Mo

01

Apr

2019

Endlich Freizeit

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Fr

08

Jun

2018

Abschied nehmen

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So

22

Apr

2018

Quotenrenter an Bord

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17

Feb

2017

Der Joshi Bär

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Di

14

Feb

2017

ValenDienstTag mit Phönie

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Mo

01

Apr

2019

Endlich Freizeit

Nach 10 seeeehr langen Monaten in einem fordernden Projekt brauche ich Pause. Nach müde kommt blöd. Lange Stunden mit intensiver Problematik. Existentieller Wichtigkeit für 1600 Mitarbeiter und wirklich müden Gehirnwindungen muss ich aufhören. 29.03.2019. Ein Freitag. Projektende. Jihaaa! Endlich Zeit für lange Gassiwege. Es ist kein richtiger Urlaub. Nur endlich die Arbeit zuhause schaffen und Mittagspause halten ohne bis Mitternacht vor einem Rechner zu sitzen und unter Hochdruck Arbeit wegzuschaffen. Das reicht ja. Die Mitarbeiter sind in den Urlaub geschickt. Das Haus ist leer. 10 Tage am Stück. Soweit der Plan.

 

Ein Anruf. Hund. Von der Kette. Schäfi. Groß. Männlich. Kette eingewachsen. Auf den OP Tisch. Das Ordnungsamt will einschläfern, weil man nicht weiß ob er verträglich ist. Ja. Kann kommen. Natürlich. Als ob ich über Leben und Tod entscheide, ohne dem Tier eine Chance zu geben.

 

Ach ja. Ihr seid gleich da. Nix vorbereitet. Eine Kindergittertür ins Badezimmer geschraubt. Eine Plastikwanne aus dem Keller geholt. Kissen rein. Wasser und Futternapf. Alles füllen. Und da sind sie auch schon. Urlaub ist anders.

 

Der Hund ist noch benommen von der narkotischen Behandlung. Maulkorb angezogen, in einem Kofferraum, der gegen ihn klein wirkt. Die Treppe hoch schafft er in dem Zustand nicht. Ich trage ihn. Oha. Mind. 38 kg. Hoffentlich kann er das morgen in einem anderen Zustand. Ausweispapiere, Chipnummern, Medikamente. Alles da. Der Nacken ist ausrasiert. Eine 12 cm lange Naht deutlich sichtbar. Ich nehme ihm den Maulkorb ab. Er trinkt und legt sich nieder. 

 

In der ersten Nacht schließe ich die Badezimmertür. Die kleine Gittertür ist im Ernstfall kein Garant, dass er nicht im Wohnbereich steht und uns alle fressen will. Es bleibt ruhig. Innerlich ist man jedoch unruhig. So sieht also Urlaub aus. Ich gehe die Morgenrunde mit meinen Hunden und füttere. Und dann geht es los. Meine Hunde ins Büro. Neuer Hund vorn raus. Dicke wattierte Jacke und Hose, Handschuhe. Maulkorb auf. Geschirr an. Er grummelt unsicher, ist aber brav. Tür auf. Die Treppe schafft er runter schonmal gut! 

 

Ausgiebig schnüffeln. Ich mache mir Kaffee. Mit Zaun dazwischen entdecken sich die Hunde. Meine Garde ist souverän. Wie immer. Ich beobachte das und bestärke die Hunde darin, dass das hier gut ist. Der Futternapf ist leer. Ich fülle ihn neu. Nach einer Stunde im Garten leine ich ihn wieder an und führe ihn ins Bad. Mir ist unsagbar warm in diesen dick wattierten Klamotten. Aber sicher ist sicher. Drinnen nehme ich den Maulkorb ab und er entdeckt das Futter. Knurrend findet er die Idee richtig doof, dass ich zu nah an eben diesem stehe. Mit einer Hundedecke, die ich über ihn werfe, springe ich erstmal raus aus der Situation. Na das kann ja was werden. Gittertür zu. Pause. 

 

Alles beruhigt sich. Neben das Bad stelle ich den Bambusstab mit 2 Metern Länge. Meine Hunde dürfen rein und sie beschnüffeln sich Face to Face. Es wirkt deutlich freundlicher als gerade beim Futter. Der Bambusstab als verlängertes Werkzeug der auf den Fliesen peitschende Geräusche hinterlässt als Sicherung neben der Tür. Wir brauchen ihn nicht. 

 

Das Spiel wiederholen wir an diesem Tag noch 3 Mal. Die Routine kommt gut. Und auch der neue Schäfi wird sicherer. Klospülung und Staubsauger sind sein Todfeind. Er bricht förmlich zusammen und wird unsicher, was er mit deutlichem Knurren kommentiert. Ich bin inzwischen sicher. Es ist eine ängstliche Reaktion beim Hund. Keine Aggression. Er kennt gar nichts, dennoch verbringe ich die kommenden zwei Tage in wattierten Klamotten. Er trägt Maulkorb aber läuft schon an Tag 2 mit den anderen Hunden zusammen und entdeckt das Grundstück. Fotos dürfen wir keine machen und online stellen. Wir haben uns mit dem Tierheim darauf geeinigt, dass wir den Hund ankommen lassen, bevor wir irgendwas öffentlich machen. Drama raus. Ruhe rein.  

 

Der Hund ist mega klug. Lernt super schnell und total gern! Türen öffnet er. Zäune mit Löchern werden zum durschlüpfen genutzt und das Loch auch nur klein ist, erweitern wir es. Gut, dass ich zuhause bin! Der Knabe entdeckt Löcher, die hier 4 Jahre keiner erahnte. Ich flicke ganztägig um Schafe und Esel zu sichern. Die kennt er nämlich auch nicht und schreit sei erstmal an. 

 

Was über die folgenden Tage  zum Vorschein kommt ist ein toller Hund, der wirklich eine Chance auf echtes Leben verdient hat. Step by Step lernen wir die Grundregeln. Schon bald ist er voll integriert. Nur die 10 Tage sind um. Was ich erarbeitet habe, muss nun von anderen weitergeführt werden. Zumindest tagsüber. Es bleibt aufwühlend und ich habe angespannte Nerven. Überfordere ich die Leute nicht? Nimmt er die anderen genauso an? Weiß ich doch, dass meine Erfahrung sich nicht spontan auf anderen übertragen lässt. Leider klappt es nicht mit allen. Unsere Hundesitterin entwickelt Ängste, die der Hund natürlich spiegelt. 

  

Er bleibt 3 Tage nicht vollwertig betreut. Natürlich sind kompetenten Menschen in Haus

und Hof, die ihn in den Garten lassen. Aber das ist ja nun wirklich nicht Sinn und

Zweck des Ganzen. Also benötigen wir einen neuen Hundesitter. So Leid es mir

tut. Dank ebay Kleinanzeigen ist dieser erstaunlich schnell gefunden. Die

Anleitung sitzt und es klappt. Mit kleinen Verrenkungen und nach einer Woche

vorsichtigem Herantasten sitzen die Handhabungen. Dafür bin ich dankbar! Mit Freizeit hatte das wenig zu tun. Es waren sehr intensive Tage. Ringen um Integration. Die sich voll gelohnt haben! Für den Hund! Nun ist er  vermittelbar und sucht sein zuhause. HIER Mehr Angaben dazu: CEZAR

 

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Fr

08

Jun

2018

Abschied nehmen

 

Es ist soweit. Jemand bekommt Dein Bett. Ein junger Schäferhund. Nach Sturz aus großer Höhe gelähmt. Nun sind 456 Tage vergangen seid Du die Abkürzung in den Himmel genommen hast. Ich freue mich, dass Dein Bett einem anderen Hund hilft. Die Tränen kullern, weil es bedeutet, dass nun auch das letzte Stück von Dir weiterzieht. Dein Thron. Dein Rückzugsort. Deine Spielzeugsammelkuhle.

 

Deine Ankunft war eine spontane Entscheidung. Nur für kurze Zeit. Weil ich sowas in unserem Alltag gar nicht abbilden kann. Auf keinen Fall für immer. Nur mit Hilfe. Hilfe war da. Die ersten Wochen haben wir uns Deine Pflege geteilt. Ich habe auf einer Matratze am Boden geschlafen, um 4 Uhr nachts Dein Lager sauber zu machen. Dein Sitzbad durchzuführen. Deine Wunden zu cremen. Die Terrasse zu schrubben. Wenig später hat die Tagschicht übernommen. Ständig Wischen. Unterlagen wechseln. Wunden versorgen. Nach 10 Stunden unterwegs kam ich nachhause und habe bis spät Dein Lager gesäubert. Die Unterlagen gewechselt, Dein Sitzbad durchgezogen und Deine Wunden versorgt. Deine offenen Wunden, dein entzündeter Hinterleib, dein schwacher Körper brauchte Stärkung. Die Waschmaschine lief ständig. Von allem war zu wenig da.

 

Drei Monate später hattest Du zugenommen, die Wundheilung schritt voran, Deine Rolli Exkurse waren erfolgreich und Du warst ein Rolli Rowdy. Mit Links überholen, ohne blinken und mit anrempeln. Immer vorn. Selbstbewusst. Völlig unbeirrt der Tatsache, dass Dir 2 Beine fehlten und Du eigentlich gelähmt warst. Schwimmen war Dein Ding. Kein Stock zu groß. Dein Lieblingsstock hast Du mit in die Ewigkeit genommen. Die Lähmung verschwand und die Tatsache, dass zu früh zuviel amputiert worden ist, war deutlich sichtbar. Die kleinen Stummel wackelten wie ein Entenbürzel bei jedem Schwimmzug mit. Ich hab jeden Tag gebetet, das neue Beine vom Himmel kommen.

 

Zeit für ein neues Zuhause. Tolle Angebote. Herzliche Anfragen. Keins war gut genug. Keiner hat geahnt wieviel Arbeit Du machst. Und keiner konnte Dir die Freiheit bieten, die Du so geliebt hast. Ständig war man am suchen wo Du jetzt wohl wieder bist. Schafe anschreien. Schuhe verschleppen. Leckerlies klauen. Rotzfrech. So souverän. Und die einzige Hündin, die Hanga je die Stirn bieten konnte.

 

Du warst in der Bild. In der BZ. Im Fernsehen. Ein kleiner Popstar unter den vom Schicksal Geschlagenen. Allen hast Du Mut gemacht mit Deiner unbändigen Liebe zum Leben. Wir sind am Krankenhaus vorbeigelaufen und sie haben Dir gewunken. Die ohne Arme und Beine. Die mit den Gebrechen. Jeder konnte sehen, dass Dein Schicksal Dich nicht besiegt hat. Du kleines silbergraues Wunder auf 2 Pfoten. Monate ohne Antibiotika und ein Infekt schlich sich ein. Wir waren sofort in der Klink. Dein behandelnder Arzt nicht da. Die Vertretung mies. Jeden Tag haben wir angerufen. Nach 3 Tagen waren wir in einer anderen Praxis und haben geröntgt und Blutwerte genommen. Anderes Antibiotika. Ich habe alles stehen und liegen lassen und bin von Klinik zu Klinik mit Dir. 300 EUR Vorkasse. Klar. Und doch wollte Dich niemand behandeln. Euthanasie. Nicht wert zu leben und so schlechte Werte. Im Wartezimmer mit Untertemperatur und als Notfall gefühlte Ewigkeiten gewartet. Mir blieb nichts als Dich zuhause an den Tropf zu hängen und die Behandlung selbst vorzunehmen. Soviel wertvolle Zeit verstrichen, die so wichtig gewesen wäre. Multiresistente Keime. 6 OP`s im Jahr davor und ständige Antibiose waren zuviel. Nichts schlug an. Du wurdest schwächer und warst trotzdem noch frech und wolltest nicht liegen bleiben. Ich hab Dich aus der Hand gefüttert. Und als ich den ersten Tag wieder arbeiten war, weil ich dachte Du bist auf einem guten Weg, kam der Anruf. Bitte nachhause kommen. Kein Wort mehr. Es reichte, um zu wissen was passiert.

 

Ich bin sofort losgefahren. Zu schnell. Geblitzt. Egal. Weinend. Da lagst Du. In Deiner Schale. Friedlich. Die Kraft gewichen. Der Sturkopf weg. Du warst nicht alleine. Hundesitterin, Bürofutterdame und Pflegemama waren da. Ein letztes Aufbäumen bevor Du gegangen bist. Mit nur 6 Jahren. Das blühende Leben innerhalb von 5 Tagen gewichen. Ich habe es nicht kommen sehen.

 

Tage später träume ich von Dir. Du sitzt auf den Flügel eines Flugzeugs. Mit wuscheliger Rute und 4 Beinen. Darunter Deine 3 Geschwister. Sie bleiben am Boden. Du hebst ab. Wir sehen uns wieder. Wo die Zeit endet, beginnt die Ewigkeit.

