht tauglich war. Da er die Qualifikation zum Gras futtern mitbringt, wurde er kurzerhand im Team Gras aufgenommen. Dort arbeiten derzeit der schwarze Peter, Brain, Rebecca und Mercedes als 4er Schafteam. Mittendrin Michel. Halb so groß. Doppelt so frech.

 

Letzte Woche Donnerstag fand er mal wieder das Gras an einer anderen Stelle grüner und entwischte aus seiner doppelt gesicherten Tagesaufgabe in der Wiesenpflege. Direkt vorbei an Hanga, die nach kurzem irritiertem Blick mal schnell in den Rücken gepackt hat, um ihn aufzuhalten. Ich stand sprachlos daneben. Laut quakend saß der Schreck tief. Hanga hat ob meines bösen Blickes direkt den Rückzug angetreten. Da stand er. Auf den Arm genommen. In Sicherheit gebracht. Wunde angeguckt. Naja wird sicher ein blauer Fleck aber er war nach 10 Minuten wieder munter und wollte zurück zu den Team Kollegen. Zinkoxidspray drauf. Das wird wieder.

 

Montag siedele ich die Schafe um, damit sie den aktuellen Fressplatz gnadenlos ordentlich halten. Michel leckt sich die vermeidlichen Wunden. Das dichte Ziegenhaar schiebt sich beiseite. Ui die Wunde lebt. Da rufen wir mal zur Sicherheit den Herrn Doktor an. Und die Dominique. Äußerlich unberührt ging er mit seinem Team zum Grasjob. Und ich fuhr zu dem meinen.

 

Die telefonische Auskunft war spannend. Glatter Durchbiss! Was?! Ja! Einmal die Haut gepierct. Bitte täglich spülen. Ich habe Penicillin dagelassen zum spritzen.

 

Hammer. Michel ist jetzt rasiert. Jeden Morgen laufe ich nun mit eine Jod/Wassermischung in lauwarm und zwei großen Spritzen ins Schafgehege und spüle das durch. Findet er doof, aber es wird mitgearbeitet. Als ob er ne Wahl hätte. Spritze an der Wunde ansetzen. Abdrücken und flutsch auf der anderen Seite wieder rausschießen lassen. Zweimal. Mindestens.

 

Allein die Penizillinspritze ist kacke. Auf einem Stuhl packe ich ihn mir auf den Schoss und versuche eine Hautfalte zu finden, in der es ihm nicht weh tut. Weil er sich so fest spannt, ist das aber gar nicht so leicht. Naja Morgen früh nochmal. Dann sind wir da auch erstmal durch.

 

Michel macht das alles nicht viel aus. Der geht jeden Morgen in den Schafstall mit mir. Und normal wieder mit auf die aktuelle Tageswiese. Trocken Brot und Äpfel helfen ihm sehr ;-)

 

Hoffen wir, dass er sich gemerkt hat: Die Zäune und mindestens 2 Türen zwischen Michel und den Hunden sind zu seinem Schutz. Nicht, weil er was verpasst. Wir gehen jetzt mal fest davon aus, dass Haar über die Sache wachsen wird. Bei Hanga Haare auf den Zähnen. Bei Michel Haare auf dem Rücken.

 

Michel von Limsdorfberga
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Di

23

Aug

2016

Mein Mädchen

Das ist Hanga Charlotte Viktualia Rollgardina Pfefferminz Langohr. Mein Mädchen.

 

Sie kam so klapperdürr. 1 Jahr hat sie gebraucht bis sie endlich durchweg gesund war. Sie ist mein Bodyguard. Eifersüchtig. Treu. Und ein Kasperkopp. Allerdings nur wenn keiner guckt.

 

Für andere ist sie eine Kröte, die Gouvernante, die immer den Spaß verdirbt, andere Hunde zur Ruhe auffordert und schon mal mit der Zahnleiste bei anderen durchsetzt, was ich anordne. Ungefragt. Sätze wie; Hanga, wir lassen sie leben! Hanga lass es! Hanga hier! verdeutlichen das. Was kaum einer wahrnimmt ist die Feinheit, mit der sie jede meiner Anordnungen umsetzt. Sie ist gehorsam durch und durch. Nie würde sie mit jemandem mitgehen, den sie nicht kennt. Aus dessen Hand essen sowieso nicht.

