Dirofilarien

 

Dirofilarien fängt sich ein Vierbeiner durch einige Stechmückenarten ein. Die Herzwürmer befallen zunächst das Blutsystem, wo sie heranwachsen und bis zu 30 Zentimeter lang werden. Anschließend siedeln sie sich in der rechten Herzkammer sowie in der Nähe der Lunge an. Um diese schwere Erkrankung zu vermeiden, sollten Hundebesitzer vor und nach dem Urlaub eine Larvenprophylaxe bei ihrem Vierbeiner durchführen lassen.


Bei der Dirofilariose ist die Herzfunktion eingeschränkt. Zusätzlich leidet der Hund oft unter Atemnot und chronischem Husten.

 

Stechmücken nehmen mit dem Blut befallener Tiere infektiöse Larven (Mikrofilarien) auf. In der Stechmücke entwickeln sie sich zu den Drittlarven, die beim Saugakt auf einen anderen Hund übertragen werden. Dies bedeutet wo viele Hunde, lange Zeit in Regionen zusammen sind, die in Gebieten besonderer Stechmücken leben, ist die Infektionsgefahr höher. Leider ist das auch in Tierheimen so, wenn Langzeitsitzer sich infizieren.

 

In der Unterhaut des neuen Wirts häuten sie sich zu den Viertlarven, die in den Blutkreislauf einwandern und sich vor allem in der Lungenarterie ansiedeln. Bei starkem Befall können sie sich bis in die rechte Herzhälfte oder sogar bis in die Hohlvenen ausbreiten. Dort entwickeln sich die Larven zu erwachsenen Würmern (Makrofilarien). Diese produzieren wieder neue Larven (Mikrofilarien) die im Blutstrom schwimmen.

 

Makrofilarien sind zweigeschlechtlich, d. h. die weiblichen Parasiten gebären die Larven, die sich erst in der Stechmücke zu den für den Hund infektiösen Drittlarven entwickeln können. Demnach ist die Anzahl der Makrofilarien abhängig von der Anzahl der übertragenen Drittlarven beim Saugakt der Stechmücke.

 

Der Herzwurm ist eine in tropischen und subtropischen Gebieten der Welt einschließlich der Mittelmeerregion verbreitete Erkrankung. Überträger dieses Parasiten sind Stechmücken. Die Mücken nehmen zunächst von infizierten Tieren die Larven der Herzwürmer (Dirofilarien) auf und dienen als Zwischenwirt. Die Larven entwickeln sich innerhalb von ca. 2-3 Wochen in der Mücke weiter. Danach werden sie bei einer weiteren "Blutmahlzeit" der Mücke auf einen neuen Hund übertragen. Von da an dauert es noch 6-7 Monate, bis die Larven in das Herz des Hundes gewandert sind, sich zu geschlechtsreifen Würmern entwickelt haben und nun wiederum Eier legen.Hierzulande sind Infektionen selten. Zu wenige besondere Mücken. Zu wenig Zeit, um sich in Mücken zu entwickeln. Zuviel Vorsorge durch Zeckenmittel die den Wirkstoff enthalten. Es kam aber auch schon vor. Kein Grund zur Panik.

 

Eine Behandlung der befallenen Tiere ist inzwischen sehr gut möglich. Der Erfolg ist abhängig vom Entwicklungsstadium des Parasiten. Wird der Parasit frühzeitig entdeckt, bestehen excellente Heilungschancen. Unbehandelt führt der Herzwurm zum Tod des Tieres.

 

Grundsätzlich gibt es sehr gute Erfahrungen bei folgenden Behandlungspunkten. Der Hund erhält Spot On (meist Advocate aber auch von Virbac gibt es ein günstigeres Mittel mit selbem Inhalt, ganz neu auf dem Markt Stand Herbst 2018) und Milbemax Wurmkur. Darin enthalten sind Wirkstoffe, die Herzwürmer im Larvenstadium verlässlich abtöten. Mind 3 besser 6 Monate im Abstand von ca. 4-5 Wochen ist das Mittel zu geben. Ist bereits der Verdacht auf erwachsene Tiere da und/oder sind diese per Blutuntersuchungen als Makrofilarien nachgewiesen oder im Ultraschall des Herzens sichtbar, helfen nur noch harte Drogen.

 

Zunächst erhält der Hund dann starke, toxische Medikamente, um die Würmer abzutöten. Diese Mittel haben heftige Nebenwirkungen und basieren auf einer Arsenverbindung. Die töten sicher den Wurm. Allerdings im Zweifel auch den Hund. Deswegen ist zwingend 24 Stunden Überwachung nach Verabreichung Pflicht. Dem Hund geht es nach der Verabreichung zunächst verhalten gut. Der oder die abgestorbenen Würmer sind nun zwar tot aber vom Körper noch nicht abgebaut. Deswegen ist eine wirklich wichtige (Boxen)ruhe von 3-4 Wochen erforderlich. Grund hierfür sind die absterbenden Würmer, die Thrombosen und Embolien verursachen können. In dieser Zeit kann der Hund nach Absprache mit dem Tierarzt schon wieder nach Hause, wenn sich der Besitzer an die Boxenruhe hält. Nach weiteren 4 Wochen wird nochmals eine zweite Injektion erfolgen und im Abstand von weiteren 24 Stunden ein Dritte. Ergo 3 Tage Klinikaufenthalt in der 2. Runde mit anschließender Boxenruhe. Da jetzt erwachsene Würmer abgetötet worden sind, kann nun sanft nachbehandelt werden mit Advocate und Milbebemax für die bis dahin entstandenen Larven. Nach sechs Monaten wird dann ein weiterer Antikörpertest durchgeführt. In einigen wenigen Fällen ist ein zweiter Behandlungszyklus notwendig aber wirklich unwahrscheinlich. Fazit. Nach einer Behandlunsgzeit von 6 Wochen mit viel Ruhe ist das Gröbste durchgestanden.

 

Man kann bei Unsicherheit über das Fortschreiten der Erkrankung und ungenauen Analysemöglichkeiten Tiere auch mit Prednisolon und Doxycyclin zusätzlich zu Advocate und Milbemax gut behandeln. Die Würmer sind symbiontisch mit einem Bakterium was vom Doxi ausgelöscht wird. Sie werden somit unfruchtbar. Die Erfahrungen zeigen, dass damit mehr als 75% der Fälle gut ausheilen. Wer sicher gehen will, macht aber eine genaue Blutuntersuchen nach Mikro und Makrofilarien und Ultraschall bzw. ggfls Lungenröntgen, um zu sehen ob bereits Babynester in der Lunge sind. Klingt dramatisch. Bei konsequenter Behandlunga ebr ünerhaupt kein Drama. Inzwischen behandele ich Hund 3 zu dem Thema und zwei sind vollständig ausgeheilt. Nummer drei ist gerade in der Ruhezeit nach der ersten Immiticide Injektion (Arsenverbindung)
 
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht in Form einer Operation, bei der die Würmer aus dem offenen Herzen heraus operiert werden. Diese Behandlungsform wird häufiger bei alten Hunden angewendet, bei denen nicht absehbar ist, ob sie die Begleiterscheinungen der toxischen Medikamente noch vertragen können. Die Operation ist in diesem Fall schonender für den Hund, allerdings auch erheblich teurer.

 

Denken Sie an eine Prophylaxe, wenn sie mit ihrem Hund in ein gefährdetes Gebiet fahren. Ihr Tierarzt wird sie hier gerne beraten. Entsprechende Spot-on-Präparate und Wurmtabletten können eine Infektion erfolgreich verhindern.