 

Dein Rolli geht an Mimi, die ihn weitergibt an einen Collie. Dein Zubehör verteilt sich hier und da. Im Tierheim. Auf dem Transport in alle Lande. Nur Dein Bett bleibt. Nun wird es abgeholt. Man sollte meinen nach so langer Zeit ist man drüber weg. Kein Stück. Im Zug nachhause kullern leise die Tränen während die Landschaft vorbei fliegt. Einfach weil Du des Lebens und wir Deines Lebensmutes beraubt sind. Da wäre noch soviel zu erleben gewesen. Ich habe Dir versprochen, dass Dein Tod nicht vergebens war. Im Hintergrund läuft das Phönhilde Projekt. Eine Stiftung ist gegründet. Das Projekt ist groß. Sehr groß. Eigentlich zu groß. Aber hey Du warst auch ein bisschen größenwahnsinnig. 2 Konzerne prüfen das Konzept und helfen bei der Berechnung und Bemessung. Leise. Denn noch muss es geheim bleiben. Zuviele Geier kreisen überall. Wir lassen uns nicht nochmal berauben.

 

Lange habe ich ein Video vorbereitet. Allein die Worte fehlten. Kein Blogeintrag auf der Webseite. Weil keine Worte sagen konnten, was da an Trauerarbeit zu erledigen war und ist. Dabei ist soviel passiert. Wir werden berichten. Aber das gehört Dir. Es bleibt Dankbarkeit für die kurze aber sehr intensive Zeit. Liebe Phönie. Wir sehen uns wieder. Stell nix an bis dahin!

 

2. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 4 ---- Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.

 

 

 

 

 

 

So

22

Apr

2018

Quotenrenter an Bord

Joshi hat sich verabschiedet. Am 27.12.2017. Ein bisschen mit Ankündigung. Der Geist wach. Der Körper nicht. Wir sind zu Dritt. Adam, Hanga, Renate. Trauerzeit. Eigentlich Winter. Eigentlich jetzt die Zeit einem neuen Rentner eine Heimat zu geben. Eigentlich. Und doch. Renate ist so frisch, dass wir arbeiten. Verträglichkeit mit Hanga. Die kleine Sozioschwachmatin macht es nicht leicht. Ich schließe noch ein Projekt ab und dann bin ich wieder mehr zuhause. Die Augen offen. Klicken wir Anzeigen durch. Auf der Suche nach dem Opi der zu uns passt. Sicher ein Knabe. Keine Mädchen mehr. Zwei so Frauen reichen. Da ist einer. Gesehen. Aber da sind noch mehr. Auch gesehen. Mazly wirkt unscheinbar. Hell. Fast unsichtbar. Dagegen ein anderer dunkel, präsent und auch zu haben. Ich frage an. Der Sichtbare ist überraschend schnell weg. Naja, was soll's. Dann nehmen wir Mazly. Geht ja nicht um meine Farbvorlieben. Joshi war auch hell. Vielleicht wollte ich einen Unterschied machen und eine Abgrenzung zu Joshi. Zu frisch ist der Abschied. Anfrage läuft. Fragebogen. Mails. Telefonate. Wir können ihn abholen. Ich fahre. Nachts um 1 los. Er fährt mit entgegen. Aus Bratislava. Gegen 5 Uhr morgens bin ich in Bayern und warte im Dunkeln auf einem Parkplatz. Der Transport komm später. Gegen 7 habe ich ihn  eingepackt. Er macht das souverän. Wir sind 11 Uhr daheim. Die anderen Hunde warten mi Garten. Die haben ihre Hundeklappe. Ich halte vorher an. Führe ihn Gassi. Ordne logistisch Schafe, Ziegen und schaffe Raum, dass sich die Hunde mit einem Zaun dazwischen kennenlernen. Alles freundlich. Alles schick. Na dann. Tür auf. Und es klappt auf Anhieb. Ein freundlicher Kerl ist er. Sicher in jungen Jahren ein Knaller. Und nicht der dezente Typ, den man vom Bild erwartet hätte. Aber brav. Umsichtig und sozial. Mazly's Ohren wurden abgeschnitten. Manchmal markieren Zigeuner so ihre Tiere. Wir wissen nicht wie er dazu kam. Es macht ihn markant. Seine Bewegungen sind stabil aber durch das Alter gekennzeichnet. Muskeln fehlen. Er liebt Bälle und Stöckchen. Er liebt schwimmen. Lässt er sich auch zum Wasser fahren. Im Wasser macht er alle nass. Ein Röntgen ermöglicht einen Blick auf die müden Knochen. Ein ambitionierter Arzt würde eine künstliche Hüfte setzen. Wir nicht. Wir physiotherapieren, stabilisieren und machen es so leicht wie möglich. Im Herbst ist sicher. Mazly hatte den Sommer seines Lebens. Jeden Tag schwimmen. mehrfach. Mit Hingabe. Ausgedehnt. Es ist als wäre er schon immer da. Einfach so. 2018 ist heiß. Lange Tage. Und Wasser vor der Haustür. Er ist ein unglaublich süßer Hundemann. Entzückend schmusig. Freche wache Augen. Wir bereuen keinen Tag. Und hoffen, es wird noch ein Sommer. Und noch einer. Sein Kopf ist so wach. Vielleicht müssen wir eines Tages einen Rolli anfertigen lassen. Egal. Wir leben jeden Tag! Einfach so. 

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Fr

17

Feb

2017

Der Joshi Bär

Der Joshi. Ein echter Mann. Keksweich und knallhart. Unser Opi. Letzten April kam er. Ich wusste nicht, ob er es schaffen wird. Aber er hat sich stabilisiert. Und obwohl ihm die lange Kaltfront sehr zugesetzt hat, geht es ihm gut.

 

Joshi will nicht mehr viel. Er weiß, dass er den anderen körperlich unterlegen ist. Deswegen frisst er nicht neben seinen Adoptivgeschwistern. Sobald die auf seinen Napf starren, überlässt er denen mit fliehenden Fahnen das Futter. Zur Sicherheit.

 

Ich füttere ihn zweimal täglich aus der Hand. Er ist mäklig geworden. Nix mehr was lange aufhält. Am liebsten aus der Dose. Das zieht er dem Barf Zeug vor. Es ist weicher. Und man kann es wegschlabbern.

 

Er knabbert eigentlich gern, aber weil er ungleich langsamer ist, wird er natürlich schnell von den anderen belagert, die lange vor ihm fertig sind. Und dann überlässt er es denen besser. Zur Sicherheit.

 

Vor Hanga hat er Schiss. Die Gouvernante achtet auch super scharf darauf, dass er nicht ausschert. Fell bürsten kommt ungefährlich gleich nach Zähne ziehen oder so. Lose Haare beiläufig abzupfen löst hysterisches Kreischen und Zähnefletschen aus. Er bleibt ein Spezialfall. Schnelle Bewegungen machen ihm Angst.

 

Joshi ist ein zutiefst unsicherer Hund. Nur mit Ermutigung und gutem Zureden folgt er brav. Er trödelt notorisch. Und wenn er keine Lust mehr auf Gassi hat geht er nachhause. Einfach so. Ne Abkürzung. Er kennt ja den Weg.

  

Sein Gangbild wirkt steif und tapsig. Das allerdings ist schonwieder sehr niedlich, wenn er wie ein staksiges Kalb durch den Schnee marschiert. Die Beine immer höher heben, als man muss. Die Pfoten durchgelatscht. Er kann kaum noch was sehen. Deswegen muss man stets auf ihn warten, ihn liebevoll locken und seine Ängste schonmal von vorn herein negieren.

 

Joshi wird nie mehr ein sicherer Hund werden. Er liebt das kuscheln. Nur nicht am Rücken. Da kneift es. Und auch nicht weiter außer bis zur Halskrause. Die Ohren. Die sind toll. Alles andere verunsichert ihn. Man muss Geduld mit ihm haben. Mr. Slowhand perfektioniert seine langsam Performance.

 

Aber wisst ihr was. Wir haben ihn lieb. Ausser Hanga ;-) Jeder tolle Tag in Joshis Leben ist ein wertvoller Tag. Wir planen Anfang April ein paar Tage an der Ostsee. Dann wird der alte Mann das Meer kennenlernen. Wir hoffen auf großartiges Frühlingswetter. Lange Strandspaziergänge und sanfte Wellen.

Ich wünsche ihm von Herzen, dass er noch soviel genießt wie möglich. Lang genug war offenbar der Weg mit den vielen Steinen. Unser Sofa ist super. Und er ist ein kleiner Luxus Schisser. Joshi eben.

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Di

14

Feb

2017

ValenDienstTag mit Phönie

Aloha. Sonnenschein. In der Luft liegender Frühling. Valentinstag. Ich selbst mach mir da nix draus. Menschlicher Tand. Dazu kommt, dass ich ne Grippe habe. Jepp. Ich. Seit 20 Jahren ziemlich exakt die erste. 4 Tage Auszeit. Mehr geht nicht. Heute ist er letzte Tag. Sonst reicht es nicht um alle finanziellen Verpflichtungen zu tragen. Mehr Ausfall geht nicht. Immerhin. Samstag/Sonntag, Montag und Dienstag. Und ich bin weit stabiler als noch am Wochenende.

 

Allerdings war zu bemerken, was passiert, wenn ich mal nicht funktioniere. Wenn nicht die Morgenschicht Phönies Nachtergebnisse wegputzt. Gut. Ich rieche ja nix bzw. fange gerade erst wieder damit an. Sie hat eine Überlaufblase. Wenn voll, dann automatisch ein bisschen leer. Solange das auf einer der Inkontinenzunterlagen passiert ist das easy. Wechseln und gut. Aber das ist Phönie. Stillsitzen ist doof Phönie. Man wischt ständig ihre Wege. Das ist Aufwand. Aufwand der, den meisten Menschen reicht sie einzuschläfern. Aber das kann und darf nie ein Grund sein. Wer immer pflegebedürftig ist, wird auch versorgt. Solange Leben in diesem Individuum steckt. Und hey Phönix ist das Leben. In Person!

 

Ich habe aber seit nun mehr als 2 Monaten endlich ein tolles Team. Niemand rümpft die Nase. Alle packen mit an. Jeder Handgriff sitzt. Dafür bin ich unendlich dankbar. War es doch eher so, dass ich früher nachhause kam und der Duftspender im Raum in Phönix Nähe stand und auf sie gerichtet worden ist. Nicht das, was ich unter Liebe verstehe. Vorbei. Reset. Wunderbar!

 

Jeder hier freut sich auf den Frühling. Wir planen, denken und organisieren was bereits möglich ist. Die alte Wurfkiste Marke Eigenbau von Phönie fliegt raus (wer eine braucht mag anrufen). Eine tolle Sitzecke soll wieder auf die Terrasse. Umgeben von Liegeplätzen für die Hunde. Idealerweise abwaschbar. Bis auf Joshi sind alle meine Tiere gern und lang anhaltend draußen. Jack manchmal sogar über Nacht. Dann geht er auf Phönies alte Liegestelle und schläft dort. Die Hundeklappe und warme weiche Kissen gleich 2 Meter weiter. Adam liegt gern auf der Treppe. Früher war es die Terrasse, die dann aber zu Phönie Refugium geworden ist. Das ist nun vorbei. Sie wird teilen müssen. Es soll ein Platz für alle sein. Mit Anforderungen an die Hygiene und Praktikabilität. Eine Sportmatte wäre ideal. Groß genug. Robust genug. Weich genug. Abwaschbar. Das gehört auf unsere Wunschliste. Eine Frage der Kosten. Die können richtig teuer sein. Wir haben was preiswertes auf unseren Wunschzettel gesetzt. Vielleicht mag ja jemand mit basteln an unserer Idee. Hier nochmal der Link zu unserem Wunschzettel bei Amazon.

 

Und obwohl ich Phönie in den letzten Tag in meiner Kraftlosigkeit zugerufen habe, dass ich sie nie wieder füttern werde, wenn sie soviel wiegt, werde ich das sicher nicht umsetzen. Ihre Futterkiste ist fast leer. Wäre super, wenn sich jemand mit nem Säckli Futter beteiligt.

 

Ihr Lieben. Mona ist grad mit den Hunden raus. Ich dachte, hey super. Schnell nen Tee gemacht, und Phönies Bett und die Schuhe weggeräumt und die Nase eingecremt und... den Tee vergessen. Der Kopf ist noch nicht voll da und ich puste wie nach nem Marathon. 10 Minuten Bewegung. Gott sei Dank arbeite ich im Büro. Das wird morgen spannend.

 

Aber eins noch. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Phönie den Autounfall. Niemand außer der Verursacher weiß den Tag genau. Aber es war der Februar, der sie in die Klinik brachte. Noch mit 3,5 Beinen und wunderschönem Wuschelschwanz. Reset würde ich sagen. Neustart. Alles auf Anfang. Mit irgendwie besseren Karten in der Hand. Danke an alle Helfer. Danke an alle aufrichtigen Menschen, die das Leben ein Stück leichter gemacht haben. Ihr seid Klasse.

 

PS: Hier noch leicht verspätet der Link zur Sendung im ZIBB. Zuhause in Berlin und Brandenburg.

http://www.rbb-online.de/zibb/archiv/20170208_1830/eine-huefte-fuer-den-hund.html

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Do

19

Jan

2017

erstunken- ungelogen

Poopsie Tag. Am Morgen setzt Phönix gut Kot ab. Wir haben feste Futterzeiten und demnach halbwegs planbare Absatzzeiten. Halbwegs. Alles ist eingespielt. Die richtige Konsistenz. Die richtige Menge. Nur manchmal. Da formt sich das Ausscheideprodukt nicht so wie es sollte. Dann hängt da ein dicker Klops im Popo. Phönie drückt. Nix passiert. Wieso schreibt man darüber? Nun. Wir sind sicher nicht die Einzigen. Und wenn es anderen hilft bei der Freisetzung; geschenkt. Dann machen wir das.