 

In diesem Jahr kamen 3 Hunde. Gina, Joshi und nun Phönix. Und alle brauchen Führsorge, Pflege Aufmerksamkeit. Ich kann in Hanga`s Augen sehen, wie schwer es ihr fällt mich zu teilen. Jeden Tag. Und dennoch macht sie dies mit größter Verlässlichkeit. Sie lässt Phönix leben. Respektiert, dass sie mehr Aufwand benötigt. Wartet unglaublich brav bis sie dran ist. Nachts darf sie bei mir schlafen. Die Zeit reicht nicht für ausgiebige Touren mit dem Rad. Die Energie von mir nicht mehr, sie mit Bällen durch den Garten zu jagen. Wir liegen einfach nebeneinander. Und schlafen. Sie ist treu und entgegen ihrer Natur sehr geduldig. Im Wald kann ich sie von springenden Rehen scharf zurückrufen. Ich musste mit ihr soviel härter trainieren. Sie war das schwierige Kind. Dafür ist sie jetzt die Verlässlichkeit in Person. Das Investment hat sich sehr gelohnt.

 

Ich habe ihr versprochen, dass wir Zeit einplanen. Nur für uns. Ich achte sehr darauf, dass niemand zu kurz kommt. Hanga weiß das. Ohne mir Vorhaltungen zu machen. Dafür liebe ich sie. Sie bleibt mein Mädchen.

Do

21

Jul

2016

Das Phönix

Phönix. So wurde sie genannt. Berechtigt. Phönix aus der Mythologie, ein mythischer Vogel, der aus seiner Asche immer wiedergeboren wird.

 

Also diese Phönix ist ein komischer Vogel. Aufstehen kann sie auch. Wieder und wieder.

 

Die internen Namen reichen von Phönhilde über Phönie und Phönator. Je nachdem was der komische Vogel grad schonwieder für Blödsinn im Kopf hatte.

 

Bitte versteht mich nicht falsch. Sie ist wundervoll. Nur eine Nervensäge. Ohne Ausschalter. Mit dem Durchhaltevermögen eines Phönix.

 

Vielleicht habt ihr die Geschichte verfolgt. Autocrash. Straßengraben. OP's, Halter, die sie nicht mehr wollen. Ausfuhr aus Rumänien bis zu uns auf Pflegestelle. Wir kämpfen gegen durchgeweichte Hundebetten, Durchfall, Pankreatitis, Giardien, offene Wunden, Windeldermatitis und einen schrottigen Rolli den es gratis dazu gab. Sie gedeiht. Nimmt zu. An Kraft, an Lebensmut, an Freude. Sie fährt Rolli wie ein Profi-Rennfahrer und es geht ihr sichtlich besser. Soweit der romantische Teil.

 

Die Bilder der glücklichen Momente bewegen viele Herzen. Unsere auch. Die Kommentare in den sozialen Medien sind freundlich, begeistert und dankend. Soweit so gut. Bei Sätzen wie; "Ich bin verliebt!" Möchte ich am liebsten drunter schreiben; "Aber nicht verheiratet!"

 

Ich bin auch ein bisschen verliebt. In diesen Handwerker, Anfang 30, der umsichtig und gutaussehend meine Gartentore streicht. Seine Socken wasche ich trotzdem nicht.

 

Fern ab der bildhaften Romantik, kommt hier der Einblick in das reale Leben.

 

4.30 Uhr aufstehen. Na sagen wir 4.35 Uhr. Phönix aus ihrer Begrenzung herausheben und auf den Rasen tragen. Blase entleeren. Ball wegwerfen und ganz schnell nach oben laufen, um ihr Bett von den durchweichten Inkontinenz Unterlagen und Decken zu säubern. Während dies im Akkord geschieht, robbt Phönie zurück. Schnell noch einen Ball werfen. Zeit schinden. Auf dem feuchten und weichen Gras robbt sie kontrolliert und entleert den Rest der Blase sowie den ein oder anderen Köddel.

 

Das Bett ist mit frischen Unterlagen beklebt und versorgt und eine frische Decke liegt auf. Der Vorbereich ist mit Chlorix gewischt. Und wenn man dann ins Haus geht, um frisches Wischwasser zu holen, liegt sie schonwieder in ihrem frischen Bett. Nicht willens es zu verlassen. Die 3stufige Treppe steigt sie auch mit 2 Beinen hinauf und rutscht über die glasierten Fliesen der Terrasse in ihren Bereich. Richtig. Ihren Bereich. Die anderen Hunde werden angepault, wenn sie zu nah dran vorbei gehen.

