Babesien

 

Babesien werden von bestimmten Zeckenarten übertragen. Die Einzeller befallen die roten Blutkörperchen, in denen sie sich vermehren. Da sie dabei die Blutzellen zerstören, ist eine Blutarmut die Folge. Die Verabreichung von bestimmten Medikamenten vor dem Besuch von Endemiegebieten (auch Ungarn) sowie Zeckenprophylaxe bieten Schutz.

Bei einer Babesiose, auch Piroplasmose genannt, entwickelt der Hund hohes Fieber, gleichzeitig ist er matt und appetitlos. Aufgrund des erhöhten Verfalls der roten Blutkörperchen ist der Urin häufig dunkel gefärbt. Gleichzeitig zeigen sich Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungen. Weitere Beschwerden sind Atemnot sowie Entzündungen von Maul oder Augen.

 

In der Tiermedizin sind chronisch verlaufende Babesiosen bekannt, ebenso die Schwierigkeit den Erreger nachweisen zu können. Änderungen im Blutbild könnten erste Hinweise auf eine Babesiose geben, doch ist dabei sicherlich auch in der Humanmedizin zu bedenken, dass auch andere Erreger derartige Veränderungen im Blutbild aufweisen können.

 

Aufgrund der in der Tiermedizin bekannten Schwierigkeiten zum Erregernachweis, dürfte zu bedenken sein, dass der Erregernachweis beim Menschen sich ebenso schwierig gestaltet zumal nur sehr wenig bekannt ist über den chronische Krankheitsverlauf beim Menschen. Der chronische Verlauf ist in der Veterinärmedizin schon seit Jahren bekannt, weitere Forschung ist dringend notwendig. Es sind derzeit über hundert verschiedene Babesienarten bekannt, einige davon wie Babesia canis (canis=Hund) gelten als ausschließlich wirtsspezifisch. Aus der Tiermedizin ist bekannt, dass Babesien über die Plazenta von einer infizierten Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden können.

 

Babesiose-IFAT: Antikörper gegen Babesien lassen sich frühestens 10 Tage nach der Infektion nachweisen. Bei chronischen Babesiosen ist das Auftreten von Antikörpern häufig der einzige Hinweis auf eine durchgemachte Infektion.

 

Mikroskopischer Erregernachweis: Da Babesien-Antikörper erst ab dem 10. Tag nach einer Infektion gebildet werden, kann bei einem Babesioseverdacht ein Blutausstrich unter dem Mikroskop auf Babesien in den roten Blutkörperchen untersucht werden. Babesien sind allerdings nur kurzzeitig in den roten Blutkörperchen nachweisbar. (Achtung Reisekrankheiten Test im Herbst oder Frühjahr)

 

PCR: PCR ist ein direkter Erregernachweis, die Suche nach vorhandenem Erregererbgut. Mit Hilfe der PCR-Untersuchung sind die Babesien allerdings nur in bestimmten Krankheitsstadien nachweisbar.

 

Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien sind die Orte an denen Babesien vermehrt anzutreffen sind.

 

Im Anfangsstadium der akuten, sowie der chronischen Babesiose reicht eine zweimalige Behandlung mit einem speziellen Medikament (das nur im Ausland erhältlich ist und über eine internationale Apotheke bezogen werden muß). Dieses Medikament muß im 2 Wochen Abstand gespritzt werden. Zusätzlich ist eine antibiotische Behandlung sinnvoll. Eine Heilung ist dann sehr wahrscheinlich.

In schweren Fällen, bei denen es schon zu Symptomen wie Blutarmut, Hämoglobinurie (Blut im Urin) und Nierenversagen gekommen ist, sind Bluttransfusionen, und eine intensivmedizinische Behandlung vonnöten, wobei die Prognose trotzdem immer unsicher ist.

Wegen des häufig tödlichen Verlaufs kommt der Prophylaxe bei dieser Erkrankung besondere Bedeutung zu. Die Prophylaxe besteht hauptsächlich aus der weitgehenden Vermeidung von Zeckenbefall durch spot-on Präparate wie Exspot, Frontline oder ähnliches. Auch eine Impfung gegen Babesien ist möglich (allerdings ist der Impfstoff nur in Frankreich zugelassen, muß über spezielle Apotheken bezogen werden und ist sehr teuer). Sinnvoll ist eine Impfung sicherlich, wenn der Hund längere Zeit in Gebiete mit hohem Infektionsdruck (z.B. Mittelmeerländer, Afrika etc. ) verbracht wird, oder wenn man weiß, daß in dem eigenen Auslaufgebiet zu Hause Fälle von Babesiose vorgekommen sind.