 

Zwischen Phönie, mir und der Hundesitterin sitzen die Handgriffe. Die Waschmaschinelaufzeiten sind optimiert. Die Gassi Zeiten abgestimmt. Die Latexhandschuhe und die Klorolle immer neben Phönies Bett. Alles ist schnell, leise und unauffällig in den Tag integriert. So wird es weder für den Mensch zur Last noch für Phönix. Wir haben uns mit dem Winter arrangiert. Wischen ist unser Hobby.

 

Allein es gibt so Tage... wenn so ein Klops festhängt und alles drücken nix nützt, dann beginnt Phönix zu lecken und zu arbeiten, um die Last zu lösen. Inzwischen hat sich nach dem dicken Klops aber schon ne ordentliche Ladung der flüssigen Variante gebildet. Ein bisschen wie verkochtes essen. Zu lange gebrodelt.  Völlig zerfallen.

 

Sobald wir das sehen, wird der Bauch massiert, ein Wattestäbchen engagiert oder in dramatischen Fällen ein Irrigator genutzt. Nicht so häufig. Aber wenn, dann knallt es rein. Flutscht. Ein riesiges U-Boot löst sich. Ein bisschen wie Babys bekommen. Viel zu klein die Öffnung für das Gerät! Und obwohl sich dann bei der Hündin Erleichterung einstellt, wird es für uns anstrengend. Jeder Schluck Wasser läuft durch. Und spült Gerüche frei, die an eine Kriegswaffe erinnern.

 

Der Darm braucht einen guten Tag und 3 DiaTab, um sich zu stabilisieren. Ein Tag mit unsagbar vielen Liegeunterlagen, Wischgängen und offenen Fenstern und Türen. Vor allen nachts wird es spannend. Das frische Bett steht. Der Hund wird reingehoben, um jeden Kraftakt zu vermeiden. Sie kuschelt sich ein. Alle schlafen. Bis, ja bis man erwacht wegen eines Stinkgasangriffes in 2 Meter Reichweite. Selbst Adam kräuselt die Nase und geht ins Büro. Da weiterschlafen. Phönie springt aus ihrem Bett, wackelt zur nächsten Liegestelle auf der Joshi winselnd protestiert. Da kennt sie nix. Weg da, ich muss trocken liegen.

 

Während man die durchweichten Decken herausnimmt und erneuert und den Boden wischt, bei weit offenen Fenstern, verteilt sie den Rest noch auf allen anderen Liegeplätzen. OK. Machen wir die auch neu.

 

In der Küche gibt es erstmal Leberwurst für alle. Für Phönie mit Durchfalltablette drin. Joshi erkläre ich, dass er gern mit in mein Bett darf. Hanga findet das gemein! Jack? Wo ist eigentlich Jack. Ah draussen im Garten. Lustige Schneezeichnungen pullern.

 

Bis zum Morgen haben wir zweimal alles durchgetauscht und die Waschmaschine wieder neu befüllt. Am Morgen gibt es Futter. Und nur eine Stunde danach wischen wir nochmal alles. Bald geschafft. Ich komme zu spät aus dem Haus. Abklatschen am Tor mit der Hundesitterin, die weiß was heute auf dem Plan steht. Hatte ja gestern schon in Anteilen das Vergnügen. Heute Abend sind wir durch.

 

Alles schön lüften! Der Wetterbericht zeigt klare Luft an! Eine Wohltat!  Und jetzt nochmal ernst. Ich glaube, dass es hier ein neurologisches Problem ist. Ich füttere wirklich strikt nach Plan. Und meistens passt es. Wir vermeiden Knochen wenn irgend möglich. Ihr massives Trauma an der Wirbelsäule hat wohl dazu geführt, dass der ein oder andere Aussetzer dabei ist. Im Sommer nicht halb so dramatisch wie im Winter. Draußen auf der Wiese kann das mal ne Runde stinken. Das vergeht. Wasserschlauch Ahoi und gut. Drinnen sind wir zwar auch wirklich gut durchgefliest. Aber Gerüche lassen sich nicht spontan wegpusten. Unser Freund Dan Klorix ist da der einzig wirksame Helfer. Lüften. Und die 60 Grad Kochwäsche anwerfen.

 

Das passiert nur alle 2-3 Wochen einmal. Aber dann knallt es rein. Wir nehmen es mit Humor und liefern die Tiere mit Verdacht auf Stinkgasvergiftung im Leberwurtszentrum ein. Das finden die alle super.

 

Danke an die Tagesbetreuung! Wir übernehmen die Nachtschicht!

 

 

 

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Do

12

Jan

2017

Jack der Schnarcher

Abends. Ich sitze am Rechner. Die Hunde haben sich auf die Betten verteilt. Jemand schnarcht. Ich habe Adam oder Phönie im Verdacht. Aber; weder noch!

 

Jack. Und wie! Vom Kissen gerutscht. Im Tiefschlaf und voll am sägen. Automatisch flüstert man nur noch mit den anderen Hunden und geht auf Zehenspitzen in die Küche für einen neuen Tee. Man will den Knaben ja nicht wecken.

 

Er klingt ein bisschen wie jemand, der einen echten Männerschnupfen hatte. Sonores und tiefes Schnarchen. Aber es hat etwas beruhigendes. Hier ist Frieden. Keine Kette, die rasselt. Eine Heizung gleich neben dem Hundebett und niemand verjagt einen! Ein sicherer Ort.

 

Jack ist angekommen. Er hat seine Lieblingsplätze ausgesucht. Seine Versuche den Rang im Rudel zu polieren, werden milde aber stringent ausgebootet. Und Jack ist klug. Er erkennt das und vermeidet die Konfrontation. Im Spiel drängelt er sich gelegentlich dazwischen. Aber auch nur, weil er weiß, dass ich das Rudel führe und niemand ihn offen angreifen würde.

 

Hanga findet das ganz große Kacke! Die ist eifersüchtig auf Anschlag. Jack wird inzwischen als vollwertig wahrgenommen. Auch von Adam, der ihm ne Ansage macht, wenn er das Spielzeug zockt! Die Schonzeit ist vorbei. Leider bekommt Joshi die Kloppe. Der Plüschteddy steht so ahnungslos in der Gegend und Hanga verpoolt einfach ihm eine. Der Frust muss raus! Egal an wen!

 

Wir machen das nicht zum ersten Mal. Allerdings sind wir aktuell in der Hab Acht Stellung. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Raum lassen, dass sich eine Ordnung neu formt und Kontrolle haben, über die Art wie sich arrangiert wird. Manchmal knallt es einfach. Aber; es sind Schäfis. Die sind echt schnell im checken und werden das sicher meistern.

 

Und hey solange Jack loslassen und im Tiefschlaf schnarchen kann, ist alles im Lot. Er hat gut zugelegt. Auch an Muskulatur. Im Schlaf wird der Restmüll auf der Seele beseitigt. Er lernt wirklich sehr schnell und hat einen sehr klugen Kopf!

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Di

10

Jan

2017

Tee bitte!

Ich liebe dieses Bild. Zeigt es doch 4 von den aktuell 5 Bewohnern des Philippus Airports.

Als da wären von rechts nach links. Jack the Fressmachine, Phönie die silberne Rakete, Adam mit der Lizenz zum Fremdkuscheln und Hanga die gestrenge Gouvernante. Joshi- Mr. rumheulen wegen illegalem Kämmen, war im Bad. Schmollen.

 

Ich hab mir wirklich einen Tee gemacht. Unter den getreuen Augen meiner Familienmitglieder. Der dezente Nachhall klang nach einem beschwörenden "Öffne den Kühlschrank neben Dir! Hol den Käse raus. Oder die Leberwurst!"

 

So Kinda. Der Käse ist analog Käse und die Leberwurst gibt's nur mit Medizin für Hunde. Na? Wer will zuerst? Keiner. Dachte ich mir schon irgendwie ;-)

 

Dieses Bild wird als Abzug bestellt und kommt in den Rahmen. Denn in diesem Jahr wird es wohnlich. So nach und nach. Mit eigener Handschrift.

 

PS: Jack macht sich großartig! Er wird nicht bei uns bleiben. Nicht, weil wir ihn nicht mögen. Vielmehr weil er nicht untergehen soll und zu schade zum nebenherlaufen ist. Er ist weder alt, noch gebrechlich. Blüht auf und wird, wenn er soweit ist, ein eigenes zuhause bekommen. Bedingung; Es muss Liebe sein. Drunter geht gar nix. Wie bei allen unseren Hunden.

 

 

 

 

Mo

02

Jan

2017

Pimp my Rolli

Oh man. Als der Rolli kam, war er zu groß. Hatte Standard Schlaufen für Hunde mit Beinen und das Geschirr war, gelinde gesagt, was für Omis ohne Pfeffer im Hintern. Nach wenigen Wochen lösten sich die Schnallen am Geschirr ständig und rutschen weiter. Kein richtiger Halt. Ständig zippeln und eine genervte Phönie, die beim Anblick des Rollis die Nase kräuselt und die Miesepeter Blick aufsetzt.

 

Inzwischen ist sie in den Wagen rein gewachsen. Die Raketenelli brettert wie blöde über Rasen, Waldwege, Wurzeln und Kurven. Scheiß Egal. Drüber. Mit dem Kopf durch die Wand. Als erstes am Ball, auch wenn sie damit einen Überschlag provoziert. Muddi kommt ja und hebt sie wieder auf. Sie ist schmerzfrei. Hart im Nehmen und doch eine Mimose.

 

Es geht kein Weg drum herum. Der Rücken wird krumm, die Vorderbeine sind überbelastet. Wir brauchen eine andere Lösung. Google ist unser Freund. Und das NETT WERK Berlin. Hundegruppen ect. Wir fragen uns durch, denn die Hersteller sind im Beantworten von Mails grottig schlecht.

 

Die Alternative mit den besten Aussichten finden wir in Rathenow. Ein junger Mann, der in der Menschen Orthopädie tätig ist und aus Leidenschaft die Tiere versorgt.

 

Gut. Sie müssen sich das mal angucken. Ok denk ich. 163 km hinfahren. Doof aber nützt ja nix. Gucken. Ausmessen, abwägen und was austüfteln. Und dann kommen wir nochmal wieder. Jaja.

 

So kann das nicht  bleiben. Wir machen gleich was. Im Stand und in der Bewegung geprüft. Problem erkannt. Überlegt. Ausgemessen. Und gleich an die Arbeit. OK. Wenn wir schon mal da sind.

 

Wir waren kurz vor 12 in der ersten Vermessung und bis ca. 16 Uhr in der Werkstatt. Es gab einen Bügel, der das Gewicht fängt. Streben am Hintern, damit sie nicht rausrutscht. Die Auflage hinten wurde höher gelegt.

 

Da wird gemessen, Metall geschnitten, geschliffen, gebohrt, genietet, gepolstert und verkleidet. Handarbeit pur. Phönie wartet am warmen Ofen und muss von Zeit zu Zeit angeschnallt werden, damit wir gucken, ob alles sitzt. Tatsächlich die einzige Möglichkeit etwas Vernünftiges zu schaffen. Alle Versuche mit Standardmitteln Abhilfe zu schaffen und diese aufzuwerten, waren leider nicht zielführend.

 

Der Probelauf startet super. Wir kommen raus. Phönie hält am nächsten Strassenpfeiler und schnüffelt. Großartig! Das vermeidet sie immer, wenn wir ne Tour machen. Bloß schnell wieder nachhause. Abspulen und gut. Sie war unkomfortabel mit der alten Lösung. Jetzt sind wir in der Testphase. Alltag prüfen. Kein Scheuern, kein Drücken. Entlastung für Rücken und Schultern sowie Vorderbeine. Wir haben noch nicht fertig. Das war Schritt 1 auf einem kontinuierlichem Weg.

 

200 EUR haben wir vereinbart. Und natürlich hatte ich nicht ausreichend Bargeld dabei. Ich hebe Geld ab. Das bedeutet zwar 2 geplante Lastschriften am Montag platzen. Aber thats life. Die Medikamente für 111 EUR in der letzten Dezemberwoche sind auch schon zu Buche geschlagen. Der Hund macht nicht nur Arbeit. Auch leere Konten. Wir wehren uns nicht gegen Hilfe ;-)

Davon völlig unberührt, bekommt sie die bestmögliche Versorgung. Ohne Wenn und Aber.

 

Wir können übrigens den freundlichen Orthopäden sehr empfehlen. Solche Leute sind rar.

 

Olaf Piritz: http://www.hunderolli-tierorthopädietechnik-berlin-brandenburg.de/

 

Telefon: 0172/3101542

E-Mail: Orthopaediemechaniker(at)aol.com

Website: www.Hunderolli-Tierorthopädietechnik-Berlin-Brandenburg.de

 

Mi

28

Dez

2016

Jack - THE FRESS MACHINE

Weg war der Text. Die haben ein Update gemacht. Grütze. Egal. Hier nochmal.