 

Geschenkt. Meine 3 Schäfis wollen ihre Runde. Bekommen sie. Wir gehen ungekämmt und müde mit einem Hauch von Eau de Pipi an den Klamotten durch das Dorf. Am Feldrand entlang und gucken den Sonnenaufgang an. Der Zeitungsmann steigt vom Rad und verabreicht allen 3en ihre LeckerlieRation, die ja absolut Pflicht ist.

 

Zurück. Ich füttere meine Hunde außerhalb von Phönies Sichtweite. Inzwischen ist es fast 6 Uhr. Möge die nächste Runde beginnen. Die Bewegung hat den Darm der zweibeinigen Hündin aktiviert. Sie hat Kot abgesetzt. Inzwischen in kleinen überschaubaren Dosen und nicht mehr flüssig und übelriechend. Gummihandschuhe an. Los geht's. Absammeln. Wegputzen. Nochmal wischen. Ganz die Poo Managerin.

 

Während der Vorbereich ihrer Ecke trocknet, nimmt Phönhilde ein Sitzbad in Tanolact. Nicht ganz freiwillig, wie sie freundlich aber bestimmt zu erkennen gibt. Hinwerfen. Pfoten ausstrecken und bloß nicht anheben lassen. Da kenn ich nix. Die inzwischen 23 kg werden direkt hochgehoben und mit dem nackten Hintern ins warme Wasser gesetzt. Ich setze mich neben sie und halte sie fest. Stillsitzen ist generell nicht so ihr Ding. Streicheln, schmusen. 10 Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie steigt alleine aus der Schüssel und legt sich auf eine alte Decke aus der Nacht, die noch halbwegs trocken war. Dort muss sie noch 5 Minuten ausharren. Gewöhnlich schießt nochmal etwas Kacki nach. Und dann kommt das Babyfeuchttuch zum Einsatz. Gut. Du darfst zurück auf Deinen Thron.

 

Inzwischen ist es halb 7. Ich füttere ihr Spezialfutter mit Zusätzen und einer DiaTab. Während sie frisst creme ich ihr die Wunden ein und versorge die Baustellen mit Salbe und Co. Findet sie doof. Nützt aber nix.

 

Ich trage die Wäsche der Nacht in den Keller und räume die letzte Waschmaschine aus, die in

der Nacht lief. Aufhängen. Neue Maschine füllen, anstellen. Jetzt ziehe ich die

Handschuhe aus. Ich gehe ins Bad und wasche mich. Ich tausche das Eau de Pipi

gegen Addict von Dior. Die dreckigen Jogginghosen und Gummi Flipflops gegen

Hochhackige.

 

Oh noch 5 Minuten. Jetzt aber los. Hunde einsperren. Schafe aus ihrem Gehege in den aktuellen Futterbereich locken. Türen zu. Nochmal alle Transfertüren checken und dran rütteln. Hunde wieder rauslassen. Jetzt aber. 5 Minuten drüber. Kein Kaffee gehabt. Kein Frühstück. Vorbei am Terrassentisch, der bis oben hin voll ist mit Phönie Zubehör. Stapel von Inkontinenzunterlagen, Windeln, Decken, Handtüchern, Cremes und Feuchttüchern. Schön ist auch anders.

 

Ich bin raus. Für 12 Stunden. 1,5 Stunden zum Job. 9 Stunden im Büro und 1,5 Stunden zurück. Unsere

Freundin vor Ort übernimmt. Gott sei Dank. Allein kannst Du sie nicht lassen.

 

9 Uhr der nächste Unterlagenwechsel. Je nach Wetter wird sie nach vorn geholt. Dort hat sie ein zweites Lager. Wir haben es umzäunt. Nicht ohne Grund. Houdinis kleine Schwester pöbelt gern mal rum und springt aus der Umzäunung, um sich beim nicht autorisierten Robben die Wunden aufzuschubbern.

 

Sie ist bellfreudig. Ein beherztes und robustes „Halt die Backen Phönie!“ schallt über das Gelände. Sie lernt. Langsam aber stetig. Der Rolli wird angeschnallt. Sie bekommt eine Extra Runde. Noch mehr Hintern säubern. Noch mehr Wäsche waschen.