 

Jack ist da. Als er ankam war ich noch unterwegs vom Kundenbüro nachhause. Die Hundesitterin nahm ihn an. Unsicher, Änsgtlich, kein Halsband. Erschöpft. Reingetragen.

 

Bedingt verträglich. So seine Gebrechen. NIX. Weder Gebrechen noch Unverträglichkeit. Ein sanfter und sensibler Hundemann mit wundervollem Gesicht und wachem Geist. Eine Orga muss sehr genau hinsehen und auf alle Eventualitäten hinweisen. Das haben sie getan. Aber ehrlich, stünde ich im Matsch ohne Schutz, bei Kälte und Nässe, hungrig und Angriffen ausgesetzt: ich wäre auch nur bedingt verträglich. Gut, dass er bei uns das Gegenteil beweisen darf.

 

Ein stinkendes Fellknäuel mit verfilzten Haaren und entzündeten Ohren. Klapperdürr. Die ersten 2 Tage verbrachte er im angrenzenden Gemeindehaus, was noch in Sanierung ist und leer steht.

 

Das Rudel hat ihn super aufgenommen. Allein es war ihm zuviel. Er erwartete mit jeder schnellen Bewegung Prügel. Von Menschenhand oder von anderen Hunden. Nix dergleichen geschah. Stattdessen Futter. 5 Mal am Tag. Stück für Stück ins Haupthause gelockt. Und es klappt.

 

Er ist eine Fressmaschine. Wir arbeiten uns mit Bürste und Schere durchs Fell. Jeden Tag ein bisschen mehr. Die Ohren bekommen Medizin. Er wurde vor 3 Wochen kastriert.

 

Seine gute Nase erschnüffelt jedes Krümelchen ganz hinten, hinterm Schrank. Phönies Bett wurde beiseite geschoben, um die darunter liegenden Reste zu finden. Er kann Türen öffnen, hat die Hundeklappe gleich gecheckt. Er holt Töpfe vom Herd und Kekse aus Taschen.

 

Mit anderen Hunden ist er sehr sozial. Ausser mit Herrmann. Dem potenten Dackelrüden vom Nachbarn. Wie der schon am Zaun steht und guckt. BOAAAH GEHT GAR NICHT. Da sind sich alle meine Hunde einig. Außer Hanga. Die mag kleine potente Draufgänger.

 

Jack geht sehr brav an der Leine. Bei Fuss wie in der Begleithundeprüfung. Mit Giant Flexileine, die locker 10 Meter Raum lassen würde. Aber akurat auf Führungshöhe. Das hat er mit Adam gemeinsam. Angeleint ist Arbeitsmodus. Ein typischer Schäfi.

 

Dieser bildhübsche Rüde schnüffelt mit Vorliebe. Das hat er mit Joshi gemeinsam. Jeder Busch wird angeschnüffelt und angepullert. Zur Sicherheit. Und sieht man die beiden nebeneinander, ist eins klar. Joshi ist alt. Jack nicht.

 

Die schlohweiße Schnauze täuscht das nur vor. In seinen Papieren steht der 1.6.2009. 7 Jahre. Maximal. Er blüht so auf und wird jeden Tag jünger. Er hat ellenlange Beine und liebt Spaziergänge. Gliedert sich großartig ins Rudel ein. Akzeptiert die Rangordnung. Ist super mit den Schafen und Menschen. Und das alles trotz dieser Erfahrungen. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse, sensibel, klug und so wesensfest. Absolut nichts fürs alte Eisen. Das ist eine Sportskanone. Der muss joggen. Sobald da mehr Muskeln dran sind.

 

Er lernt Sitz. Platz. Hier. Komm. Seinen Namen erkennt er. Er kommt gelaufen. Futter hilft sehr bei der Ausbildung. Er ist eine Fressmaschine. Kann man es ihm verdenken? Nein. Wir hatten Futter gekauft für jemand anderes. Ganze zwei Sack standen da noch rum. Die bekommt nun Jack. Er nimmt es dankbar an. Wir fühlen uns sehr beschenkt mit diesem wunderbaren Hundemann. Seiner Entwicklung sehen wir mit viel Freude zu. Wir werden berichten. 

 

Bis dahin singen wir leise in seiner Gegenwart diesen Song von James Brown...

 

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

 

Ging doch so, oder? ;-)

 

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Do

22

Dez

2016

Heilung is in the Air

Pupsie. Stinkie. Oder Phönie. So wird sie gerufen. Geruchlich eine Herausforderung. Ständig gesäubert. Gesitzbadet. Gebadet im Ganzen. Waschmaschinenladung an Waschmaschinenladung für ihre Unterlagen. Wir sind eingespielt. Nach inzwischen 6 OP Eingriffen mit Narkose in diesem Jahr und unzähligen Antibiotika Kuren, ist sie grad wieder fit. Saufrech. Putzmunter. Verfressen. Soweit so gut.

 

Allein der letzte Klinikaufenthalt hat Ihre Wundheilung wieder etwas zurückfallen lassen. Weil sie mehr gelegen hat. Auf den (Liege)Wunden. Weil die zusammengezogenen Teile sich wieder aufgeklappt haben. Es heilt. Langsam. Sehr langsam.

 

Antibiotika Resistenzen sind bekannt. Jetzt heißt es nach dem letzten wirklich schweren Infekt und 4 Tagen am Tropf mit Fieber und Schüttelfrost; Wiederherstellung des Immunsystems.

 

So gern die Klinik Geld verdient; wir haben's nicht sooo dicke. Zumal allein die Kosten für Physiotherapie mtl. bei 140 EUR liegen. Das ist zu wenig! Und nur für uns! Aber sie sind da. Kosten, die ich auch für Adam und Joshi trage. Ja. Hund müsste man sein ;-) Schön durchgeknetet und rundum versorgt. Ich hab ihr Biotin, Selen und Zink gekauft. Und Chlorella. Und Calendula. Und Öl. Und... ach, ganz viel.

 

Nicht falsch verstehen. Wir sind finanziell stabil. Aber nicht unerschöpflich. Das muss alles gut geplant sein. Und obwohl Phönie gern meine Schuhe frisst, kaufe ich grad mal besser keine neuen. Keine Sorge. Auch da reiche ich eine Weile. Ich neige zum Vorrat ;-) Eine richtige Frau eben.

 

Großartige Helfer haben Kosten und Geschenke an uns übernommen. Dafür mal ein Mega Dickes Dankeschön! Heute hatte ich unter dem Motto Pimp my Amazon Wunschzettel jedoch ein paar Blitzlichter, die ich online gestellt habe. Darunter Traubenkernextrakt.

 

Traubenkernextrakt wird aus dem Samen der Weinfrucht (botanisch: Vitis viniferae semen) gewonnen. Die kleinen Kerne, die so oft beim Essen der Weintrauben stören und heute teilweise ganz heraus gezüchtet wurden, haben es nämlich in sich: Sie stecken voller OPC, einem hochkonzentrierten Antioxidans. OPC (oligomere Proanthocyanidine) sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die die Fähigkeit haben, freie Radikale abzufangen. Damit haben sie eine ausgesprochen zellschützende Wirkung. Diese Wirkung lässt sich prinzipiell überall vermuten, wo freie Radikale Zellen angreifen können, also im gesamten Gefäßsystem, der Haut und den Haaren. Doch nicht nur antioxidativ und zellschützend, sondern auch entzündungshemmend und antibakteriell soll der Traubenkernextrakt wirken.
Weitere Inhaltsstoffe sind verschiedene andere Polyphenole, denen ebenfalls eine antioxidative Wirkung nachgesagt wird, sowie Gerbstoffe, die adstringierend (zusammenziehend) wirken, ein Effekt, der gerne zur Wundheilung und bei Entzündungen genutzt wird.

 

Bei Menschen werden 3 Tabletten pro Tag geraten. Phönie reicht eine! Ich möchte dafür sorgen, dass sie Antibiotikafrei bleibt. Gesund wird. Entgiftet. Den ganzen Chemiescheiß raus.

 

Unterstützen möchte ich das gern mit Artemisia annua. Der einjährige Beifuss ist eine asiatische Pflanze, die vor allem in China und Vietnam heimisch ist. Dort wird der einjährige Beifuss schon seit langer Zeit gegen fieberhafte Erkrankungen eingesetzt. Erst vor relativ kurzer Zeit haben Wissenschaftler entdeckt, dass der einjährige Beifuss sehr gut gegen Malaria wirkt, selbst in Fällen, in denen die chemischen Medikamente wegen Resistenzen nicht mehr wirken. Diese Tatsache hat weltweit grosses Interesse auf den einjährigen Beifuss gelenkt. In Verbindung mit Eisen wirkt es gegen jede Art von Parasiten! Auch resistente Keimstämme werden damit negiert. Super bei Krebs aber auch so extrem stärkend. Ab dem Frühjahr wächst das Zeug in unsrem Garten. Ich habe Samen geordert. Bis dahin müssen wir auf die Produktion von anderen zurückgreifen. Das Zeug ist wichtig. Damit möchte ich vor allem auch die Blaseninfektionen und eben residente Stämme niederringen. Alles selbst zu kaufen übersteigt jedoch spontan mein Budget. Deswegen steht es auf dem Amazon Zettel. Gar nicht so teuer. Aber die Ausgaben läppern sich eben doch.

 

Soooo. Google ist Euer Freund. Für die, die mehr über den gewünschten Stoff wissen möchten. Ich werde zum Zwecke des Geld Anschleppens zur Arbeit gezwungen und hab leider nur begrenzt Zeit. Jack ist unser neuer Freund. Der bekommt aber nen eigenen Blog an den Feiertagen.

 

HIER NUN DER AKTUELLE WUNSCHZETTEL!

https://www.amazon.de/registry/wishlist/1FND30VEUDMB3/ref=cm_sw_em_r_mt_ws__Of8wybQQ1YX9K

 

Olè!

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Mi

23

Nov

2016

Lebt denn der Adam noch?

Viele private Mails im Facebook. Ich klicke mich systematisch durch und arbeite ab. Da ist eine. Hallo Anke, habe gerade die Bilder von deiner Rolli-Hündin gesehen.....was hat der Hund für ne Vorgeschichte ? Lebt Adam eigentlich noch ?

 

Ähm. Ja! Der ist 5! Weshalb sollte der nicht leben? Schmusig wie immer. Nicht wegzudenken.

 

Mein Verweis auf unseren Blog hat hoffentlich Abhilfe geschaffen bei der weiteren Informationsbeschaffung. Mein Baby. Der Moppi. Stattliche 44 kg mit einer gewissen Präsenz. Der lizensierte Fremdkuschler. Der Mann für alle Stöckchen und Bälle.

 

Adam. Der immer treue Begleiter. Nie weiter weg als 20 Meter. Immer zwischendrin ankommen und abklatschen. Kurze Kuschelmomente beim Gassi. Bei Fuß ohne Leine. Ganz freiwillig. So ein geselliger Knabe, der es liebt in seinem Rudel zu leben. Die Damen bei uns tanzen ihm auf der Nase rum. Er lässt sich sooo unglaublich viel gefallen. Man könnte meinen der sanfte Riese ist das Paradebeispiel eines sensiblen Kraftpaketes.

 

Adam kann aber auch anders. Schafe gucken und im Zweifel auch sehr stringent jagen, sollte man nicht unterschätzen. Der Wandel ist perfekt, wenn sich ein Schaf oder die Ziege aus dem Gehege bewegt. Strategisch, klar und sehr scharf stellt er sie alle. Wenn man da nicht zwischengeht, gibt es Lammrippchen. Deswegen haben wir immer eine doppelte Sicherung zwischen Schafen, Ziegen und Hunden. Mindestens 2 Türen. Mit Sicherheitsriegel. Türklinken, kann er nämlich.

 

Man neigt so sehr dazu Adam zu unterschätzen. Er ist everybodys Darling und sieht so niedlich aus, wenn er schläft. Ich rate dennoch niemandem nachts auf unser Grundstück zu kommen. Ungefragt. Jemand der die Hand erhebt, wird sofort gestellt. Und dann sieht der nette dicke Junge aus Fell gar nicht mehr nett aus. Gott sei Dank sind solche Situationen absolut die Ausnahme. Der weit überwiegende Teil von Adam ist einfach süß und schmusig. Gutmütig, langmütig und einmütig. Mütig halt ;-)

 

Adam geht irgendwie im Rudel auf und unter. Er ist Magnet für Kinder, Nachbarn und alle die uns treffen. Er hat die Gabe unsichtbar zu sein und ist trotzdem immer dabei. Nie aufdringlich. Einfach angenehm.

 

Und obwohl er diesen Sommer eine schlimme Hautinfektion hatte, die wir Gott sei Dank gut überstanden haben, hat er sich von dem kräftezehrenden Infekt hervorragend erholt. Er frisst wie immer, reichlich und gern und hat wieder ordentlich zugelegt. Und obwohl ihm das schlank sein durchaus stand, ist er so einfach Adam. Der Moppi. Fürs Sofa gemacht.

Die Gutmütigkeit in Person. Er ist unser Ruhepol im Rudel. Einfach immer ausgeglichen.