 

Wenn ich zurück bin, müssen meine 3 Knaller vor die Tür. Inzwischen nehme ich sie im Rolli mit auf Tour. Wir haben dasselbe Spiel vom Morgen noch einmal.

 

Zurück. Meine Hunde füttern. Phönie versorgen. Sitzbad. Hundebett. 22 Uhr. Vielleicht auch 22.30. Ich dusche und lege Klamotten für den nächsten Tag heraus. Heute war nix romantisch. Vielleicht der Sonnenaufgang. Den Sonnenuntergang hab ich verpasst.

 

Ich gehe an den Rechner und arbeite die Mails ab. Gleich Mitternacht.

Ich muss dringend schlafen. Kurz vor 4.30 Uhr ist Hanga zur Stelle und erinnert

den Wecker, dass er gleich klingelt. Ich lese wie verliebt die Menschen in diese tollen Hundeaugen sind. Ja. Schön leicht, so vor dem Rechner.

 

Weshalb schreibe ich das? Nicht als Klage. Das Schicksal mit diesem Pflegehund ist selbst gewählt. Allein, ich hab den Aufwand unterschätzt. Phönix ist eine großartige Hündin. Ein Dickkopf sondergleichen. Gerade läufig. Sie stellt Autoritäten gern in Frage. Nicht unfreundlich. Aber unbequem.

 

Mit anderen Hunden ist sie verträglich. Phönix muss aber geführt werden. Sie ist kein Hund, der nebenbei mitläuft. Den Text hier schreibe ich im Büro. Immer mal wieder Absatz für Absatz. Die Zeit würde sonst nicht reichen und es steht außer Frage, dass diese Zeitspanne von der Zeit mit den Hunden abgezogen wird.

 

Ich bin der robuste, nüchterne Typ Mensch. Verliebtheit hat schon in Jugendzeiten Kopfschütteln bei mir ausgelöst. Es gibt etwas weit wertvolleres als Schwärmerei. Diese Momente, wo mir der Hund sein Vertrauen und seine Liebe schenkt. Ganz aufrichtig. Ohne Falschheit. Die stillen Momente. Tiefe Liebe. Wenn Dir morgens der Kopf auf dem Schenkel abgelegt wird und sie Dich dankbar und wissend ansehen. Dieser Blick, der sich bei Dir entschuldigt für all den Stress, den Aufwand und die Mühe. Der Blick der gleichzeitig soviel Dankbarkeit zeigen kann, wie es Menschen unmöglich ist.

 

Ich bin dankbar für die 2 Damen, die helfen. Die das Leben genauso wertschätzen und sie nicht in ihren Pipi liegen lassen. Es bleibt harte Arbeit.

 

Der Aufwand wird weniger. Wir spielen uns ein. Sie kann länger Pipi halten. Feste Futterzeiten und fester Stuhl ermöglichen Planung. Ich werde dennoch sehr dankbar sein, wenn Phönix ihr Für Immer Zuhause gefunden und bezogen hat. Aber eins ist sicher. Nur wenn die neuen Eltern dies alles wissen und trotzdem ein eindeutiges Ja zu Phönix finden, egal wie unromantisch es an manchen Tagen sein wird. Nur dann lasse ich sie ziehen. Niemand, der genervt von Einschläfern redet. Niemand, der nach 6 Wochen feststellt, dass der Hund sofort wieder weg muss, weil es mehr Arbeit ist, als gedacht und weil Phönix einmal herzlich bellt. Nur jemand, der bereit ist sie zu pflegen. Sie zu erziehen und mit ihr zusammenzuwachsen.

 

Dieser Hund braucht eine Aufgabe! Auch mit 2 Beinen hält sie Schafe in Schach. Sie kann sehr genau sagen, was sie will und was eben nicht. Sie wird nicht den ganzen Tag teilnahmslos in der Ecke liegen. Sie möchte ernst genommen werden. Und wir wollen das auch. Diese kleine Nervensäge hat die beste Versorgung verdient.

 

Phönix kann nicht Danke sagen. Nicht zuletzt weil sie immer was zwischen den Backen hat. Bälle, Teddys, Rinderohren. Was halt grad so im Angebot ist. Das Danke kommt wenn Du während der Säuberung ihres Liegeplatzes aus dem Augenwinkel siehst, wie sie sich glücklich im Gras wälzt. Satt, bewegt,

zufrieden. Phönix ist treu. Ein Treuhund. Wir geben Sie nur in TreuHAND!