 

Und er wird 100. Mindestens. Den bringt nix aus dem Gleichgewicht. Fels in der Brandung.

 

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Mo

01

Apr

2019

Endlich Freizeit

Nach 10 seeeehr langen Monaten in einem fordernden Projekt brauche ich Pause. Nach müde kommt blöd. Lange Stunden mit intensiver Problematik. Existentieller Wichtigkeit für 1600 Mitarbeiter und wirklich müden Gehirnwindungen muss ich aufhören. 29.03.2019. Ein Freitag. Projektende. Jihaaa! Endlich Zeit für lange Gassiwege. Es ist kein richtiger Urlaub. Nur endlich die Arbeit zuhause schaffen und Mittagspause halten ohne bis Mitternacht vor einem Rechner zu sitzen und unter Hochdruck Arbeit wegzuschaffen. Das reicht ja. Die Mitarbeiter sind in den Urlaub geschickt. Das Haus ist leer. 10 Tage am Stück. Soweit der Plan.

 

Ein Anruf. Hund. Von der Kette. Schäfi. Groß. Männlich. Kette eingewachsen. Auf den OP Tisch. Das Ordnungsamt will einschläfern, weil man nicht weiß ob er verträglich ist. Ja. Kann kommen. Natürlich. Als ob ich über Leben und Tod entscheide, ohne dem Tier eine Chance zu geben.

 

Ach ja. Ihr seid gleich da. Nix vorbereitet. Eine Kindergittertür ins Badezimmer geschraubt. Eine Plastikwanne aus dem Keller geholt. Kissen rein. Wasser und Futternapf. Alles füllen. Und da sind sie auch schon. Urlaub ist anders.

 

Der Hund ist noch benommen von der narkotischen Behandlung. Maulkorb angezogen, in einem Kofferraum, der gegen ihn klein wirkt. Die Treppe hoch schafft er in dem Zustand nicht. Ich trage ihn. Oha. Mind. 38 kg. Hoffentlich kann er das morgen in einem anderen Zustand. Ausweispapiere, Chipnummern, Medikamente. Alles da. Der Nacken ist ausrasiert. Eine 12 cm lange Naht deutlich sichtbar. Ich nehme ihm den Maulkorb ab. Er trinkt und legt sich nieder. 

 

In der ersten Nacht schließe ich die Badezimmertür. Die kleine Gittertür ist im Ernstfall kein Garant, dass er nicht im Wohnbereich steht und uns alle fressen will. Es bleibt ruhig. Innerlich ist man jedoch unruhig. So sieht also Urlaub aus. Ich gehe die Morgenrunde mit meinen Hunden und füttere. Und dann geht es los. Meine Hunde ins Büro. Neuer Hund vorn raus. Dicke wattierte Jacke und Hose, Handschuhe. Maulkorb auf. Geschirr an. Er grummelt unsicher, ist aber brav. Tür auf. Die Treppe schafft er runter schonmal gut! 

 

Ausgiebig schnüffeln. Ich mache mir Kaffee. Mit Zaun dazwischen entdecken sich die Hunde. Meine Garde ist souverän. Wie immer. Ich beobachte das und bestärke die Hunde darin, dass das hier gut ist. Der Futternapf ist leer. Ich fülle ihn neu. Nach einer Stunde im Garten leine ich ihn wieder an und führe ihn ins Bad. Mir ist unsagbar warm in diesen dick wattierten Klamotten. Aber sicher ist sicher. Drinnen nehme ich den Maulkorb ab und er entdeckt das Futter. Knurrend findet er die Idee richtig doof, dass ich zu nah an eben diesem stehe. Mit einer Hundedecke, die ich über ihn werfe, springe ich erstmal raus aus der Situation. Na das kann ja was werden. Gittertür zu. Pause. 

 

Alles beruhigt sich. Neben das Bad stelle ich den Bambusstab mit 2 Metern Länge. Meine Hunde dürfen rein und sie beschnüffeln sich Face to Face. Es wirkt deutlich freundlicher als gerade beim Futter. Der Bambusstab als verlängertes Werkzeug der auf den Fliesen peitschende Geräusche hinterlässt als Sicherung neben der Tür. Wir brauchen ihn nicht. 

 

Das Spiel wiederholen wir an diesem Tag noch 3 Mal. Die Routine kommt gut. Und auch der neue Schäfi wird sicherer. Klospülung und Staubsauger sind sein Todfeind. Er bricht förmlich zusammen und wird unsicher, was er mit deutlichem Knurren kommentiert. Ich bin inzwischen sicher. Es ist eine ängstliche Reaktion beim Hund. Keine Aggression. Er kennt gar nichts, dennoch verbringe ich die kommenden zwei Tage in wattierten Klamotten. Er trägt Maulkorb aber läuft schon an Tag 2 mit den anderen Hunden zusammen und entdeckt das Grundstück. Fotos dürfen wir keine machen und online stellen. Wir haben uns mit dem Tierheim darauf geeinigt, dass wir den Hund ankommen lassen, bevor wir irgendwas öffentlich machen. Drama raus. Ruhe rein.  

 

Der Hund ist mega klug. Lernt super schnell und total gern! Türen öffnet er. Zäune mit Löchern werden zum durschlüpfen genutzt und das Loch auch nur klein ist, erweitern wir es. Gut, dass ich zuhause bin! Der Knabe entdeckt Löcher, die hier 4 Jahre keiner erahnte. Ich flicke ganztägig um Schafe und Esel zu sichern. Die kennt er nämlich auch nicht und schreit sei erstmal an. 

 

Was über die folgenden Tage  zum Vorschein kommt ist ein toller Hund, der wirklich eine Chance auf echtes Leben verdient hat. Step by Step lernen wir die Grundregeln. Schon bald ist er voll integriert. Nur die 10 Tage sind um. Was ich erarbeitet habe, muss nun von anderen weitergeführt werden. Zumindest tagsüber. Es bleibt aufwühlend und ich habe angespannte Nerven. Überfordere ich die Leute nicht? Nimmt er die anderen genauso an? Weiß ich doch, dass meine Erfahrung sich nicht spontan auf anderen übertragen lässt. Leider klappt es nicht mit allen. Unsere Hundesitterin entwickelt Ängste, die der Hund natürlich spiegelt. 

  

Er bleibt 3 Tage nicht vollwertig betreut. Natürlich sind kompetenten Menschen in Haus

und Hof, die ihn in den Garten lassen. Aber das ist ja nun wirklich nicht Sinn und

Zweck des Ganzen. Also benötigen wir einen neuen Hundesitter. So Leid es mir

tut. Dank ebay Kleinanzeigen ist dieser erstaunlich schnell gefunden. Die

Anleitung sitzt und es klappt. Mit kleinen Verrenkungen und nach einer Woche

vorsichtigem Herantasten sitzen die Handhabungen. Dafür bin ich dankbar! Mit Freizeit hatte das wenig zu tun. Es waren sehr intensive Tage. Ringen um Integration. Die sich voll gelohnt haben! Für den Hund! Nun ist er  vermittelbar und sucht sein zuhause. HIER Mehr Angaben dazu: CEZAR

 

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Fr

08

Jun

2018

Abschied nehmen

 

Es ist soweit. Jemand bekommt Dein Bett. Ein junger Schäferhund. Nach Sturz aus großer Höhe gelähmt. Nun sind 456 Tage vergangen seid Du die Abkürzung in den Himmel genommen hast. Ich freue mich, dass Dein Bett einem anderen Hund hilft. Die Tränen kullern, weil es bedeutet, dass nun auch das letzte Stück von Dir weiterzieht. Dein Thron. Dein Rückzugsort. Deine Spielzeugsammelkuhle.

 

Deine Ankunft war eine spontane Entscheidung. Nur für kurze Zeit. Weil ich sowas in unserem Alltag gar nicht abbilden kann. Auf keinen Fall für immer. Nur mit Hilfe. Hilfe war da. Die ersten Wochen haben wir uns Deine Pflege geteilt. Ich habe auf einer Matratze am Boden geschlafen, um 4 Uhr nachts Dein Lager sauber zu machen. Dein Sitzbad durchzuführen. Deine Wunden zu cremen. Die Terrasse zu schrubben. Wenig später hat die Tagschicht übernommen. Ständig Wischen. Unterlagen wechseln. Wunden versorgen. Nach 10 Stunden unterwegs kam ich nachhause und habe bis spät Dein Lager gesäubert. Die Unterlagen gewechselt, Dein Sitzbad durchgezogen und Deine Wunden versorgt. Deine offenen Wunden, dein entzündeter Hinterleib, dein schwacher Körper brauchte Stärkung. Die Waschmaschine lief ständig. Von allem war zu wenig da.

 

Drei Monate später hattest Du zugenommen, die Wundheilung schritt voran, Deine Rolli Exkurse waren erfolgreich und Du warst ein Rolli Rowdy. Mit Links überholen, ohne blinken und mit anrempeln. Immer vorn. Selbstbewusst. Völlig unbeirrt der Tatsache, dass Dir 2 Beine fehlten und Du eigentlich gelähmt warst. Schwimmen war Dein Ding. Kein Stock zu groß. Dein Lieblingsstock hast Du mit in die Ewigkeit genommen. Die Lähmung verschwand und die Tatsache, dass zu früh zuviel amputiert worden ist, war deutlich sichtbar. Die kleinen Stummel wackelten wie ein Entenbürzel bei jedem Schwimmzug mit. Ich hab jeden Tag gebetet, das neue Beine vom Himmel kommen.

 

Zeit für ein neues Zuhause. Tolle Angebote. Herzliche Anfragen. Keins war gut genug. Keiner hat geahnt wieviel Arbeit Du machst. Und keiner konnte Dir die Freiheit bieten, die Du so geliebt hast. Ständig war man am suchen wo Du jetzt wohl wieder bist. Schafe anschreien. Schuhe verschleppen. Leckerlies klauen. Rotzfrech. So souverän. Und die einzige Hündin, die Hanga je die Stirn bieten konnte.

 

Du warst in der Bild. In der BZ. Im Fernsehen. Ein kleiner Popstar unter den vom Schicksal Geschlagenen. Allen hast Du Mut gemacht mit Deiner unbändigen Liebe zum Leben. Wir sind am Krankenhaus vorbeigelaufen und sie haben Dir gewunken. Die ohne Arme und Beine. Die mit den Gebrechen. Jeder konnte sehen, dass Dein Schicksal Dich nicht besiegt hat. Du kleines silbergraues Wunder auf 2 Pfoten. Monate ohne Antibiotika und ein Infekt schlich sich ein. Wir waren sofort in der Klink. Dein behandelnder Arzt nicht da. Die Vertretung mies. Jeden Tag haben wir angerufen. Nach 3 Tagen waren wir in einer anderen Praxis und haben geröntgt und Blutwerte genommen. Anderes Antibiotika. Ich habe alles stehen und liegen lassen und bin von Klinik zu Klinik mit Dir. 300 EUR Vorkasse. Klar. Und doch wollte Dich niemand behandeln. Euthanasie. Nicht wert zu leben und so schlechte Werte. Im Wartezimmer mit Untertemperatur und als Notfall gefühlte Ewigkeiten gewartet. Mir blieb nichts als Dich zuhause an den Tropf zu hängen und die Behandlung selbst vorzunehmen. Soviel wertvolle Zeit verstrichen, die so wichtig gewesen wäre. Multiresistente Keime. 6 OP`s im Jahr davor und ständige Antibiose waren zuviel. Nichts schlug an. Du wurdest schwächer und warst trotzdem noch frech und wolltest nicht liegen bleiben. Ich hab Dich aus der Hand gefüttert. Und als ich den ersten Tag wieder arbeiten war, weil ich dachte Du bist auf einem guten Weg, kam der Anruf. Bitte nachhause kommen. Kein Wort mehr. Es reichte, um zu wissen was passiert.

 

Ich bin sofort losgefahren. Zu schnell. Geblitzt. Egal. Weinend. Da lagst Du. In Deiner Schale. Friedlich. Die Kraft gewichen. Der Sturkopf weg. Du warst nicht alleine. Hundesitterin, Bürofutterdame und Pflegemama waren da. Ein letztes Aufbäumen bevor Du gegangen bist. Mit nur 6 Jahren. Das blühende Leben innerhalb von 5 Tagen gewichen. Ich habe es nicht kommen sehen.

 

Tage später träume ich von Dir. Du sitzt auf den Flügel eines Flugzeugs. Mit wuscheliger Rute und 4 Beinen. Darunter Deine 3 Geschwister. Sie bleiben am Boden. Du hebst ab. Wir sehen uns wieder. Wo die Zeit endet, beginnt die Ewigkeit.

 

Dein Rolli geht an Mimi, die ihn weitergibt an einen Collie. Dein Zubehör verteilt sich hier und da. Im Tierheim. Auf dem Transport in alle Lande. Nur Dein Bett bleibt. Nun wird es abgeholt. Man sollte meinen nach so langer Zeit ist man drüber weg. Kein Stück. Im Zug nachhause kullern leise die Tränen während die Landschaft vorbei fliegt. Einfach weil Du des Lebens und wir Deines Lebensmutes beraubt sind. Da wäre noch soviel zu erleben gewesen. Ich habe Dir versprochen, dass Dein Tod nicht vergebens war. Im Hintergrund läuft das Phönhilde Projekt. Eine Stiftung ist gegründet. Das Projekt ist groß. Sehr groß. Eigentlich zu groß. Aber hey Du warst auch ein bisschen größenwahnsinnig. 2 Konzerne prüfen das Konzept und helfen bei der Berechnung und Bemessung. Leise. Denn noch muss es geheim bleiben. Zuviele Geier kreisen überall. Wir lassen uns nicht nochmal berauben.