 

Danke für allen materiellen Support. Danke für Zuspruch. Ich schreibe dafür nicht mail an mail. Das bringe ich Phönie bei. Die sucht ja noch eine Aufgabe. Weiß nicht wie lange es dauern wird, bis sie es kann....

 

 

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Fr

15

Jul

2016

Behalt das Leben lieb

Ein Text von Jorinde Leonhard.

 

"Beklage dich nicht über die Dunkelheit. Zünde eine Kerze an."
Konfuzius
...
Phönix Geschichte.

Irgendwann einmal waren da Menschen, die einen kleinen Hund kauften.
Niedlich, verspielt, hübsch anzuschauen oder einfach die günstige Alarmanlage für den Hof.
Genau weiß dies niemand. Denn ein Hund kann nicht für sich sprechen, wir können nur versuchen, ihn zu verstehen und das aufzuzeigen, was in seinen Augen denen verborgen bleibt, die nicht richtig hinschauen.

Wie auch immer ihr Leben seinen Lauf nahm, es vergingen einige Jahre.
Jahre, in denen sie vermutlich niemals das Grundstück verließ, auf dem sie lebte.
Denn alles, was außerhalb dessen ist, scheint sie nicht zu kennen und macht ihr Angst.
Dabei ist sie sicherlich schon an die 5 Jahre alt.
Und doch spielte man mit ihr Ball, gab ihr Spielzeuge und streichelte sie.
Denn all das kennen Straßenhunde nicht. Familienhunde schon.
Phönix liebt das Spiel mit Ball, Kuscheltier oder was auch immer sie zwischen die Zähne bekommen kann.
Und sie kuschelt. Zärtlich und vorsichtig drückt sie dabei ihr Köpfchen gegen den Menschen.
Es ist ihr vertraut.

Doch dann muss dieser eine vermeindliche Tag gekommen sein.
Der Tag, an dem ihr weiteres Schicksal seinen Lauf nahm.
Sie geriet unter die Räder eines Autos.
War sie weggelaufen? Passierte es beim Spaziergang?
Hatte man sich ihrer entledigt zuvor?
Dieser Unfall verletzte ihre Wirbelsäule und ihre Hinterläufe so schwer, dass sie fortan gelähmt ist.
Eine Zeit lang schleppte sie sich so durch die Straßen Rumäniens.
Als Tierschützer sie fanden, hatte sie sich bereits ihren einen Hinterlauf größtenteils selbst amputiert.
Sie muss versucht haben, sich des Gewichtes zu entledigen.
Am Ende ihrer Kräfte brachte man sie in eine Klinik, die sie wieder und wieder operierte.

Und man fand ihre Besitzer.
Doch diese hatten kein Interesse mehr an Phönix.
Verstoßen also, weil sie fortan anders ist, besonders.
Weil sie nicht mehr der Norm entspricht.
Weil sie mehr Arbeit macht.
Weil sie kein Mitglied der Familie ist.
Denn um diese sorgt man sich - egal, was mit ihnen geschieht.
In guten, wie in schlechten Zeiten.

Fortan lebte sie also über 3 Monate in einem Käfig in der Tierklinik.
Die Ärzte hatten natürlich keine Zeit, sich intensiv um sie zu kümmern.
Bis Claudia sie entdeckte und zusammen mit Amicii Dog Rescue versuchte, einen Pflegeplatz für sie zu finden.
Außerhalb Rumäniens.
Man packte sie kurzerhand ein und machte sich mit ihr auf die lange Reise nach Deutschland.
Aus einem geplanten Zwischenstopp, wurde ihr neuer Päppel-Platz.
Das Zuhause von Anke, wo wir wiederum zur Zeit uns zur freundschaftlichen Hundebetreuung befinden.

So begegnete ich also Phönix zum ersten Mal vor 3 Wochen.
Ich betrat die Terrasse und sah dieses klapperdürre Ding, scheinbar vollkommen ohne Hinterleib, auf einer Decke liegen.
Mein erster Gedanke war definitiv:
"Liebst Du noch Dein Leben?"
Die Vergangenheit meiner Schwester Marie Jennifer und meiner eigenen über alles geliebten Hündin Nasuc haben mich gelehrt, dass wir niemals die Entscheidung treffen können, welches Leben leben darf und welches nicht, ohne dieses Lebewesen persönlich kennen zu lernen.
Die Zeit hatte ich mehr als intensiv, 12 Stunden täglich, 7 Tage die Woche in den vergangenen 3 Wochen.