 

Lange habe ich ein Video vorbereitet. Allein die Worte fehlten. Kein Blogeintrag auf der Webseite. Weil keine Worte sagen konnten, was da an Trauerarbeit zu erledigen war und ist. Dabei ist soviel passiert. Wir werden berichten. Aber das gehört Dir. Es bleibt Dankbarkeit für die kurze aber sehr intensive Zeit. Liebe Phönie. Wir sehen uns wieder. Stell nix an bis dahin!

 

2. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 4 ---- Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.

 

 

 

 

 

 

So

22

Apr

2018

Quotenrenter an Bord

Joshi hat sich verabschiedet. Am 27.12.2017. Ein bisschen mit Ankündigung. Der Geist wach. Der Körper nicht. Wir sind zu Dritt. Adam, Hanga, Renate. Trauerzeit. Eigentlich Winter. Eigentlich jetzt die Zeit einem neuen Rentner eine Heimat zu geben. Eigentlich. Und doch. Renate ist so frisch, dass wir arbeiten. Verträglichkeit mit Hanga. Die kleine Sozioschwachmatin macht es nicht leicht. Ich schließe noch ein Projekt ab und dann bin ich wieder mehr zuhause. Die Augen offen. Klicken wir Anzeigen durch. Auf der Suche nach dem Opi der zu uns passt. Sicher ein Knabe. Keine Mädchen mehr. Zwei so Frauen reichen. Da ist einer. Gesehen. Aber da sind noch mehr. Auch gesehen. Mazly wirkt unscheinbar. Hell. Fast unsichtbar. Dagegen ein anderer dunkel, präsent und auch zu haben. Ich frage an. Der Sichtbare ist überraschend schnell weg. Naja, was soll's. Dann nehmen wir Mazly. Geht ja nicht um meine Farbvorlieben. Joshi war auch hell. Vielleicht wollte ich einen Unterschied machen und eine Abgrenzung zu Joshi. Zu frisch ist der Abschied. Anfrage läuft. Fragebogen. Mails. Telefonate. Wir können ihn abholen. Ich fahre. Nachts um 1 los. Er fährt mit entgegen. Aus Bratislava. Gegen 5 Uhr morgens bin ich in Bayern und warte im Dunkeln auf einem Parkplatz. Der Transport komm später. Gegen 7 habe ich ihn  eingepackt. Er macht das souverän. Wir sind 11 Uhr daheim. Die anderen Hunde warten mi Garten. Die haben ihre Hundeklappe. Ich halte vorher an. Führe ihn Gassi. Ordne logistisch Schafe, Ziegen und schaffe Raum, dass sich die Hunde mit einem Zaun dazwischen kennenlernen. Alles freundlich. Alles schick. Na dann. Tür auf. Und es klappt auf Anhieb. Ein freundlicher Kerl ist er. Sicher in jungen Jahren ein Knaller. Und nicht der dezente Typ, den man vom Bild erwartet hätte. Aber brav. Umsichtig und sozial. Mazly's Ohren wurden abgeschnitten. Manchmal markieren Zigeuner so ihre Tiere. Wir wissen nicht wie er dazu kam. Es macht ihn markant. Seine Bewegungen sind stabil aber durch das Alter gekennzeichnet. Muskeln fehlen. Er liebt Bälle und Stöckchen. Er liebt schwimmen. Lässt er sich auch zum Wasser fahren. Im Wasser macht er alle nass. Ein Röntgen ermöglicht einen Blick auf die müden Knochen. Ein ambitionierter Arzt würde eine künstliche Hüfte setzen. Wir nicht. Wir physiotherapieren, stabilisieren und machen es so leicht wie möglich. Im Herbst ist sicher. Mazly hatte den Sommer seines Lebens. Jeden Tag schwimmen. mehrfach. Mit Hingabe. Ausgedehnt. Es ist als wäre er schon immer da. Einfach so. 2018 ist heiß. Lange Tage. Und Wasser vor der Haustür. Er ist ein unglaublich süßer Hundemann. Entzückend schmusig. Freche wache Augen. Wir bereuen keinen Tag. Und hoffen, es wird noch ein Sommer. Und noch einer. Sein Kopf ist so wach. Vielleicht müssen wir eines Tages einen Rolli anfertigen lassen. Egal. Wir leben jeden Tag! Einfach so. 

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Fr

17

Feb

2017

Der Joshi Bär

Der Joshi. Ein echter Mann. Keksweich und knallhart. Unser Opi. Letzten April kam er. Ich wusste nicht, ob er es schaffen wird. Aber er hat sich stabilisiert. Und obwohl ihm die lange Kaltfront sehr zugesetzt hat, geht es ihm gut.

 

Joshi will nicht mehr viel. Er weiß, dass er den anderen körperlich unterlegen ist. Deswegen frisst er nicht neben seinen Adoptivgeschwistern. Sobald die auf seinen Napf starren, überlässt er denen mit fliehenden Fahnen das Futter. Zur Sicherheit.

 

Ich füttere ihn zweimal täglich aus der Hand. Er ist mäklig geworden. Nix mehr was lange aufhält. Am liebsten aus der Dose. Das zieht er dem Barf Zeug vor. Es ist weicher. Und man kann es wegschlabbern.

 

Er knabbert eigentlich gern, aber weil er ungleich langsamer ist, wird er natürlich schnell von den anderen belagert, die lange vor ihm fertig sind. Und dann überlässt er es denen besser. Zur Sicherheit.

 

Vor Hanga hat er Schiss. Die Gouvernante achtet auch super scharf darauf, dass er nicht ausschert. Fell bürsten kommt ungefährlich gleich nach Zähne ziehen oder so. Lose Haare beiläufig abzupfen löst hysterisches Kreischen und Zähnefletschen aus. Er bleibt ein Spezialfall. Schnelle Bewegungen machen ihm Angst.

 

Joshi ist ein zutiefst unsicherer Hund. Nur mit Ermutigung und gutem Zureden folgt er brav. Er trödelt notorisch. Und wenn er keine Lust mehr auf Gassi hat geht er nachhause. Einfach so. Ne Abkürzung. Er kennt ja den Weg.

  

Sein Gangbild wirkt steif und tapsig. Das allerdings ist schonwieder sehr niedlich, wenn er wie ein staksiges Kalb durch den Schnee marschiert. Die Beine immer höher heben, als man muss. Die Pfoten durchgelatscht. Er kann kaum noch was sehen. Deswegen muss man stets auf ihn warten, ihn liebevoll locken und seine Ängste schonmal von vorn herein negieren.

 

Joshi wird nie mehr ein sicherer Hund werden. Er liebt das kuscheln. Nur nicht am Rücken. Da kneift es. Und auch nicht weiter außer bis zur Halskrause. Die Ohren. Die sind toll. Alles andere verunsichert ihn. Man muss Geduld mit ihm haben. Mr. Slowhand perfektioniert seine langsam Performance.

 

Aber wisst ihr was. Wir haben ihn lieb. Ausser Hanga ;-) Jeder tolle Tag in Joshis Leben ist ein wertvoller Tag. Wir planen Anfang April ein paar Tage an der Ostsee. Dann wird der alte Mann das Meer kennenlernen. Wir hoffen auf großartiges Frühlingswetter. Lange Strandspaziergänge und sanfte Wellen.

Ich wünsche ihm von Herzen, dass er noch soviel genießt wie möglich. Lang genug war offenbar der Weg mit den vielen Steinen. Unser Sofa ist super. Und er ist ein kleiner Luxus Schisser. Joshi eben.

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Di

14

Feb

2017

ValenDienstTag mit Phönie

Aloha. Sonnenschein. In der Luft liegender Frühling. Valentinstag. Ich selbst mach mir da nix draus. Menschlicher Tand. Dazu kommt, dass ich ne Grippe habe. Jepp. Ich. Seit 20 Jahren ziemlich exakt die erste. 4 Tage Auszeit. Mehr geht nicht. Heute ist er letzte Tag. Sonst reicht es nicht um alle finanziellen Verpflichtungen zu tragen. Mehr Ausfall geht nicht. Immerhin. Samstag/Sonntag, Montag und Dienstag. Und ich bin weit stabiler als noch am Wochenende.

 

Allerdings war zu bemerken, was passiert, wenn ich mal nicht funktioniere. Wenn nicht die Morgenschicht Phönies Nachtergebnisse wegputzt. Gut. Ich rieche ja nix bzw. fange gerade erst wieder damit an. Sie hat eine Überlaufblase. Wenn voll, dann automatisch ein bisschen leer. Solange das auf einer der Inkontinenzunterlagen passiert ist das easy. Wechseln und gut. Aber das ist Phönie. Stillsitzen ist doof Phönie. Man wischt ständig ihre Wege. Das ist Aufwand. Aufwand der, den meisten Menschen reicht sie einzuschläfern. Aber das kann und darf nie ein Grund sein. Wer immer pflegebedürftig ist, wird auch versorgt. Solange Leben in diesem Individuum steckt. Und hey Phönix ist das Leben. In Person!

 

Ich habe aber seit nun mehr als 2 Monaten endlich ein tolles Team. Niemand rümpft die Nase. Alle packen mit an. Jeder Handgriff sitzt. Dafür bin ich unendlich dankbar. War es doch eher so, dass ich früher nachhause kam und der Duftspender im Raum in Phönix Nähe stand und auf sie gerichtet worden ist. Nicht das, was ich unter Liebe verstehe. Vorbei. Reset. Wunderbar!

 

Jeder hier freut sich auf den Frühling. Wir planen, denken und organisieren was bereits möglich ist. Die alte Wurfkiste Marke Eigenbau von Phönie fliegt raus (wer eine braucht mag anrufen). Eine tolle Sitzecke soll wieder auf die Terrasse. Umgeben von Liegeplätzen für die Hunde. Idealerweise abwaschbar. Bis auf Joshi sind alle meine Tiere gern und lang anhaltend draußen. Jack manchmal sogar über Nacht. Dann geht er auf Phönies alte Liegestelle und schläft dort. Die Hundeklappe und warme weiche Kissen gleich 2 Meter weiter. Adam liegt gern auf der Treppe. Früher war es die Terrasse, die dann aber zu Phönie Refugium geworden ist. Das ist nun vorbei. Sie wird teilen müssen. Es soll ein Platz für alle sein. Mit Anforderungen an die Hygiene und Praktikabilität. Eine Sportmatte wäre ideal. Groß genug. Robust genug. Weich genug. Abwaschbar. Das gehört auf unsere Wunschliste. Eine Frage der Kosten. Die können richtig teuer sein. Wir haben was preiswertes auf unseren Wunschzettel gesetzt. Vielleicht mag ja jemand mit basteln an unserer Idee. Hier nochmal der Link zu unserem Wunschzettel bei Amazon.

 

Und obwohl ich Phönie in den letzten Tag in meiner Kraftlosigkeit zugerufen habe, dass ich sie nie wieder füttern werde, wenn sie soviel wiegt, werde ich das sicher nicht umsetzen. Ihre Futterkiste ist fast leer. Wäre super, wenn sich jemand mit nem Säckli Futter beteiligt.

 

Ihr Lieben. Mona ist grad mit den Hunden raus. Ich dachte, hey super. Schnell nen Tee gemacht, und Phönies Bett und die Schuhe weggeräumt und die Nase eingecremt und... den Tee vergessen. Der Kopf ist noch nicht voll da und ich puste wie nach nem Marathon. 10 Minuten Bewegung. Gott sei Dank arbeite ich im Büro. Das wird morgen spannend.

 

Aber eins noch. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Phönie den Autounfall. Niemand außer der Verursacher weiß den Tag genau. Aber es war der Februar, der sie in die Klinik brachte. Noch mit 3,5 Beinen und wunderschönem Wuschelschwanz. Reset würde ich sagen. Neustart. Alles auf Anfang. Mit irgendwie besseren Karten in der Hand. Danke an alle Helfer. Danke an alle aufrichtigen Menschen, die das Leben ein Stück leichter gemacht haben. Ihr seid Klasse.

 

PS: Hier noch leicht verspätet der Link zur Sendung im ZIBB. Zuhause in Berlin und Brandenburg.

http://www.rbb-online.de/zibb/archiv/20170208_1830/eine-huefte-fuer-den-hund.html

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Do

19

Jan

2017

erstunken- ungelogen

Poopsie Tag. Am Morgen setzt Phönix gut Kot ab. Wir haben feste Futterzeiten und demnach halbwegs planbare Absatzzeiten. Halbwegs. Alles ist eingespielt. Die richtige Konsistenz. Die richtige Menge. Nur manchmal. Da formt sich das Ausscheideprodukt nicht so wie es sollte. Dann hängt da ein dicker Klops im Popo. Phönie drückt. Nix passiert. Wieso schreibt man darüber? Nun. Wir sind sicher nicht die Einzigen. Und wenn es anderen hilft bei der Freisetzung; geschenkt. Dann machen wir das.

 

Zwischen Phönie, mir und der Hundesitterin sitzen die Handgriffe. Die Waschmaschinelaufzeiten sind optimiert. Die Gassi Zeiten abgestimmt. Die Latexhandschuhe und die Klorolle immer neben Phönies Bett. Alles ist schnell, leise und unauffällig in den Tag integriert. So wird es weder für den Mensch zur Last noch für Phönix. Wir haben uns mit dem Winter arrangiert. Wischen ist unser Hobby.

 

Allein es gibt so Tage... wenn so ein Klops festhängt und alles drücken nix nützt, dann beginnt Phönix zu lecken und zu arbeiten, um die Last zu lösen. Inzwischen hat sich nach dem dicken Klops aber schon ne ordentliche Ladung der flüssigen Variante gebildet. Ein bisschen wie verkochtes essen. Zu lange gebrodelt.  Völlig zerfallen.

 

Sobald wir das sehen, wird der Bauch massiert, ein Wattestäbchen engagiert oder in dramatischen Fällen ein Irrigator genutzt. Nicht so häufig. Aber wenn, dann knallt es rein. Flutscht. Ein riesiges U-Boot löst sich. Ein bisschen wie Babys bekommen. Viel zu klein die Öffnung für das Gerät! Und obwohl sich dann bei der Hündin Erleichterung einstellt, wird es für uns anstrengend. Jeder Schluck Wasser läuft durch. Und spült Gerüche frei, die an eine Kriegswaffe erinnern.

 

Der Darm braucht einen guten Tag und 3 DiaTab, um sich zu stabilisieren. Ein Tag mit unsagbar vielen Liegeunterlagen, Wischgängen und offenen Fenstern und Türen. Vor allen nachts wird es spannend. Das frische Bett steht. Der Hund wird reingehoben, um jeden Kraftakt zu vermeiden. Sie kuschelt sich ein. Alle schlafen. Bis, ja bis man erwacht wegen eines Stinkgasangriffes in 2 Meter Reichweite. Selbst Adam kräuselt die Nase und geht ins Büro. Da weiterschlafen. Phönie springt aus ihrem Bett, wackelt zur nächsten Liegestelle auf der Joshi winselnd protestiert. Da kennt sie nix. Weg da, ich muss trocken liegen.

 

Während man die durchweichten Decken herausnimmt und erneuert und den Boden wischt, bei weit offenen Fenstern, verteilt sie den Rest noch auf allen anderen Liegeplätzen. OK. Machen wir die auch neu.

 

In der Küche gibt es erstmal Leberwurst für alle. Für Phönie mit Durchfalltablette drin. Joshi erkläre ich, dass er gern mit in mein Bett darf. Hanga findet das gemein! Jack? Wo ist eigentlich Jack. Ah draussen im Garten. Lustige Schneezeichnungen pullern.

 

Bis zum Morgen haben wir zweimal alles durchgetauscht und die Waschmaschine wieder neu befüllt. Am Morgen gibt es Futter. Und nur eine Stunde danach wischen wir nochmal alles. Bald geschafft. Ich komme zu spät aus dem Haus. Abklatschen am Tor mit der Hundesitterin, die weiß was heute auf dem Plan steht. Hatte ja gestern schon in Anteilen das Vergnügen. Heute Abend sind wir durch.

 

Alles schön lüften! Der Wetterbericht zeigt klare Luft an! Eine Wohltat!  Und jetzt nochmal ernst. Ich glaube, dass es hier ein neurologisches Problem ist. Ich füttere wirklich strikt nach Plan. Und meistens passt es. Wir vermeiden Knochen wenn irgend möglich. Ihr massives Trauma an der Wirbelsäule hat wohl dazu geführt, dass der ein oder andere Aussetzer dabei ist. Im Sommer nicht halb so dramatisch wie im Winter. Draußen auf der Wiese kann das mal ne Runde stinken. Das vergeht. Wasserschlauch Ahoi und gut. Drinnen sind wir zwar auch wirklich gut durchgefliest. Aber Gerüche lassen sich nicht spontan wegpusten. Unser Freund Dan Klorix ist da der einzig wirksame Helfer. Lüften. Und die 60 Grad Kochwäsche anwerfen.

 

Das passiert nur alle 2-3 Wochen einmal. Aber dann knallt es rein. Wir nehmen es mit Humor und liefern die Tiere mit Verdacht auf Stinkgasvergiftung im Leberwurtszentrum ein. Das finden die alle super.

 

Danke an die Tagesbetreuung! Wir übernehmen die Nachtschicht!

 

 

 

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Do

12

Jan

2017

Jack der Schnarcher

Abends. Ich sitze am Rechner. Die Hunde haben sich auf die Betten verteilt. Jemand schnarcht. Ich habe Adam oder Phönie im Verdacht. Aber; weder noch!

 

Jack. Und wie! Vom Kissen gerutscht. Im Tiefschlaf und voll am sägen. Automatisch flüstert man nur noch mit den anderen Hunden und geht auf Zehenspitzen in die Küche für einen neuen Tee. Man will den Knaben ja nicht wecken.

 

Er klingt ein bisschen wie jemand, der einen echten Männerschnupfen hatte. Sonores und tiefes Schnarchen. Aber es hat etwas beruhigendes. Hier ist Frieden. Keine Kette, die rasselt. Eine Heizung gleich neben dem Hundebett und niemand verjagt einen! Ein sicherer Ort.

 

Jack ist angekommen. Er hat seine Lieblingsplätze ausgesucht. Seine Versuche den Rang im Rudel zu polieren, werden milde aber stringent ausgebootet. Und Jack ist klug. Er erkennt das und vermeidet die Konfrontation. Im Spiel drängelt er sich gelegentlich dazwischen. Aber auch nur, weil er weiß, dass ich das Rudel führe und niemand ihn offen angreifen würde.

 

Hanga findet das ganz große Kacke! Die ist eifersüchtig auf Anschlag. Jack wird inzwischen als vollwertig wahrgenommen. Auch von Adam, der ihm ne Ansage macht, wenn er das Spielzeug zockt! Die Schonzeit ist vorbei. Leider bekommt Joshi die Kloppe. Der Plüschteddy steht so ahnungslos in der Gegend und Hanga verpoolt einfach ihm eine. Der Frust muss raus! Egal an wen!

 

Wir machen das nicht zum ersten Mal. Allerdings sind wir aktuell in der Hab Acht Stellung. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Raum lassen, dass sich eine Ordnung neu formt und Kontrolle haben, über die Art wie sich arrangiert wird. Manchmal knallt es einfach. Aber; es sind Schäfis. Die sind echt schnell im checken und werden das sicher meistern.

 

Und hey solange Jack loslassen und im Tiefschlaf schnarchen kann, ist alles im Lot. Er hat gut zugelegt. Auch an Muskulatur. Im Schlaf wird der Restmüll auf der Seele beseitigt. Er lernt wirklich sehr schnell und hat einen sehr klugen Kopf!

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Di

10

Jan

2017

Tee bitte!

Ich liebe dieses Bild. Zeigt es doch 4 von den aktuell 5 Bewohnern des Philippus Airports.

Als da wären von rechts nach links. Jack the Fressmachine, Phönie die silberne Rakete, Adam mit der Lizenz zum Fremdkuscheln und Hanga die gestrenge Gouvernante. Joshi- Mr. rumheulen wegen illegalem Kämmen, war im Bad. Schmollen.

 

Ich hab mir wirklich einen Tee gemacht. Unter den getreuen Augen meiner Familienmitglieder. Der dezente Nachhall klang nach einem beschwörenden "Öffne den Kühlschrank neben Dir! Hol den Käse raus. Oder die Leberwurst!"

 

So Kinda. Der Käse ist analog Käse und die Leberwurst gibt's nur mit Medizin für Hunde. Na? Wer will zuerst? Keiner. Dachte ich mir schon irgendwie ;-)

 

Dieses Bild wird als Abzug bestellt und kommt in den Rahmen. Denn in diesem Jahr wird es wohnlich. So nach und nach. Mit eigener Handschrift.

 

PS: Jack macht sich großartig! Er wird nicht bei uns bleiben. Nicht, weil wir ihn nicht mögen. Vielmehr weil er nicht untergehen soll und zu schade zum nebenherlaufen ist. Er ist weder alt, noch gebrechlich. Blüht auf und wird, wenn er soweit ist, ein eigenes zuhause bekommen. Bedingung; Es muss Liebe sein. Drunter geht gar nix. Wie bei allen unseren Hunden.

 

 

 

 

Mo

02

Jan

2017

Pimp my Rolli

Oh man. Als der Rolli kam, war er zu groß. Hatte Standard Schlaufen für Hunde mit Beinen und das Geschirr war, gelinde gesagt, was für Omis ohne Pfeffer im Hintern. Nach wenigen Wochen lösten sich die Schnallen am Geschirr ständig und rutschen weiter. Kein richtiger Halt. Ständig zippeln und eine genervte Phönie, die beim Anblick des Rollis die Nase kräuselt und die Miesepeter Blick aufsetzt.

 

Inzwischen ist sie in den Wagen rein gewachsen. Die Raketenelli brettert wie blöde über Rasen, Waldwege, Wurzeln und Kurven. Scheiß Egal. Drüber. Mit dem Kopf durch die Wand. Als erstes am Ball, auch wenn sie damit einen Überschlag provoziert. Muddi kommt ja und hebt sie wieder auf. Sie ist schmerzfrei. Hart im Nehmen und doch eine Mimose.

 

Es geht kein Weg drum herum. Der Rücken wird krumm, die Vorderbeine sind überbelastet. Wir brauchen eine andere Lösung. Google ist unser Freund. Und das NETT WERK Berlin. Hundegruppen ect. Wir fragen uns durch, denn die Hersteller sind im Beantworten von Mails grottig schlecht.

 

Die Alternative mit den besten Aussichten finden wir in Rathenow. Ein junger Mann, der in der Menschen Orthopädie tätig ist und aus Leidenschaft die Tiere versorgt.

 

Gut. Sie müssen sich das mal angucken. Ok denk ich. 163 km hinfahren. Doof aber nützt ja nix. Gucken. Ausmessen, abwägen und was austüfteln. Und dann kommen wir nochmal wieder. Jaja.

 

So kann das nicht  bleiben. Wir machen gleich was. Im Stand und in der Bewegung geprüft. Problem erkannt. Überlegt. Ausgemessen. Und gleich an die Arbeit. OK. Wenn wir schon mal da sind.

 

Wir waren kurz vor 12 in der ersten Vermessung und bis ca. 16 Uhr in der Werkstatt. Es gab einen Bügel, der das Gewicht fängt. Streben am Hintern, damit sie nicht rausrutscht. Die Auflage hinten wurde höher gelegt.

 

Da wird gemessen, Metall geschnitten, geschliffen, gebohrt, genietet, gepolstert und verkleidet. Handarbeit pur. Phönie wartet am warmen Ofen und muss von Zeit zu Zeit angeschnallt werden, damit wir gucken, ob alles sitzt. Tatsächlich die einzige Möglichkeit etwas Vernünftiges zu schaffen. Alle Versuche mit Standardmitteln Abhilfe zu schaffen und diese aufzuwerten, waren leider nicht zielführend.

 

Der Probelauf startet super. Wir kommen raus. Phönie hält am nächsten Strassenpfeiler und schnüffelt. Großartig! Das vermeidet sie immer, wenn wir ne Tour machen. Bloß schnell wieder nachhause. Abspulen und gut. Sie war unkomfortabel mit der alten Lösung. Jetzt sind wir in der Testphase. Alltag prüfen. Kein Scheuern, kein Drücken. Entlastung für Rücken und Schultern sowie Vorderbeine. Wir haben noch nicht fertig. Das war Schritt 1 auf einem kontinuierlichem Weg.

 

200 EUR haben wir vereinbart. Und natürlich hatte ich nicht ausreichend Bargeld dabei. Ich hebe Geld ab. Das bedeutet zwar 2 geplante Lastschriften am Montag platzen. Aber thats life. Die Medikamente für 111 EUR in der letzten Dezemberwoche sind auch schon zu Buche geschlagen. Der Hund macht nicht nur Arbeit. Auch leere Konten. Wir wehren uns nicht gegen Hilfe ;-)

Davon völlig unberührt, bekommt sie die bestmögliche Versorgung. Ohne Wenn und Aber.

 

Wir können übrigens den freundlichen Orthopäden sehr empfehlen. Solche Leute sind rar.

 

Olaf Piritz: http://www.hunderolli-tierorthopädietechnik-berlin-brandenburg.de/

 

Telefon: 0172/3101542

E-Mail: Orthopaediemechaniker(at)aol.com

Website: www.Hunderolli-Tierorthopädietechnik-Berlin-Brandenburg.de

 

Mi

28

Dez

2016

Jack - THE FRESS MACHINE

Weg war der Text. Die haben ein Update gemacht. Grütze. Egal. Hier nochmal.

 

Jack ist da. Als er ankam war ich noch unterwegs vom Kundenbüro nachhause. Die Hundesitterin nahm ihn an. Unsicher, Änsgtlich, kein Halsband. Erschöpft. Reingetragen.