Phönix hat den Autounfall, die Amputation und die folgenden Operationen nicht nur überlebt.
Sie will leben!
In ihr steckt das Herz einer Löwin.
Die vergangenen 3 Wochen hat sie für mich in die Welt hinaus gebrüllt, dass sie jemand ist.
Dass sie ihren eigenen Dickkopf hat, einen starken Willen und jede Menge Mut, sich durch alle Schwierigkeiten zu kämpfen.
Wer wären wir gewesen, dieses kostbare Lebewesen seines Lebens vorzeitig zu berauben?
Sie hat ein Recht auf ihre Freiheit und soll dafür jede Unterstützung bekommen, die sie braucht.
Zum ersten Mal läuft sie hier frei:
https://www.facebook.com/thisis.noart/videos/vb.1018747263/10208016209335908/?type=3&theater

Dieser Artikel plädiert für mehr Wertschätzung eines jeden einzelnen Schicksals.
Niemand kann ein Urteil fällen, ohne das betroffene Individuum zu kennen.
Zu schnell sitzen wir vor unseren Bildschirmen und glauben, es besser zu wissen.
Wir sind der Meinung darüber richten zu können, wer leben darf und wer eben nicht.
Doch das sollte denen überlassen werden, die bei diesen Tieren sind. Die ihre Augen sehen.
Niemals sollte über das Leben eines anderen entschieden werden, ohne ihn zu kennen.
Egal, ob Mensch oder Tier.
Die Dunkelheit siegen zu lassen, sollte immer die allerletzte Option sein.
Zuvor sollte man gründlich gemeinsam mit dem Tier abschätzen, ob es nicht noch Licht am Ende des Tunnels gibt, das Leben verspricht.
Denn auch Tiere mit Besonderheiten lieben ihr Leben.

Phönix lebt derzeit also mit uns auf Pflege in Brandenburg.
Sie sucht noch ihr Für-immer-Zuhause.
Sie ist inkontinent und fährt Rolli.
Bellt gern und macht gern Quatsch.
Sie braucht Beschäftigung und Auslastung.
Typisch Malinois - den wir in ihr vermuten.
Sie ist eine Kuschlerin und ohne Teddy geht sie nicht ins Bett.
Wer sich ernsthaft in sie verliebt und sich sicher ist, dass er ihr ein Leben in Würde und Freiheit bieten kann, darf sich gern bei uns melden.
Danke!

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Do

12

Mai

2016

Joshi Slowhand Müller

Joshi. Ein Video aus der Tötung in Ungarn. Halb verhungert. Ohne Schutz. Im Zwinger auf eisigem Betonboden. Ob er es schafft weiß man nicht.

 

Hallo?! Einpacken! Wie jetzt? Ja. Kommt zu uns. Punkt. O.K.

 

Ich werde nie verstehen wie man seinen Begleiter einfach zum sterben oder in diesem Fall zum töten abgeben kann. Weil kein Platz war, wurde er einfach schutzlos an den Zaun gekettet. 1,5 Meter Eisenkette. Ein Alptraum. Nach dem Einsatz der Tierschützer vor Ort, kam er wenigstens in einen Zwinger. Ohne Decke oder Hütte. Untragbar.

 

Nun ist er seit dem 7. April da. Stinkend. Klapperdürr. Traumatisiert. Man konnte ihn kaum anfassen. Er schrie leidlich, wenn man ihn zum Aufstehen bewegen wollte. Bloß unsichtbar liegen bleiben. Beim füttern am ersten Tag war er so unsicher, dass er sich kaum traute etwas zu nehmen. Unverständnis, dass hier offenbar genug ist und jeder etwas bekommt. Wir hatten 4 Tage zuhause. Mit 4 Hunden. Die neue Ordnung musste sich finden. Adam und Hanga haben großartig mitgearbeitet. Joshi wurde sicherer.

 

Schon in der Zweiten Nacht hörte ich ein Tapern auf den Fliesen. Aufspringen. Zu spät. Hin gepuschert. Ich wische. Langsam fanden wir den Weg in den Garten. Am 3. Tag war es klar. Der Garten ist ein guter Ort. Reinkommen? Wieso reinkommen?

 

Endlich drinnen tapert es wieder des nachts. Schaum vor dem Maul. Der Bauch aufgebläht. Ein Anruf beim tierärztlichen Notdienst. Nein. Man kann nicht kommen. Ich müsste ihn bringen. Allein er ließ sich nicht anfassen. Ins Auto. Undenkbar. Lefax Liquid in eine Spritze gezogen und mit sanfter Gewalt in seine Schnute gespritzt. Die Pupse riechen erbärmlich. Aber er entgast. Stundenlang sitze ich auf dem Boden neben ihm. Dankbare Augen. Er ist schwach. Fast apathisch. Ich weiß nicht, ob der die Nacht überlebt.

 

Am Morgen geht es ihm besser. Er geht allein vor die Tür. Und danach gleich wieder rein. Fressen aus der Hand. Dieses Spiel hatten wir noch ein paar Nächte danach. Wir sind beide müde. Aber er schlägt sich tapfer und will leben. Ich füttere im Garten, um ihn herauszulocken. Es funktioniert. Sein Herz wird sicher. Wenn ich die Leine anklicke steht er auf. Oder auch nicht. Jammernd protestiert er. Ich gebe ihm Zeit.

 

Der erste Tierarztbesuch mit 4 Schäferhunden. Er steigt in den Wagen ein. Und ich dachte es wird ein Problem. Nein. Er liebt es. Aussteigen? Wieso aussteigen? Ab nach vorn und ablegen. Mit sanfter Gewalt und Gegenwehr lässt er sich aus dem Auto ziehen.

 

Wir wiegen ihn. 30 kg. Was? Hammer! Ich betrachte ihn das erste Mal richtig. Dieser Hungerhaken. 20 hätte ich geschätzt. Was muss das mal für ein stattlicher Kerl gewesen sein. Na dann Spot on für Hunde über 30 kg. Seine Wirbelsäule hat Verknöcherungen. Seine Linsen sind trüb. Seine Ohren funktionieren aber einwandfrei. Seine Nase sowieso. Niemand weiß wie lange er leben wird. Der Patient ist stabil.

 

In den folgenden Wochen steht er mit uns auf und startet die Morgenrunde. Nur 200 Meter. Dann geht er zurück. Zur Sicherheit.  Inzwischen schaffen wir einen Kilometer. Langsam. Er macht seinem zweiten Vornamen alle Ehre. Slowhand. Das ist kein Trödeln. Das gehört zur Performance.

 

Inzwischen springt er sogar manchmal ein paar Meter freudig vor Dir her. Er ist sehr süß. Wenn das aufmüpfige Eichhörnchen vorbeigeht wird gebellt. Rauchige, tiefe Töne sind dem alten Knaben zu entlocken. Freundlich begrüßt er Besucher. Wenn ich zum Job aus dem Haus muss, läuft er mit und versucht sich durchs Tor zu drängeln. Geht leider nicht. Eine offene Autotür veranlasst automatisch zum einsteigen. Egal ob es unser Fahrzeug ist.

 

Joshi geht Beifuß und legt sich gehorsam ab. Dieser Hund hatte mal eine exzellente Ausbildung. Er hört auf seinen Namen und leistet wie selbstverständlich Gehorsam. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse. Er wälzt sich freudig im Gras. Die Nase rutscht durch die grünen Wiesen und man kann das Glück in seinen Augen sehen.

 

Niemand kann sagen, wie lange er uns noch begleiten wird. Wir können nur sagen, dass sein Leben wertvoll ist. Ein Schatz, den wir sicher nicht mehr hergeben. Adam und Hanga haben ihn vom ersten Tag respektiert. Es steht außer Frage, der er gemaßregelt oder kontrolliert wird. Als wir gestern auf dem Rückweg unseres Abendspazierganges waren, hat mein süßer Adam ihn sogar zum Spiel aufgefordert. Er konnte ihn nicht hinreißen, trotz 3 oder 4 Versuchen. Aber Joshi ist voll akzeptiert und integriert.

 

Er wird medizinisch versorgt und die verbleibende Zeit bei uns, werden wir ihm in Würde und Freiheit begegnen. So gehört das einfach.

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