 

Bedingt verträglich. So seine Gebrechen. NIX. Weder Gebrechen noch Unverträglichkeit. Ein sanfter und sensibler Hundemann mit wundervollem Gesicht und wachem Geist. Eine Orga muss sehr genau hinsehen und auf alle Eventualitäten hinweisen. Das haben sie getan. Aber ehrlich, stünde ich im Matsch ohne Schutz, bei Kälte und Nässe, hungrig und Angriffen ausgesetzt: ich wäre auch nur bedingt verträglich. Gut, dass er bei uns das Gegenteil beweisen darf.

 

Ein stinkendes Fellknäuel mit verfilzten Haaren und entzündeten Ohren. Klapperdürr. Die ersten 2 Tage verbrachte er im angrenzenden Gemeindehaus, was noch in Sanierung ist und leer steht.

 

Das Rudel hat ihn super aufgenommen. Allein es war ihm zuviel. Er erwartete mit jeder schnellen Bewegung Prügel. Von Menschenhand oder von anderen Hunden. Nix dergleichen geschah. Stattdessen Futter. 5 Mal am Tag. Stück für Stück ins Haupthause gelockt. Und es klappt.

 

Er ist eine Fressmaschine. Wir arbeiten uns mit Bürste und Schere durchs Fell. Jeden Tag ein bisschen mehr. Die Ohren bekommen Medizin. Er wurde vor 3 Wochen kastriert.

 

Seine gute Nase erschnüffelt jedes Krümelchen ganz hinten, hinterm Schrank. Phönies Bett wurde beiseite geschoben, um die darunter liegenden Reste zu finden. Er kann Türen öffnen, hat die Hundeklappe gleich gecheckt. Er holt Töpfe vom Herd und Kekse aus Taschen.

 

Mit anderen Hunden ist er sehr sozial. Ausser mit Herrmann. Dem potenten Dackelrüden vom Nachbarn. Wie der schon am Zaun steht und guckt. BOAAAH GEHT GAR NICHT. Da sind sich alle meine Hunde einig. Außer Hanga. Die mag kleine potente Draufgänger.

 

Jack geht sehr brav an der Leine. Bei Fuss wie in der Begleithundeprüfung. Mit Giant Flexileine, die locker 10 Meter Raum lassen würde. Aber akurat auf Führungshöhe. Das hat er mit Adam gemeinsam. Angeleint ist Arbeitsmodus. Ein typischer Schäfi.

 

Dieser bildhübsche Rüde schnüffelt mit Vorliebe. Das hat er mit Joshi gemeinsam. Jeder Busch wird angeschnüffelt und angepullert. Zur Sicherheit. Und sieht man die beiden nebeneinander, ist eins klar. Joshi ist alt. Jack nicht.

 

Die schlohweiße Schnauze täuscht das nur vor. In seinen Papieren steht der 1.6.2009. 7 Jahre. Maximal. Er blüht so auf und wird jeden Tag jünger. Er hat ellenlange Beine und liebt Spaziergänge. Gliedert sich großartig ins Rudel ein. Akzeptiert die Rangordnung. Ist super mit den Schafen und Menschen. Und das alles trotz dieser Erfahrungen. Ein unglaublich angenehmer Zeitgenosse, sensibel, klug und so wesensfest. Absolut nichts fürs alte Eisen. Das ist eine Sportskanone. Der muss joggen. Sobald da mehr Muskeln dran sind.

 

Er lernt Sitz. Platz. Hier. Komm. Seinen Namen erkennt er. Er kommt gelaufen. Futter hilft sehr bei der Ausbildung. Er ist eine Fressmaschine. Kann man es ihm verdenken? Nein. Wir hatten Futter gekauft für jemand anderes. Ganze zwei Sack standen da noch rum. Die bekommt nun Jack. Er nimmt es dankbar an. Wir fühlen uns sehr beschenkt mit diesem wunderbaren Hundemann. Seiner Entwicklung sehen wir mit viel Freude zu. Wir werden berichten. 

 

Bis dahin singen wir leise in seiner Gegenwart diesen Song von James Brown...

 

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

Get up
Get on up
Get up
Get on up
Stay on the scene
Get on up
Like a FRESS machine
Get on up

 

Ging doch so, oder? ;-)

 

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Do

22

Dez

2016

Heilung is in the Air

Pupsie. Stinkie. Oder Phönie. So wird sie gerufen. Geruchlich eine Herausforderung. Ständig gesäubert. Gesitzbadet. Gebadet im Ganzen. Waschmaschinenladung an Waschmaschinenladung für ihre Unterlagen. Wir sind eingespielt. Nach inzwischen 6 OP Eingriffen mit Narkose in diesem Jahr und unzähligen Antibiotika Kuren, ist sie grad wieder fit. Saufrech. Putzmunter. Verfressen. Soweit so gut.

 

Allein der letzte Klinikaufenthalt hat Ihre Wundheilung wieder etwas zurückfallen lassen. Weil sie mehr gelegen hat. Auf den (Liege)Wunden. Weil die zusammengezogenen Teile sich wieder aufgeklappt haben. Es heilt. Langsam. Sehr langsam.

 

Antibiotika Resistenzen sind bekannt. Jetzt heißt es nach dem letzten wirklich schweren Infekt und 4 Tagen am Tropf mit Fieber und Schüttelfrost; Wiederherstellung des Immunsystems.

 

So gern die Klinik Geld verdient; wir haben's nicht sooo dicke. Zumal allein die Kosten für Physiotherapie mtl. bei 140 EUR liegen. Das ist zu wenig! Und nur für uns! Aber sie sind da. Kosten, die ich auch für Adam und Joshi trage. Ja. Hund müsste man sein ;-) Schön durchgeknetet und rundum versorgt. Ich hab ihr Biotin, Selen und Zink gekauft. Und Chlorella. Und Calendula. Und Öl. Und... ach, ganz viel.

 

Nicht falsch verstehen. Wir sind finanziell stabil. Aber nicht unerschöpflich. Das muss alles gut geplant sein. Und obwohl Phönie gern meine Schuhe frisst, kaufe ich grad mal besser keine neuen. Keine Sorge. Auch da reiche ich eine Weile. Ich neige zum Vorrat ;-) Eine richtige Frau eben.

 

Großartige Helfer haben Kosten und Geschenke an uns übernommen. Dafür mal ein Mega Dickes Dankeschön! Heute hatte ich unter dem Motto Pimp my Amazon Wunschzettel jedoch ein paar Blitzlichter, die ich online gestellt habe. Darunter Traubenkernextrakt.

 

Traubenkernextrakt wird aus dem Samen der Weinfrucht (botanisch: Vitis viniferae semen) gewonnen. Die kleinen Kerne, die so oft beim Essen der Weintrauben stören und heute teilweise ganz heraus gezüchtet wurden, haben es nämlich in sich: Sie stecken voller OPC, einem hochkonzentrierten Antioxidans. OPC (oligomere Proanthocyanidine) sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die die Fähigkeit haben, freie Radikale abzufangen. Damit haben sie eine ausgesprochen zellschützende Wirkung. Diese Wirkung lässt sich prinzipiell überall vermuten, wo freie Radikale Zellen angreifen können, also im gesamten Gefäßsystem, der Haut und den Haaren. Doch nicht nur antioxidativ und zellschützend, sondern auch entzündungshemmend und antibakteriell soll der Traubenkernextrakt wirken.
Weitere Inhaltsstoffe sind verschiedene andere Polyphenole, denen ebenfalls eine antioxidative Wirkung nachgesagt wird, sowie Gerbstoffe, die adstringierend (zusammenziehend) wirken, ein Effekt, der gerne zur Wundheilung und bei Entzündungen genutzt wird.

 

Bei Menschen werden 3 Tabletten pro Tag geraten. Phönie reicht eine! Ich möchte dafür sorgen, dass sie Antibiotikafrei bleibt. Gesund wird. Entgiftet. Den ganzen Chemiescheiß raus.

 

Unterstützen möchte ich das gern mit Artemisia annua. Der einjährige Beifuss ist eine asiatische Pflanze, die vor allem in China und Vietnam heimisch ist. Dort wird der einjährige Beifuss schon seit langer Zeit gegen fieberhafte Erkrankungen eingesetzt. Erst vor relativ kurzer Zeit haben Wissenschaftler entdeckt, dass der einjährige Beifuss sehr gut gegen Malaria wirkt, selbst in Fällen, in denen die chemischen Medikamente wegen Resistenzen nicht mehr wirken. Diese Tatsache hat weltweit grosses Interesse auf den einjährigen Beifuss gelenkt. In Verbindung mit Eisen wirkt es gegen jede Art von Parasiten! Auch resistente Keimstämme werden damit negiert. Super bei Krebs aber auch so extrem stärkend. Ab dem Frühjahr wächst das Zeug in unsrem Garten. Ich habe Samen geordert. Bis dahin müssen wir auf die Produktion von anderen zurückgreifen. Das Zeug ist wichtig. Damit möchte ich vor allem auch die Blaseninfektionen und eben residente Stämme niederringen. Alles selbst zu kaufen übersteigt jedoch spontan mein Budget. Deswegen steht es auf dem Amazon Zettel. Gar nicht so teuer. Aber die Ausgaben läppern sich eben doch.

 

Soooo. Google ist Euer Freund. Für die, die mehr über den gewünschten Stoff wissen möchten. Ich werde zum Zwecke des Geld Anschleppens zur Arbeit gezwungen und hab leider nur begrenzt Zeit. Jack ist unser neuer Freund. Der bekommt aber nen eigenen Blog an den Feiertagen.

 

HIER NUN DER AKTUELLE WUNSCHZETTEL!

https://www.amazon.de/registry/wishlist/1FND30VEUDMB3/ref=cm_sw_em_r_mt_ws__Of8wybQQ1YX9K

 

Olè!

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Mi

23

Nov

2016

Lebt denn der Adam noch?

Viele private Mails im Facebook. Ich klicke mich systematisch durch und arbeite ab. Da ist eine. Hallo Anke, habe gerade die Bilder von deiner Rolli-Hündin gesehen.....was hat der Hund für ne Vorgeschichte ? Lebt Adam eigentlich noch ?

 

Ähm. Ja! Der ist 5! Weshalb sollte der nicht leben? Schmusig wie immer. Nicht wegzudenken.

 

Mein Verweis auf unseren Blog hat hoffentlich Abhilfe geschaffen bei der weiteren Informationsbeschaffung. Mein Baby. Der Moppi. Stattliche 44 kg mit einer gewissen Präsenz. Der lizensierte Fremdkuschler. Der Mann für alle Stöckchen und Bälle.

 

Adam. Der immer treue Begleiter. Nie weiter weg als 20 Meter. Immer zwischendrin ankommen und abklatschen. Kurze Kuschelmomente beim Gassi. Bei Fuß ohne Leine. Ganz freiwillig. So ein geselliger Knabe, der es liebt in seinem Rudel zu leben. Die Damen bei uns tanzen ihm auf der Nase rum. Er lässt sich sooo unglaublich viel gefallen. Man könnte meinen der sanfte Riese ist das Paradebeispiel eines sensiblen Kraftpaketes.

 

Adam kann aber auch anders. Schafe gucken und im Zweifel auch sehr stringent jagen, sollte man nicht unterschätzen. Der Wandel ist perfekt, wenn sich ein Schaf oder die Ziege aus dem Gehege bewegt. Strategisch, klar und sehr scharf stellt er sie alle. Wenn man da nicht zwischengeht, gibt es Lammrippchen. Deswegen haben wir immer eine doppelte Sicherung zwischen Schafen, Ziegen und Hunden. Mindestens 2 Türen. Mit Sicherheitsriegel. Türklinken, kann er nämlich.

 

Man neigt so sehr dazu Adam zu unterschätzen. Er ist everybodys Darling und sieht so niedlich aus, wenn er schläft. Ich rate dennoch niemandem nachts auf unser Grundstück zu kommen. Ungefragt. Jemand der die Hand erhebt, wird sofort gestellt. Und dann sieht der nette dicke Junge aus Fell gar nicht mehr nett aus. Gott sei Dank sind solche Situationen absolut die Ausnahme. Der weit überwiegende Teil von Adam ist einfach süß und schmusig. Gutmütig, langmütig und einmütig. Mütig halt ;-)

 

Adam geht irgendwie im Rudel auf und unter. Er ist Magnet für Kinder, Nachbarn und alle die uns treffen. Er hat die Gabe unsichtbar zu sein und ist trotzdem immer dabei. Nie aufdringlich. Einfach angenehm.

 

Und obwohl er diesen Sommer eine schlimme Hautinfektion hatte, die wir Gott sei Dank gut überstanden haben, hat er sich von dem kräftezehrenden Infekt hervorragend erholt. Er frisst wie immer, reichlich und gern und hat wieder ordentlich zugelegt. Und obwohl ihm das schlank sein durchaus stand, ist er so einfach Adam. Der Moppi. Fürs Sofa gemacht.

Die Gutmütigkeit in Person. Er ist unser Ruhepol im Rudel. Einfach immer ausgeglichen.

 

Und er wird 100. Mindestens. Den bringt nix aus dem Gleichgewicht. Fels in der Brandung.

 

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